Montag, 30. Juli 2018

Die Hitze

Im Moment sitze ich im Wohnzimmer, wo es "nur" 27,4 Grad hat, während es draußen stark auf die 30 Gradmarke zugeht. Und das in Schweden, und das schon seit Wochen!
Dazu gibt es eigentlich nicht mehr viel zu erzählen, außer dass es einfach ungewöhnlich ist. Allerdings hatten wir auch einen ungewöhnlich langen und kalten Winter, an den sich jetzt keiner mehr zu erinnern scheint. Trockene Sommer gibt und gab es ja immer wieder, jetzt aber passt das fantastisch ins Sommerloch der Presse, denen anscheinend immer noch niemand gesagt hat, dass Klima das durchschnittliche Wetter über 30 (!) Jahre hinweg ist und nicht aus Singularitäten besteht.
Traurig schaut es hingegen schon aus, an vielen Stellen herbstlich. Andererseits zeigt die Natur jetzt auch wieder, welche Anpassungsstrategien sie in petto hat, wenn man sie nur machen lässt (keine Hochleistungsmonokulturen u.ä.). Natürlich ist die Ernte in Trockenjahren geringer, aber mit klugen Methoden, von denen ich euch demnächst erzählen werde, kann man doch einiges erwirtschaften.

Was mich dennoch beschäftigt, ist das laute Klagen von allen Seiten, über Probleme, die gewissermaßen "hausgemacht" sind: Wald Forst für knapp 1 Miljarde Kronen hat gebrannt - dabei sind sich alle einig, dass es in einem gesunden Mischwald und keiner Fichtenmonokultur kaum zu so einer Ausbreitung der Feuer gekommen wäre. Gerade in Schweden ist man ja, was Kahlschlag und Aufforstung mit Monokultur angeht, nicht zimperlich und ich bin gespannt, ob was daraus gelernt wird. Einen interessanten Artikel kann man hier auf der Seite des schwedischen Radios lesen (evtl. auf den hellblauen Balken mit Pfeil nach unten "visa mer" klicken um den ganzen Text lesen zu können).
Ähnlich ist es mit der Tierhaltung: Die, die im kleineren Stil arbeiten, können jetzt auch oft auf Waldweiden oder andere, ursprüngliche Formen ausweichen, aber ein Bauer in Schonen mit 1000 Kühen kann die natürlich nicht einfach in einen Laubwald rauslassen.
Und die Berichterstattung wird immer schneller und lauter und sensationeller... Das macht mich nachdenklich.
Oft höre ich mir die Nachrichten gar nicht mehr an und versuche die Sache so zu sehen:
- dieses Jahr habe ich keinen Bedenken, wenn der Herbst kommt: Licht- und Wärmespeicher sind vollgefüllt
- manche meiner Kräuter (Lavendel, Bohnenkraut) sind so aromatisch wie noch nie
- mehrjährige Sträucher und Bäume tragen fantastisch: Johannisbeeren, Brombeeren, Äpfel
- ich kann täglich kühle Erfrischungen genießen und auf der Terasse im Schatten lesen, stricken, Äpfel schälen
- es gibt kaum Zecken und Schädlinge (denen ist es wohl auch zu trocken und heiß)

Kinder, ist das eine Hitze!
Kinder, ist das heute heiß!
Nur zwei Sachen gibt’s die nützen:
Baden gehen oder Eis.

6 Kommentare:

  1. Hej Barbara,
    wir waren ja auch letzte Woche wieder in Schweden :0) der Rasen sah genauso aus, kaum Heidelbeeren und wenn dann sehr klein. Dort wurde die letzten Jahre leider auch oft der Kahlschlag gemacht. Es wird viel Nadelwald aufgeforstet, aber zu meiner Freude habe ich gesehen, das dort jetzt immer auch laubbäume dazwischengepflanzt werden, wo vorher nur Nadelbäume waren. Schon mal positiv! Ja, es ist ein heisser Sommer, aber wir müssen es so nehmen, wie es kommt, oder? Hat man die Wahl? Es wird auch wieder kälter werden und vielleicht bekommen wir nach langem mal wieder einen kalten Winter. Das hat sich wohl jemand gedacht, denn als wir nach Hause gekommen sind nach dem Urlaub fehlten 3 Schubkarren voll Brennholz :0( In dem Sinne- ich ess erstmal ein Eis! Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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  2. Huhu Barbara,
    schön, wieder von Dir zu lesen!
    Hier ist es ähnlich trocken. Unser "Rasen" sieht auch so aus und einige Sträucher (z. T. Brombeeren, Hortensien) stehen kurz vorm Vertrocknen bzw. sind vertrocknet. Ich möchte aber nur mit Regenwasser gießen und das muss ich sparsam verwalten, da es ja nicht regnet. Und da geht das "Essgemüse" vor ;-)
    Ich bin übrigens sehr gespannt, was Du über Deinen Gartenkurs (machst Du den jetzt eigentlich noch?) berichtest!
    Liebe Grüße,
    Gesa

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  3. Hallo Barbara
    Schön das du wieder da bist!
    Hier sieht es genau so aus! Auch mit den Monokulturen ist man hier nicht wirklich schlauer. Wir werden diesen Sommer überstehen. So manche Pflanze in meinem Garten allerdings nicht. Die Tomaten so gut wie sonst nie. Dafür schleppe ich allerdings Wasser ohne Ende. Gut das wir den Brunnen haben.
    Liebe Grüße, Marita

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  4. Ja, man kann das Jammern über's Wetter kaum noch hören... dabei hat es auch wirklich angenehme Seiten. Auch wir hatten eine fantastische Beerenernte und nun gibt's das ganze Jahr über lecker Gelee. Und die lauen Sommernächte sind auch nicht zu verachten. Auf Schweden bin ich sehr gespannt, wir werden im Urlaub nach Gotland fahren und damit ein Stück Schweden queren...
    Einen schönen Sommer!
    Valomea

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  5. So ein Umdenken ist echt wünschenswert, aber in großem Stil scheinbar recht schwer. In Deutschland leidet in einigen Regionen die Ernte und ich finde spannend, was gerade zu landwirtschaftlichen Betrieben zu lesen ist. Wie könnten sie evtl anders gestaltet sein, müssten Schwankungen mit eingeplant werden?
    Aber ich geb zu, ich sehne das Ende der Hitzewelle herbei. Es ist echt nicht meine Wohlfühltemperatur. Aber Eis und baden hilft da ein wenig ;-)
    Sonnige Grüße Stefanie

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  6. Dein Post ist so positiv. Wahrscheinlich sind es nur wir Menschen, die wegen der Hitze stöhnen. Die Natur macht das schon oder gleicht es aus.
    Im Moment ist bei uns absoltutes Feuerverbot. Kein Feuerwerk am Nationalfeiertag morgen (yeah!), aber auch kein Grillfeuer (wegen Funkensprung).
    Für den Garten habe ich noch fast tausend Liter Regenwasser. Also auch hier: alles gut.
    Hab noch einen schönen Sommer.
    Liebe Grüsse
    Milena

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