Freitag, 28. September 2012

Was für eine Woche...

... und dazu passt dieser Regenbogen über dem Nachbarhaus ganz wunderbar. Ich konnte ihn Anfang der Woche 'einfangen' und er hat mich quasi durch die Woche begleitet. Es gab Sonnenschein, aber auch Regen. Und beides mischt die wunderbaren verschiedenen Farbtöne des Lebens :)
Nun ist Wochenende, viele Eindrücke liegen hinter mir. Mein (vorerst) letzter Besuch aus Deutschland ist wieder abgereist, ich hatte Blockbeschulung, ich habe (diesmal in Begleitung meines Mannes!) einen schwedischen Personalausweis beantragt, ein Konto eröffnet. Sonnige Stunden waren die, als ich die Kinder meiner Schwägerin gehütet habe. 'Erleuchtend' auch für mich selber war ein Vortrag über die Verarbeitung von Migrationsprozessen, bei Erwachsenen, Kindern, Flüchtlingen und Auswanderern. Dunkler war es als mir einfach alles über den Kopf wuchs, als mir das dunkelgrau des Herbstes aufs Gemüt schlug - und es in der Heimat Sonnenschein und mehr 20°C hatte (-> Heimweh...).
Aber nun ist Wochenende, neue Eindrücke liegen vor mir. Morgen sind wir zum Tofu-Essen eingeladen, eine Freundin will uns 'überzeugen'... Vielleicht machen wir einen Fahrradausflug. Ausgerüstet bin ich ja nun mit meinen Handschuhen.
Ähm, Handschuhe. Ich glaube, das Anleitung-Schreiben dauert länger als das stricken... Aber ich setzte mich gleich wieder dran und bald gibt es das verspätete TisdagsTutorial :)

Samstag, 22. September 2012

Freitag, 21. September 2012

Ebereschen-Geschenk

Nicht nur beeindruckende Linden wachsen hier, sondern auch viele, viele Ebereschen/Vogelbeeren (schwed. rönn), die jetzt mit ihren schönen Beeren erfreuen und Scharen von Drosseln anlocken. Das ja noch ein Namenstagsgeschenk auf meiner Zu-Tun-Liste stand, ließ ich mich davon inspirieren.
Gewünscht war eine Tasche, robust und stabil, mit Innentasche. Im Vogelbeerenfarbton fand sich gleich ein ganzes Stück Stoff hier, nämlich unsere alten Schlafzimmervorhänge. Der Zuschnitt war schnell gemacht, ich entschied mich neben einer Innen- auch eine Außentasche zu nähen. Aus Stoffresten nähte ich die Teebeutel. Auch die Tasche nähte ich relativ zügig, aber das Bedrucken dauerte seine Zeit. Irgendwann abends fand ich aber die Muße, holte aus der Grünanlage ein paar Blätter und druckte los. Und voilá, hier ist nun die Tasche - inzwischen auch bei der Beschenkten angekommen und fleißig in Gebrauch.

Donnerstag, 20. September 2012

Wandertagebuch: 1. Basislager

Man möchte es ja kaum glauben, aber nun ging auf einmal alles ganz schnell. Die UT-Karte kam an und nur 6 Tage später meine Personennummer! Eigentlich müsste ich mich riesig freuen, und ich freue mich ja auch, aber die Anspannung will einfach nicht weggehen. Ich trinke Entspannungstee, bemühe mich um regelmäßige, ruhige Tage und versuche mich an dem immer noch relativ schönen Herbstwetter zu erfreuen und viel draußen zu sein. Trotzdem schlafe ich schlecht, träume die komischsten Träume und muss mir eingestehen, dass es nicht reicht, eine Aufenthaltserlaubnis-Karte zu bekommen um anzukommen.

Aber ich habe immerhin das Basislager erreicht, wenn man in der Berg-/Wandersprache bleiben will. Die rechtlichen Voraussetzungen sind geschaffen. Ich kann ganz sicher nun meine Weiterbildung angehen, nichts wird mich da mehr aufhalten. Ich darf mir Arbeit suchen und kann vielleicht bald anfangen, ein Traum-/ Geheimprojekt zu verwirklichen.
Allerdings ist das 1. Basislager auch nur ein Zwischenstopp, kurz zum Atemholen. Dann geht es weiter. Es muss noch viel erledigt werden. Neue Anträge wollen geschrieben werden. Aber ich bin müde.

Ich bin müde, nicht nur, weil ich schlecht schlafe, sondern auch, weil ich vielleicht schon zu lange auf Wanderschaft bin. Nachdem meinem Mann und mir klar war, dass wir es auch über die Fernbeziehung hinaus versuchen wollen, suchten wir nach einer Möglichkeit, wo wir zusammen ziehen konnten. Es war die USA. Im Nachhinein eine dumme Idee, wie ich finde. Zu viele Kompromisse und zu weit weg von beiden Familien. Zu unseren beiden Muttersprachen kam eine dritte Sprache. Totales Sprachwirrwarr. Auch dort das ganze Neuanfangsprogramm mit Wohnung einrichten, Anträge, soziale Netzwerke finden usw. Und dann einsehen, dass das Ganze so nicht geht. Die Idee, dass beide Partner wo fremd sind, ist vielleicht gut, war aber für uns nicht durchführbar. Es endete damit, dass ich manchmal 7 Tage oder mehr nicht ein einziges deutsches Wort gesprochen habe (gelesen und geschrieben schon), da wir zu Hause schwedisch sprachen und außerhalb englisch. Natürlich versucht man, dass man das gerecht aufteilt, so versuchen wir es auch hier in Schweden - ein Tag schwedisch, ein Tag deutsch. Aber es funktioniert nicht, denn der Wortschatz meines Mannes ist zu begrenzt (und ich habe zu wenig Disziplin in der Richtung). Es nervt mich dann, einen ganzen Tag lang 'Babysprache' zu sprechen. Da ist es dann auch für mich einfacher, wieder ins Schwedische zu wechseln. Ein Teufelskreis. Etwas Besserung erhoffe ich mir von meinem (neuen) Internet-Radio. Ich höre jeden Tag ein, zwei Stunden deutsche Radiosendungen und hoffe, dass der Klang der deutschen Sprache auch bei meinem Mann etwas auslöst, aber ich glaube, meistens ist es nur Hintergrundberieselung. Und ich muss wohl einsehen, dass nicht jeder sprachbegabt ist. Er hat seine anderen Begabungen, das ist ok so. Ich wollte eigentlich auch nur sagen, dass es extra anstrengend ist, immer in fremden Sprachen zu kommunizieren. Und dass ich mir oft so dumm (und/oder ohnmächtig) vorkomme, wenn ich, wie gestern beim Frisör, nicht auf schwedisch ausdrücken kann 'die Haarspitzen sind kaputt' sondern auf 'da unten wurde es komisch und dünn' ausweichen muss.

Hm, jetzt bin ich in die "Sprachgeschichte" abgeschweift (oder heißt es abgeschwiffen?), eigentlich wollte ich nur sagen, dass zweimal Neuanfang innerhalb von 12 Monaten ganz schön kräftezehrend ist. Andererseits erlaube ich mir selber nicht, dass ich mir Zeit nehme (und Geduld ist nicht meine Stärke...). Denn etwas treibt mich innerlich an, dass ich ENDLICH ankommen will. Ich will nicht im Basislager verbleiben und warten, dass die anderen von tollen Gipfelerlebnissen zurückkommen und mir davon erzählen. Ich will selber weiter. Und gleichzeitig bin ich müde.

Allerdings sollte man nicht unterschätzen, wie gut ein Frisörbesuch und neue Herbstschuhe tun. Nach etwas 'Kopfwäsche/-belüftung' und mit neuen Schuhe ist man gut gerüstet für eine neue Etappe...

Dienstag, 18. September 2012

TisdagsTutorial: Herbstmobile

Wir waren ja am Sonntag in der Kreativecke nicht ganz untätig, sondern haben uns schöne Herbstmobiles gebastelt.
Dazu haben wir zunächst viele verschiedene Blätter gesammelt. Außerdem brauchten wir weißes Druckerpapier und Wachsmalkreiden.
Dann haben wir die verschiedenen Blätter unter das Papier gelegt und mit Herbstfarben darüberschraffiert.
Die wunderschönen Bätterzeichnungen haben wir dann so nahe am Rand wie möglich ausgeschnitten.
Weil die Papierblätter recht leicht sind, brauchten wir für unten dran noch ein 'Schwergewicht'. Was passt da besser zum Herbst als ein Igel? Die Vorlage habe ich schnell skizziert, weil grad keine andere zur Hand war (man findet sicher auch ähnliche im Netz). Für den Igel benötigt man also Tonpapier bzw. Fotokarton in braun, schwarz und beige (Reste genügen), eine Schere, weißen Stift und Bleistift zum Übertragen der Vorlage und einen Klebestift. Der Stachelkörper und die Nase werden jeweils zweimal spiegelverkehrt ausgeschnitten.
Der Kopf wird dann zwischen den doppelten Stachelkörpern und Nasen eingeklebt. Voila, der Igel von beiden Seiten:
Anschließend haben wir die Blätter und den Igel einmal probeweise angeordnet, um zu sehen, wie das Mobile dann ausschauen soll.
Spätestens seit ich alle unsere Einladungen, Liedblätter und Menükarten für die Hochzeit genäht habe, bin ich ein großer Fan des Papiernähens. Es gibt meiner Meinung nach keine bessere Möglichkeit, Papier sauber und stabil zu verbinden. Also wurde auch das Mobile 'genäht' (große Stichlänge und langen Anfangsfaden zum späteren Aufhängen!!!). Meine Helfer reichten mir die Blätter in der richtigen Reihenfolge.
Der Igel wurde nur mit ein paar Stichen angenäht. Dann habe ich die Fäden abgeschnitten. Wenn man am Oberfaden anzieht, kommt der Unterfaden mit einer Schlaufe durch und lässt sich auch leicht nach oben ziehen. Beide Fäden verknoten.
Die oberen Fäden habe ich auch verknotet, eine Schlaufe gemacht und dann das Mobile mit einer kleinen Sicherheitsnadel unsichtbar am Vorhang befestigt.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachmachen und freue mich wenn ihr in den Kommentaren einen Link zu eurem Herbstmobile hinterlasst.

Bitte beachtet, dass alle Anleitungen - soweit nicht anders angegeben - mein geistiges Eigentum sind. Alle Anleitungen sind ausschließlich für den privaten und nicht kommerziellen Gebrauch bestimmt; auch Gegenstände, die nach den Anleitungen gefertigt werden, dürfen nicht verkauft werden.

Montag, 17. September 2012

Linden-Geschenk

Inzwischen auch beim Geburtstags-'Kind' angekommen ist mein Lindengeschenk. Der Beschenkte ist ein sehr guter Freund von mir, der Förster ist. Er hat die großen, alten Linden bewundert, die hier teilweise mitten in der Stadt wachsen. Was war da passender, als das als 'Thema' für das Geburtstagsgeschenk aufzugreifen?!

Zunächst wurde der Stoff mit Hilfe einer lieben Freundin (Besuch) mit Lindenblättern und -fruchtständen bedruckt.
Der Nesselstoff eignete sich ganz hervorragend dafür und war auch nicht so 'hart' wie ein ganz weißer Baumwollstoff. Daraus nähte ich eine 'meiner' Stofftaschen, die wegen des doppelten Henkelsystems und Boden sehr beliebt sind.
Stilsicherer kann nun auch ein Förster nicht einkaufen und Brötchen holen, oder? ;)
Die Lindentasche im Hollerstrauch (oben) und vor einer Birke (unten).
Das Geschenk wurde mit dem eher unbekannten 'Klingt meine Linde' von Astrid Lindgren komplettiert. Dieses Buch verschenke ich besonders gerne an Erwachsene, denn die darin enthaltenen Märchen sind wunderschön und regen zum Nachdenken an (für kleinere Kinder eventuell sogar zu komplex oder traurig).

Sonntag, 16. September 2012

Sonntagsfreude: Gemeinschaft

Heute waren wir viele beim Mittagessen: Mein Mann (wieder da!), meine Schwägerin, ihr Lebensgefährte und drei Kinder. Im goldenen Sonnenlicht saßen wir im Wohnzimmer am großen Esstisch, die Kinder aßen schnell die Herbstsuppe (mit Graupen und Rosenkohl) und verschwanden dann wieder in ihre Kreativecke, wir Erwachsenen hatten eine schöne Gesprächszeit bei Tisch. Es tat so gut, diese [Tisch-]Gemeinschaft!
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Frau Kreativberg. Dort gibt es noch mehr Sonntagsfreuden.

Sicher warten nun einige auch schon gespannt auf das Ergebnis der Teebeutel-Verlosung...
Gewonnen hat: Kathrin!
Liebe Kathrin, schreib mir doch bitte ganz bald deine Adresse per e-mail, damit du nach weiteren herbstlichen Wanderungen in Kürze deinen Schwedentee genießen kannst! Herzlichen Glückwunsch!

Wer hier nicht gewonnen hat und trotzdem unbedingt einen Teebeutel mit Schwedentee möchte, ich bin auch offen für Tee-Tauschgeschäfte (von Messmer oder Alnatura, die es hier nämlich nicht gibt) - schreibt mir doch auch einfach eine e-mail. Es sollte niemand den kommenden Herbst ohne Tee verbringen müssen ;)
Und die nächste Verlosung (voraussichtlich im Advent) kommt bestimmt!

Ich wünsche Euch von Herzen einen schönen Sonntag und einen guten Wochenstart!