Sonntag, 4. August 2013

Sommer-Rückblick Teil 3: Gelesen - bunt gemischt

Auch wenn ich bei Weitem nicht so viel Zeit zum Lesen fand, wie ich mir gewünscht/erhofft hatte, so habe ich zumindest diese vier Bücher gelesen:
Die nachhaltige Pflege von Holzböden von Will Willes: Am Anfang zog es sich etwas und etwas zu viel britischer Humor, von dem ich kein so großer Fan bin. Aber eine überraschende Wende und ein interessanter Schluss.
Das verkaufte Glück von Manfred Mai. Das Buch erstand ich in einem Museumsladen und die Thematik der Schwabenkinder interessierte mich. Herrn Mai schätze ich sehr als Autor von Kinder-/Jugendbüchern. Das verkaufte Glück ist ein spannendes, anrührendes und aufwühlendes Kinderbuch, das ich an einem Tag gelesen habe. Für Kinder würde ich es ab der 4. Klasse empfehlen, allerdings mit einem erwachsenen Lese-/Gesprächspartner.
Godkänt? ist ein schwedisches Sachbuch über den Absturz des schwedischen Schulsystems und wie es zu all den vielen Problemen und Fehlentwicklungen kommen konnte. Godkänt? bedeutet übersetzt Bestanden? Ich möchte das Buch noch einmal durcharbeiten, Fakten und Argumente exzerpieren. Mir scheint, im schwedischen Schulsystem gibt es viel zu tun (dazu ein andermal mehr...)
Die Reise des Elefanten von José Saramago: War ich mir bis jetzt noch nicht sicher, ob ich Saramagos Bücher mag oder nicht (ich habe zwei - allerdings auf schwedisch - angelesen), so weiß ich jetzt zumindest, dass ich dieses Buch sehr, sehr mag und es als Lektüre nur weiterempfehlen kann.

Für den Herbst habe ich mich in der Buchhandlung der Heimatstadt mit drei Büchern eingedeckt, mal schauen, wie weit ich komme, wenn das Semester wieder beginnt...

Samstag, 3. August 2013

Pride.Stolt.Stolz

Heute war hier in der Stadt als Höhepunkt der Pride-Woche die Parade. Da ja dieses Jahr das Festivalgelände in unserem Stadtteil lag/liegt, haben wir uns dieses Jahr nicht in der Innenstadt aufgestellt, sondern am Ziel des Zuges Stellung bezogen. Leider war bei allen, den Teilnehmern, aber auch den Zuschauern, dann schon etwas die Luft raus - schließlich war heute der wärmste Tag des Jahres bisher mit über 30°C! Schön, bunt, warm und lebensfroh...
... und jetzt die Hoffnung auf kommende Abende ohne wummernde Bässe ;)

Freitag, 2. August 2013

Sommer-Rückblick Teil 2: Geradelt - auf Schwedens größter Insel


Jersey nähen

Danke für alle positiven Rückmeldungen und Fragen! Für ein richtiges Tutorial fehlt mir grad die Zeit und Muße, aber ich mal ein bisschen fotografiert und hoffe, dass ihr so ein paar Antworten finden könnt.
Eine kleine Übersicht über die Stiche meiner Nähmaschine. Ich benutze eigentlich nur Stich Nr. 8, Dubbel (Doppel-) Overlock. Dazu habe ich ein extra Nähfüßchen (war schon dabei).
Genäht schaut dieser Stich so aus (links innen, rechts außen). Damit nähe ich alle Seiten-, Schulter- und Ärmelnähte. Dieser Stich ist elastisch genug, beim Nähen den Jersey nicht! extra dehnen.
Ärmelbündchen, Säume und Halsausschnitt nähe ich mit der Doppel-/Zwillingsnadel. Ich benutze eine mit 4 mm Abstand. Links sieht man wieder die Innenansicht, rechts außen.
Und hier noch die Innen- und Außenansichten von Ärmel- bzw. Halsausschnitt. Die dicken Stellen direkt am Ausschnitt nähe ich immer noch mit der Hand mit ein paar kleinen Stichen fest, so dass nichts aufsteht.
Ansonsten habe ich noch folgende Tipps (aus Fehlern wird man klug...):
- Wie man bei den Innen- und Außenfotos schön sieht hat auch jeder Jersey eine rechte und linke Seite, sofern es kein Interlockstoff ist
- Beim Zuschneiden beachten, dass nur eine Richtung (Fadenlauf parallel zur Webkante, d.h. senkrecht) möglich ist, sonst dehnt er sich falsch und leiert
- Bügeln mit viel Dampf, ggfs Stärke verwenden, wenn sich der Stoff recht einrollt
- Abstecken, abstecken, abstecken... So wird nichts überdehnt, nichts rollt sich, alles wird schön flach
- Und ich liebe meinen Schrägbandformer... Ergibt tolle Einfassungen für Hals- und Armausschnitte. Meiner ist 25 mm breit, das fertige Band die Hälfte. Bei Jerseystoffen das "Schrägband" aber mit dem Fadenlauf zuschneiden, nicht schräg!

Ich freue mich, dass ich einige von Euch inspirieren konnte. Frohes Nähen und gutes Gelingen!

Donnerstag, 1. August 2013

Heute hier so

Hm, das Ankommen ist mühsamer als gedacht. Hier ist diese Woche nämlich PrideFestival und entsprechend sind auf dem nahegelegenen Festgelände jeden Tag von 12 Uhr mittags bis Mitternacht Events und wir werden von den Bässen beschallt. Dazu kommt noch der übliche Baulärm von der nördlichen Stadtumfahrung und wiederum die Hubschrauber, die das Festival überwachen. Lärm macht mich definitiv krank! (Vorallem jetzt nachdem ich wieder drei Wochen nur Ruhe, Tierlaute und Kirchenglocken gehört habe...)
Wegen meiner Überreizung ist es mir heute auch gelungen einen Stoff falsch zuzuschneiden (Merke an mich selbst: Beim Jersey ist nur eine Richtung möglich!!!)... Ach, so unnötig.
Aber, in der Küche steht zumindest ein leckerer Kuchen, den ich gestern gebacken habe (in der Erwartung von Freunden, die wir dann aber doch nicht mehr erreichen konnten und die somit an Stockholm vorbeigefahren sind, ohne dass wir uns sehen konnten. Irgendwie ist hier der Wurm drin!!!) Und diesen Kuchen essen wir jetzt zu zweit auf ;)
Weil ich beim Einkaufen auch die Eier vergessen habe, wurde es ein eierloser Kuchen: Hefeteig, selbstgemachte Mohnmasse, Quark und Äpfel. Am Zucker habe ich auch gespart. Schmeckt gut, aber nur bedingt als Nervennahrung geeignet.
Ein Stapel Stoff ist schon gewaschen und fertig zum ZerZuschneiden, die zweite Häfte habe ich heute gezackelt und gewaschen.
Nun denn, gut dass es Ohropax gibt. Habt einen schönen Abend!

Mittwoch, 31. Juli 2013

Sommer-Rückblick Teil 1: Genäht - für den Mann

Ihr erinnert Euch noch an diesen schönen Stapel mit Siebenblau-Stoffen? Inzwischen waren diese gut 'abgelagert' und zwischen den Reisen fanden sich dann doch ein paar Tage, an denen ich die Stoffe waschen, zuschneiden und vernähen konnte.
Wie man an der Überschrift schon ablesen kann, habe ich den Mann benäht. Dabei fühlte ich mich ein bisschen verlassen - Männer scheinen eine absolut unbenähte Gruppe zu sein. Und das aber zu unrecht, finde ich! Niemand schätzt meine Nähkünste so, wie mein Mann, wenn seine neuen Shirts trägt (und mein Papa hat auch schon eines in Auftrag gegeben)! Und nichts ist einfacher als gerade Herrenkleidung ohne Abnäher und Pipapo zu nähen. Unter tausenden von Baby-Schnitten und hunderten von Frauen-Schnittmustern fand ich folglich keines für den Mann. Also habe ich, wie schon beim Nachthemd, den Schnitt einfach selbst erstellt und mich dabei am Lieblingsshirt orientiert. Und es hat über meine Erwartungen gut funktioniert. Ab jetzt mache ich alle Schnitte für Jersey-Oberbekleidung selber :)
Dank dieses Tutorials sind auch die Halsausschnitte sauber und schön geworden. Die Schrägbänder habe ich selber aus dem Stoff mit einem Schrägbandformer gemacht.
Zwei Langarmshirts sprangen auch von der Maschine, aber nur eines kam aufs Foto.
Und ich muss ehrlich sagen, dass mich die Siebenblau-Stoffe schwer überzeugt haben. Da zipft und zieht nichts, eine ganz tolle Haptik und Optik. Wir haben beim Besuch in Deutschland Nachschub bestellt, damit der Schrank des Mannes (nach dem stückweisen Ausmustern der Studentenzeitenkleidung) endlich wieder besser gefüllt ist. Am Anfang habe ich mich für Siebenblau entschieden, weil mir das GOTS-Siegel bei Kleidung sehr wichtig ist. Beim Bummeln mit meiner Mama in der Stadt kaufte sie sich auch einen Jersey-Stoff im Laden, der ca 2 Euro pro Meter teuerer war als der Stoff, den ich bestellt hatte. Schön, dass verantwortungsvoll nicht immer teuerer sein muss :) Und da es ja mein Hobby ist (d.h. kein Lohn), kommt die neue Gaderobe für den Mann unterm Strich günstiger als gekauft. Ein gutes Gefühl!
Mehr Shirts werden folgen...

Dienstag, 30. Juli 2013

Zurück

Wir sind heute nach wunderschönen, warmen, intensiven Sommerwochen in meiner geliebten Heimat wieder in Stockholm gelandet. Ehrlich gesagt, war es eine eher unsanfte Landung: Mehr als 20 Grad kühler, frühherbstlicher Wind und Regen...
Leider kam der Regen aber zu spät, denn auf dem Balkon erwartete mich eine Dürrekatastrophe, die ich schon leise ahnte, als ich viele vertocknete, gelbe Birken auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt sah. Ich hatte noch gehofft, dass ein Freund, der zur Halbzeit mal vorbeikam, mit seinem Gießen das Schlimmste hätte verhindern können, aber dem war nicht so. Und dass niemand der anderen Parteien sich mal mit einem Schöpfhaferl der armen Pflanzen erbarmt hat, das sagt ja wohl auch einiges über den Geist, der in diesem anonymen Großstadthaus herrscht. Schade! Das war es wohl mit dem Urbanen Gärtnern. Dieses Jahr keine neuen Käferbohnen (und auch kein neues Saatgut), keine Kapuzinerkresseblüten im Salat, keine Wildtomaten.
In der Wohnung haben es die Pflanzen auf der Südseite zumindest gut überstanden, die Nordseite hat gelitten (wie paradox!). Für die Kräuter war es auch zu spät, allein die Minze (feuchtigkeitsliebend?!) hatte es überlebt. Aber neue Kräuter lassen sich noch mal ansäen, dafür ist es nicht zu spät. Und die Geranien bekamen einen Radikalschnitt und ein Fußbad.
Ach, es blutet mir das Herz. Und nach dem Blumen-Pflanzen-Garten-Feuerwerk in Bayern schmerzt diese Dürre und das neuerliche Beton-Frühherbstgrau am Balkon besonders. Der grüne Balkon war wirklich das einzige, auf das ich mich bei meiner Rückkehr hier so was wie gefreut habe.
Zumindest haben wir alle "Importprodukte" hier heil ans Ziel gebracht. Schon erstaunlich was man in zweimal 23kg-Koffer alles einpacken kann: Meterweise Stoffe, preiswerte Nähseide, Anleitungsbücher und -hefte, Material für die Weiterbildung, Bücher, Wolle für ein neues Projekt, Lebensmittel aus dem Lieblingsbioladen, Stachelbeer- und Hansbirl-Saft sowie Marmelade von daheim, vier Knödel und Soße zum Abendessen, Likör usw. ;)
Nun gönne ich mir einen Schluck (bayerisches) Bier und werde noch fertig auspacken. Morgen steht Wäsche waschen, einkaufen, mehr aufräumen und den Balkon abräumen (!) auf dem Programm.
Und vielleicht gibts einen neunen Blogeintrag. Genügend zum Zeigen hätte ich schon. Mal schauen, wie ich wieder in den Alltag reinkomme.
Aber ich freue mich, dass ich hier im Blog zurück bin. Ich habe ihn ja ein bisschen 'aufpoliert' und endlich die Linkliste für alle Anleitungen vervollständigt.
Auf bald und herzliche Grüße, Barbara
Gerettete Geranienblüten :)