Dienstag, 5. August 2014

Aufräumprojekt Küche

In Sachen Strukturierung des Alltags mit allen Facetten finde ich immer viel Inspiration bei Frau Jademond. Ich bewundere, wie sie Arbeit und Familie mit schlauen Lösungen - kombiniert aus klassischen Notizbüchern und modernen Apps - gut organisiert und im Einklang hält. 
Weil mich eben solche Blogeinträge inspirieren und motivieren, zeige ich heute einen Einblick in meine Küchenschrankaufräumaktion.
In der Regel bringen wir nach jeder Deutschlandreise einen großen Schwung Lebensmittel mit. Die Sachen gibt es hier nicht oder nicht in einer Qualität/zu einem Preis, der für mich akzeptabel ist. Das sind vor allem Vollkorn-Bio-Produkte, Bio-Gewürze, Bio-Kräuter-Tees, Öko-Hygiene-/Körperpflegeprodukte und dann viel Eingemachtes von Mama. Bei meinem letzten Besuch war ich ohnehin etwas wuschig und hatte das Gefühl, nicht wirklich zu wissen, wass im Küchenschrank in Schweden gerade fehlt. Wir haben auf gut Glück eingekauft und lagen nicht wirklich daneben, aber der Wunsch nach mehr Übersichtlichkeit im Küchenschrank und in den Vorräten setzte sich fest. Zudem muss ich noch hinzufügen, dass ich ab Reihe 2 den Küchenschrank nicht mehr wirklich einsehen kann und dann immer einen Stuhl zu Hilfe nehmen muss.
Wo es der Platz zulässt, habe ich angebrochene Trockenprodukte in Glasbehälter umgefüllt und alles beschriftet. Gleichzeitig habe ich alles auf Listen notiert, die jetzt - zusammen mit Packungsanweisungen - an der Innenseite der Schranktüre kleben. Wenn etwas zu Ende geht wird es ausgestrichen, nachgekauft oder den Vorräten entnommen. Für die Vorräte gibt es dann eigene Listen an den entsprechenden Türen. Auch der Teevorrat wurde gesichtet und geordnet, so dass dem Teevergnügen im Herbst nichts mehr im Wege steht.
Das Aufräumen hat mir auch wieder mehr Überblick verschafft und es macht wesentlich mehr Freude, die Schränke in der Küche zu öffnen und sich eine Mahlzeit auszudenken.
Hoffentlich hält die Motivation für die übrigen Zimmer/Schränke an... ;)

Montag, 4. August 2014

M wie Montag

... und Migrationsverket
Heute habe ich mal wieder die Einwanderungsbehörde aufgesucht. Nachdem wir schon am ersten zulässigen Tag das Gesuch für eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis eingeschickt haben, bekam ich am Freitag eine e-mail, dass das Gesuch bearbeitet wurde. In der e-mail stand aber nicht, wie die Entscheidung ausgefallen ist (ich gehe mal von positiv aus). Jedenfalls muss man sich dann um einen Termin auf der Behörde bemühen, damit man dort die Fingerabdrücke abgeben kann und fotografiert wird - für die Aufenthaltserlaubniskarte. Ich habe noch das Sommerloch genutzt und kurzfristig einen freien Termin wahrgenommen, bevor dann an Mitte August wieder alles länger dauert.
Die Wartezeit habe ich mit Sticken für den Gästebucheintrag verbracht und dabei interessante Beobachtungen gemacht, die meiner Meinung nach symptomatisch für diese Behörde sind: Ein junger Mann mit kaum Schwedischkenntnissen wollte ein Ausweisdokument abholen und hatte die Gebühr in Bargeld dabei. Auf dem Migrationsverket kann man aber nur mit Karte zahlen - und dazu muss man wissen, dass man in Schweden kein Konto ohne Personennummer eröffnen kann und diese erhält man wiederum erst vom Skatteverket wenn alle Dokumente vom Migrationsverket vollständig sind... Eine Frau, die schneller reagiert hat, half ihm dann mit ihrer Bankkarte aus.
Eine Frau mit ihrer ca. 75-jährigen Mutter kamen nicht an die Reihe, weil die Nummer auf ihrem Nummernzettel einfach übersprungen wurde. Glücklicherweise konnte die Tochter gut schwedisch und machte auf sich aufmerksam, sonst würde die Mutter wohl am späten Nachmittag immer noch da sitzen und auf die 806 warten.
Wer die Sprache aber nicht ausreichend kann und/oder mit dem europäischen Behördenwesen nicht vertraut ist, der ist aufgeschmissen. Das ist keine Behörde, die für, sondern gegen die Menschen da ist*.

Ich bin überzeugt davon, dass es auf den deutschen/österreichischen/schweizer Einwanderungsbehörden auch nicht viel anders zu geht. Nur dort muss man als Einheimische/r in der Regel nicht hin. Der Umgang mit Menschen macht mich einfach betroffen. Ich will mich an diese Erlebnisse immer erinnern und meine Lehren daraus ziehen. Eigentlich, finde ich, dass jeder und jede einmal im Leben auf so ein Amt gehen sollte - denn was ich in letzter Zeit auch aus dem Mund von Gleichaltrigen hören musste ("Ich bin kein Rassist, aber...") macht mir auch Sorgen.

*Auf dem Migrationsverk kann eine Ausweisung schon auch mal mit Torte gefeiert werden, so wie zuletzt in den Medien von 2005.

Ich habe es jetzt jedenfalls zunächst wieder mal geschafft und warte nun auf die Post. Ein Kuriosum ist vielleicht noch, dass ein Online-Gesuch (setzt Zugang zu Computer, gutem Internet, Scanner und entsprechende Fertigkeiten voraus) innerhalb von 5 Tagen bearbeitet wird, für die Papierversion die Bearbeitungszeit bei 17 Monaten liegt. Die permanente Aufenthaltserlaubnis ist übrigens auch nicht permanent, sondern gilt nur für 5 Jahre...

Sonntag, 3. August 2014

Sonntagsfreude: Sommerblumen

Gegen den Savannenblues sind wir heute noch kurz vor 18 Uhr zu meiner Lieblingsgärtnerei geradelt und haben Blumen zum Selberschneiden geholt: Sommerblumen in den kraftvollen Gelb-Rottönen, die ich mit August verbinde. Sonntagsfreude - die Blumen und dass sie nun die kommende Woche fröhlich auf dem Esstisch leuchten!
Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.

Samstag, 2. August 2014

August

Was für den 'normalen Menschen' Neujahr ist, ist für mich als (schwedische) Lehrerin der August - Neustart, eine Möglichkeit neue Rituale, Gewohnheiten und Abläufe zu etablieren, der Zauber eines Anfangs. Der künftige Stundenplan ist noch unbekannt, die ersten beiden Wochen werden vor allem der Planung, Konferenzen, Mitarbeitergespräch, Stundenplanerstellung usw. dienen, Ende August geht es dann auch für die Schüler los. Ausgerüstet mit neuem Material aus Deutschland und frischen Ideen freue ich mich auch schon auf das neue Schuljahr - wäre da nicht noch so vieles andere, was vorher noch bewältigt werden will.
Meine Ferien, in die ich Euch ein paar Einblicke gewährt habe, waren dementsprechend auch sehr davon geprägt, dass ich den Kopf viel zu voll hatte.
Eine Sommergrippe, die ihresgleichen sucht, hat mir zu Anfang gleich noch die restliche Energie entzogen und so war die erste Ferienhälfte eher wieder sehr mühsam. Körperlich bin ich nun wieder einigermaßen fit, aber bis ich meine alltagssportliche Idealform wieder gefunden habe, werden wohl noch ein paar Wochen vergehen. Auch muss ich rückblickend feststellen, dass ich mir einiges zugemutet habe, für das ich vielleicht noch nicht bereit war und das mir teilweise ordentlich schlaflose Nächte bereitet hat.
Nun bin ich also wieder zurück in der Großstadt und in unserer kleinen Wohnung. Das ist jedes Jahr aufs Neue eine Umstellung mit der ich mich sehr schwer tue. Diese Freiheit, die ich bei meinen Eltern und Schwiegereltern im Sommer genieße und die mein Lebensideal wäre, fehlt mir hier sehr. Die ersten Tage laufe ich unruhig in der Wohnung umher und fühle mich eingesperrt. Zudem war es die letzten Wochen hier extrem warm und trocken, so dass sich vor der Haustür kein Grün-, sondern ein Savannenstreifen zeigt. Das frische Grün als Nahrung für Augen und Seele fehlt mir auch.
Nunja, aber nun ist das erste Augustwochenende und die Eingewöhung sollte langsam wieder abgeschlossen sein. Ich erinnere mich an schöne Ferienaugenblicke und schaue nach vorne auf die Vorhaben und Herausforderungen und die Möglichekeiten, die ein (Schuljahres-)Anfang bietet.
Im August werde ich nun
  • versuchen, innerlich wieder zur Ruhe zu kommen und Halt suchen (und finden) in einem neuen Alltag, Ritualen und kleinen Verwöhnaugenblicken für mich selbst
  • aufräumen! Wenn es in mir unordentlich ist, hilft es mir ungemein, wenn ich um mich herum Ordnung schaffe. Vier Wunschziele wären: Die Badschränke, die Küchenschränke, der Kleiderschrank und die Schulsachen von letztem Jahr ausmisten. Letzteres hat Priorität und eilt etwas...
  • von den Vorräten kochen: Ein kombiniertes Ziel mit den Aufräumen der Küchenschränke wäre die Vorräte zu sichten und die gefühlt 15 angefangenen Linsenpackungen und 23 Nudelreste zu verwerten. Vielleicht beginne ich mit Listen, damit dann auch mein Importsystem noch besser (und Geld sparender) funktioniert.
  • schnellstens mein Juli-Projekt fertignähen: Ein Dirndl für die Hochzeit meines Bruders Mitte August. Das Mieder ist fast fertig.
  • einen Eintrag für das Gästebuch für selbige Hochzeit fertigstellen: Ich möchte ich Anlehnung an alte Spruchtücher ein Zitat auf Leinen sticken.
  • zur Monatsmitte eben in die Schweiz reisen um an der Hochzeit und der Taufe meine Nichte teilzunehmen. Meine Chefin muss ich noch mal vorsichtig daran erinnern, dass ich da in der zweiten Arbeitswoche schon freinehmen muss :-/
  • eine Woche Strohwitwe sein, denn der Mann fährt schon wieder auf Exkursion. Diesen Frühling, Sommer und Herbst ist er echt viel unterwegs, aber alle Unterrichtszeit an der Uni verlängert auch seinen Vertrag um diese Zeit. Vielleicht ist das auch ein gutes Zeitfenster um meine Aufräumvorhaben umzusetzen.
  • kurzen Besuch von unseren Nachbarn bekommen, die Schweden bereisen und einen Wochenendstop in der Hauptstadt machen.
  • alles in Angriff nehmen, was den ganzen Juli im Kopf herumgeisterte: Aufenthaltserlaubnis und Migrationswerksbesuch, Examensgesuch einschicken, mit dem Lehrerverband (Gewerkschaft) nochmal meine Lohn- und Arbeitssituation besprechen, usw.
Es wird also viel passieren und ich werde natürlich hier wieder darüber berichten. Die Sommerpause hat gut getan, aber jetzt freue ich mich auch schon wieder auf das regelmäßige Bloggen! :)

Freitag, 18. Juli 2014

Sommerfreuden

Das kleine Haus am See hat noch im Juni dazu eingeladen, dass man Sommerfreude sammelt. Da mache ich doch gerne mit und lasse die Bilder der letzten Wochen einfach mal so für sich sprechen.

Freitag, 11. Juli 2014

Sommerregenausflug: Leinenweberei

Bei Dauerregen hilft gegen Hüttenkoller am Besten ein Ausflug in der Region... Durchaus empfehlenswert ist die Leinenweberei in Klässbol, die als schwedischer Hoflieferant auch die Tischdecken und Servietten für das Nobeldinner webt. Allerdings denken sich bei Regenwetter auch viele andere Einheimische und Urlauber, dass man doch mal die Weberei besuchen könnte... Wenn ein ganzer Bus mit (norwegischen) Senioren kommt, wird es dann schon sehr eng in den kleinen Räumen. Man kann die moderne Produktion anschauen (sehr laut und beeindruckend!), die alten Handwebstühle, die Näherei und den Verkaufsraum. Und ja, da möchte man wie Königs einkaufen können ;)

Freitag, 4. Juli 2014

Sommerplage: Knott

Egal wie warm, kühl, trocken oder feucht der schwedische Sommer auch sein mag - es gibt ihn nicht ohne knott. Im Deutschen sind die Plagegeister besser als Kriebelmücken bekannt, allerdings wurde ich in Deutschland bisher von ihnen verschont. Ob es daran liegt, dass es in Deutschland 'nur' rund 50 Arten gibt und in Schweden mindestens 60?! Hier wurde ich bisher jedenfalls regelrecht von ihnen aufgefressen, am besten dagegen hilft langärmelige Kleidung, Kaputze und windiges Wetter. Sobald die Sonne untergeht hilft aber gar nichts mehr, außer sich ins Haus zurückzuziehen.
Im Vergleich zu 'normalen' Mücken schmerzt die Stelle mehr und darüber hinaus sind die Kriebelmücken äußerst unangenehm, weil sie so klein sind und überall hinein krabbeln: Ohren, Nasenlöcher, Augen - blää...