Montag, 19. Januar 2015

JahresZeit Januar

Letztes Jahr im November habe ich hier schon mal darüber nachgedacht, welche Abläufe und Jahresläufe für mich wichtig sind, damit sich auch mein Lebenslauf stimmig anfühlt. Dabei wurde ich sehr nachdenklich, wurde mir doch beim Vorbereiten des Posts damals bewusst, dass ich manchmal das Gefühl habe, ich müsste mich rechtfertigen. Rechtfertigen, für all die Dekoration. Rechtfertigen, für all die Rituale und Gesten. Wozu, du hast ja nicht mal Kinder?! Warum machst du dir so eine Arbeit?
 Blättert man in Jahreszeiten-/Jahreslaufbüchern entsteht sicher der Eindruck, dass sich deren Inhalt vordergründig an Familien mit Kindern im (Grundschul-)Alter richtet und damit auch dass Abläufe, Jahresläufe und Rituale überwiegend für eben solche Familien gedacht sind.

Die Bedeutung von Abläufen, Jahresläufen und Ritualen für Kinder will ich gar nicht in Frage stellen, aber ich bin auch der festen Überzeugung (und viele liebe Kommentare haben das im November auch bestätigt), dass jeder Mensch Abläufe, Jahresläufe und Rituale braucht. Das ist das ureigenste Bedürfnis des Menschen, egal, wie die Lebenssituation um ihn/sie herum aussieht.

Zwischen den Jahren habe ich ein bisschen überlegt, wie es hier am Blog weiter gehen soll, welche Themen ich 2015 beschreiben will, ob ich eine Reihe fortführen möchte, ob eine neue Serie entstehen soll. Dabei kam mir ein Thema immer wieder in den Sinn: Jahreszeiten, Jahresläufe, bewusst für sich und andere gestalten, unabhängig davon, wie die Lebenssituation gerade ist.

Mit ein bisschen (krankheitsbedingter) Verspätung will ich nun in diese Reihe starten, die mindestens 12 Teile haben soll. Als Aufhänger können religiöse Festzeiten dienen, die Natur vor meinem Fenster, eine Notiz auf dem Kalenderblatt. Ich hoffe, euch gefällt diese kleine Reihe und ich wünsche Euch auf diesem Wege noch einmal ein gutes Jahr 2015.








JahresZeit Januar: Wie eine neue, leere Seite
Manchmal habe ich das Gefühl, die Zeit zerinnt zwischen meinen Händen... Für das neue Jahr habe ich mir deshalb vorgenommen, bestimmte Sachen besser zu dokumentieren, aufzuzeichnen. Nicht für die Nachwelt, einfach nur für mich - und ich freue mich schon jetzt auf ein paar ruhige Stunden Ende Dezember, wenn ich diese Bücher durchblättern werde.
Manche werden - zurecht! - seufzen "Ja und mit diesen Ideen kommt sie erst jetzt am 19. Januar daher!", aber seht es als Inspiration und hej, 19 Tage kann man leicht noch nachtragen, 346 Tage liegen noch vor uns ;-)
Das kleine Notizbuch ganz oben ist mein Blognotizbuch, in dem ich Ideen sammle, organisiere und mir überlege, wann ich was schreiben könnte. An längeren Beiträgen sitze ich manchmal auch zwei Abende und ich versuche, dass es weder zu text- noch zu bildlastig wird, auch die Themen sollen sich abwechseln. Das will ein bisschen geplant sein.
Das zweite Buch von oben ist mein Jahresnotizbuch. So ein Notizbuch führe ich nun schon zum fünften Mal. Sie sind nicht besonders schön geführt bzw. entwickeln eine ganz eigene Ästhetik aus endlosen To-Do-Listen, Notizen, Einkaufslisten, Telefonnummern, usw. In dem Buch steht also alles, was ich sonst auf losen Zetteln aufschreiben würde. Es ist sehr (!) unterhaltsam, in diesen Büchern wieder zurück zu blättern, sie erzählen oft mehr als ein Tagebuch...
Trotzdem hatte ich dieses Jahr auch das Bedürfnis und den Wunsch nach einem Tagebuch. Bislang war ich an den verschiedenen Formen immer gescheitert, aber nun habe ich mein Format gefunden: Es ist ein vorgedrucktes 5-Jahres-Tagebuch. Für jeden Tag gibt es sechs Zeilen und Wetterkästchen zum Ausfüllen. Das passt perfekt, das ist genau das, was ich noch jeden Abend schaffe. Und spannend wird es dann nächstes Jahr, wenn man unter den alten Eintrag schreibt...
Schließlich noch mein selbstgebasteltes Fahrtenbuch. Eigentlich wollte ich schon letztes Jahr damit beginnen, als wir das Auto bekamen, aber da hat es irgendwie nicht sollen sein. Nun liegt es im Fach in der Beifahrertür und wartet auf spannende Abenteuer, die auch dieses Jahr sicher kommen werden :-) Das Fahrtenbuch hat deshalb auch einfach nur die Funktion, uns an lustige Reisen/Wegstrecken zu erinnern und nicht, den Benzinverbrauch zu optimieren.
Damit bin ich am Ende meines Neue, leere Seiten-Eintrags. Wem es zu viele Bücher mit zu vielen fordernden leeren Seiten waren, dem lege ich das Glücksmomente-Glas ans Herz. Bei Jademond gibt es dazu ein Tutorial.
 

Sonntag, 18. Januar 2015

Sonntagsfreude: Wieder auf dem Weg...

Mit vorsichtigen Schritten, aber ich bin wieder unterwegs :-)

Die schöne Tradition der Sonntagsfreude wird auch dieses Jahr auf dem Kreativberg weitergeführt!

Sonntag, 11. Januar 2015

Wegen Krankheit vorübergehend geschlossen

Es hat mich erwischt. Eigentlich ist es nicht komisch, schon seit den Weihnachtstagen habe ich ein Ebbe-und-Flut-Gefühl. Fluttage sind gute Tage, die geben bzw. zumindest nicht nehmen. Ebbetage nehmen Energie mit sich und hinterlassen nur nassen Sand. Die Ebbetage waren in den letzten Wochen gefühlt in der Überzahl, auch richtig total fit habe ich mich schon seit einer Woche nicht mehr gefühlt. Und jetzt das volle Programm!
Dabei bin ich mir selber im Weg. Denn es ärgert mich, dass ich (gefühlt zumindest) schon wieder krank bin, dass ich schon wieder nicht das leisten kann, was von mir erwartet wird ich von mir erwarte, dass schon wieder der Unterricht für Schüler entfallen muss, wo sie doch nur 1 Stunde/Woche haben.
Trotzdem ist es wohl ein Zeichen, dass es so grad nicht geht, dass ich gesund werden muss, dass 5 Unterrichtsstunden mit einer fiten Lehrerin wohl besser sind als 6 Unterrichtsstunden mit einem Zombie.
Nun bin ich also nicht nur krank, nun muss ich mich auch noch in Geduld üben! :-( Immer noch nicht meine Stärke ;-)
Die letzten Tage tobten auch hier Wetterumschwünge, so wie es in mir tobte, Hoch und Tief, Ebbe und Flut. Nun steht erstmal kälteres Wetter an und draußen fällt der Schnee. Wie gerne würde ich rausgehen und meine fieberwarme Stirn und meine aufkochenden Emotionen abkühlen. Der Schnee deckt erstmal einiges zu, dämpft die Geräusche von außen und macht die Nächte heller.
Nun lege ich mich auch wieder hin, schaue dem Schnee beim Fallen zu, versuche ruhig zu werden, geduldig zu sein, Kräfte zu sammeln und wieder gesund zu werden.
Und dann werde ich auch hier endlich wieder zurück sein - in gewohnter Manier :-)

Mittwoch, 7. Januar 2015

Nähen am Abend

... erquickend und labend... oder so
So könnte doch ein Sprichwort heißen, oder? ;-)
Ich hatte heute meinen ersten Arbeitstag nach den Ferien und kam gleich sehr einigermaßen frustriert nach Hause. Die strukturellen und organisatorischen Probleme, an denen der Muttersprachunterricht krankt, sind wie ein immer wiederkehrendes Geschwür und machen so viel kaputt. Morgen beginnt dann immerhin wieder der reguläre Unterricht :-)
Nachdem wir dann um halb neun endlich gegessen hatten und der Wasserkessel auf dem Ofen blubberte, merkte ich, wie sich ein ungutes Gefühl einschlich: Frustration, Kopfweh, Wehleidigkeit... Was soll ich denn tun? jammerte ich meinem armen Mann die Ohren voll. Mach doch was mit den Händen, ein kleines, anspruchsloses Projekt!
 Na, da musste er mich nicht lange bitten: Ich setzte mich zu ihm an den Küchentisch, wo er arbeitete und begann dieses kleine, anspruchslose Projekt zuzuschneiden. Sogar der sorgsam aufbewahrte Minirest von diesem Stoff konnte noch einer weiteren Bestimmung zugeführt werden. Drei Nähte an der Nähmaschine, den Rest konnte ich wieder von Hand am Küchentisch erledigen.
Mit jedem Stich wurde ich ruhiger und zufriedener. Etwas mit den Händen machen, das tut mir sehr gut. Mit dem Mann ein paar Worte wechseln, ein paar Takte summen, glücklich die Zwischenergebnissen präsentieren...
... und nach weniger als einer Stunde war mein Traumnadelkissen fertig! :-)
Die Anleitung kommt aus diesem Buch der schwedischen Stickerin Karin Holmberg.

Montag, 5. Januar 2015

Rückkehr

Nun sind wir schon ein paar Tage wieder zurück und langsam, langsam finde ich auch mein Gleichgewicht wieder. Nach nunmehr viereinhalb Jahren des Reisens ist es trotzdem immer wieder ein Schock, wenn ich aus der Freiheit und Luftigkeit meiner Heimat wieder in die Enge der Großstadt zurück muss. Die Importwaren und Weihnachtsgeschenke sind verräumt, die Wäsche gewaschen, der Koffer zurück im Keller.
Allerdings räume ich noch keine Weihnachtssachen weg. Wie in meiner Heimatregion darf bei uns die Weihnachtszeit bis Lichtmess gehen, zumal der schwedische Winter noch lange nicht vorbei ist! Zwar freuen wir uns schon über 6 Stunden und 15 Minuten (!) Sonnenzeit und lange blaue Stunden, aber die Lichter spielen noch immer eine wichtige Rolle!
Noch habe ich einen freien Tag, bevor der Alltagswahnsinn wieder beginnt. Auf den Wohnzimmertisch habe ich Bücher gestapelt, die ich noch durchblättern möchte. Viele Kochbücher, aber auch das Märchen der Schneekönigin und Schneegedichte. Wie sehne ich mich nach Schnee! Hoffentlich kommt er bald und macht die Nächte heller...
Langsam kehre ich also in den schwedischen Alltag zurück, versuche ein paar Änderungen einzuflechten und langsam kommen auch Ideen für den Blog. Jetzt gehe ich aber erstmal in die Küche und versuche langsam und achtsam ein gutes, gesundes Abendessen zu kochen!

Sonntag, 4. Januar 2015

Sonntagsfreude: Wurzeln

Als wir im Herbst bei meinen Schwiegereltern zu Besuch waren, habe ich im Wald nach einer Wurzel für die Krippe gesucht. Am Wendepunkt unserer kleinen Wanderung wurde ich schließlich fündig und jetzt bin ich sehr zufrieden mit meiner Entdeckung.
Über die Weihnachtstage bin ich zu meinen Wurzeln zurück gekehrt und ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Flecken Erde immer wieder besuchen kann und darf. Dort kann ich meine Wurzeln ohne Probleme wieder ein bisschen in die Erde stecken und Nährstoffe und anderes Lebenswichtige aufnehmen, so dass ich nun geerdet und gestärkt ins neue Jahr starten kann.
Wurzeln haben und Wurzeln finden - meine Sonntagsfreude!

Die schöne Tradition der Sonntagsfreude wird auch dieses Jahr auf dem Kreativberg weitergeführt!