Mittwoch, 28. Januar 2015

genäht: Eine Glückshose

Ein bisschen Glück könnten wir jetzt schon mal gebrauchen, um uns mit einem Ruck aus der Sackgasse rausbewegen zu können. Die richtige Fahrtrichtung einnehmen können, das wäre ja schon mal schön...
Entschuldigt bitte die ungebügelten Fotos! Tageslicht und Bügelzeit treten selten zusammen auf...
Jetzt war erstmal der Mann dran, einen Versuch zu unternehmen. Dafür wollte ich ihm viel Glück wünschen. Nachdem das Lieblingsjeansmodell nicht mehr erhältlich ist und die anderen Jeans schon eher mitgenommen aussehen, habe ich ihm eine Glückshose genäht. Dafür habe ich eine kaputte Lieblingsjeans aufgetrennt und die Einzelteile als Schnitt benutzt. Es hat hervorragend funktioniert, ich bin ein bisschen stolz auf meine Näharbeit und mein Mann hat sie wirklich an diesem wichtigen Termin getragen. Zudem hat sie das Potenzial zur neuen Lieblingshose, was mich freut!
Vielleicht hilft ja ausnahmsweise auch mal ein Glückspilz hier in Schweden...

Montag, 26. Januar 2015

Eskapismus und slow journalism

Zeitmagazin vom 30. Dezember 2014
Wenn ich von oder nach Deutschland fliege, versorge ich mich gerne am Flughafen noch einmal mit deutschen Zeitungen, namentlich Süddeutsche und Die Zeit. Dabei fand ich im Zeitmagazin von Ende Dezember ein sehr interessantes Dossier, das u.a. den Eskapismus ([Hang zur] Flucht vor der Wirklichkeit und den realen Anforderungen des Lebens in eine imaginäre Scheinwirklichkeit; Duden, Das Fremdwörterbuch) berührte. Seit ich diesen Artikel gelesen habe, geht mir so einiges durch den Kopf, das ich auch hier am Blog teilen möchte. Allerdings ist es eher eine lose Gedankensammlung als ein Text mit rotem Faden. Zum Nachdenken einfach...
Zum einen klingt dieser Artikel für mich schon ein bisschen nach Vorwurf. In einer demokratischen Gesellschaft werden ja generell politisches und gesellschaftlichen Engagement positiv bewertet, während unpolitisch sein negativ ist. Handarbeiten, Kochen und Gärtnern werden auf die unpolitische Seite gestellt und damit impliziert die Autorin, dass wer handarbeitet, zieht sich aus gesellschaftspolitischem Engagement zurück und ist damit ein schlechterer Mensch. Ich überzeichne hier ein bisschen, aber man kann den Artikel durchaus so lesen. Und: Warum immer handarbeiten??? Was ist mit denen, die stundenlang Computerspiele spielen?!
Damit sind wir auch schon bei einer Reihe von Fragen, um die sich die wunderbare Ella von Ringelmiez (einer meiner Lieblingsblogs!) annimmt: Können handarbeitende Menschen nicht auch politisch sein? Oh doch, können sie natürlich! Was ist der Wert von Handarbeiten in unserer Gesellschaft? Hier ist Ellas Antwort, der ich voll und ganz zustimmen! Ich stelle mir noch die Fragen: Was ist das denn für eine Gesellschaft, in der Stressabbau und Rückzug vielleicht überlebensnotwendig geworden sind? Und wie sieht für die Autorin (und diverse Forschungsinstitute) denn der politisch engagierte Mensch aus?
Ich für mich beantworte die Fragen so:
Zum einen bin ich es sehr leid, dass man sich rechtfertigen muss, wenn man handarbeitet*, kocht und gärtnert. Zum anderen scheinen gerade Journalistinnen oft ein recht einschichtiges Menschenbild zu haben, denn ich kenne viele Frauen, die sich sehr aktiv in die Gesellschaft einbringen und handarbeiten und kochen können.
Ich sehe auch viele meiner Aktivitäten als politisch an**: Was und wo ich einkaufe, egal ob Lebensmittel oder Kleidung. Wenn ich als Lehrerin arbeite, trage ich dazu bei, dass eine neue Generation demokratisch-mündiger Bürger heranwächst. Ich informiere mich täglich über das tagesaktuelle Geschehen in Schweden und in Deutschland.
Aber ich sehe es auch als mein gutes Recht an, dass ich mich zurück ziehe, ja genau, um Stressabbau zu betreiben. Das ist nämlich auch eine gesellschaftliche-politische Tendenz, dass weniger Menschen immer mehr arbeiten sollen. Ich arbeite beispielsweise 45 Stunden/Woche (laut Vertrag, praktisch sind es noch mehr) und es ist ein stressiger Job! Inklusion, Integration, fehlende Lehrmittel, lange Anfahrtswege, Verwaltungskram usw. fordern ihren Tribut. Da kann niemand von mir verlangen, dass ich mich dann auch noch in Gremien, Parteien oder anderen Gruppen engagiere.
Da ich mich selbst aber durchaus als politischen Menschen bezeichnen würde, bin ich auch sehr an den größeren Zusammenhängen interessiert, die ja inzwischen oftmals weltumspannend sind. Das muss ich aber nicht in dem Takt der Ereignisse tun. Und damit bekenne ich mich hier zu meiner Vorliebe für slow journalism - langsamen Journalismus. Ich würde jetzt nicht unbedingt Geld für ein exklusives britisches Magazin ausgeben, das 3 Monate alte Nachrichten aufbereitet - ich lese einfach alte Zeitungen. Gute Zeitungen, die mich tiefer gehend und umfassend informieren. Am Freitag habe ich mir die Zeit vom 15. Januar am Bahnhofskiosk geholt - da war in Deutschland schon eine neue Ausgabe erschienen. Nun lese ich mich durch diese Zeitung, zurückgezogen in unserem Wohnzimmer, zwischen Reihen an meinem Strickprojekt, mit selbstgebackenen Keksen und Bio-Tee...

*Gerade weil mehr Menschen handarbeiten, klingt bei manchen im Unterton mit: Aha, bist du auch einem Trend aufgesessen...
**Ich habe mal gelesen, aber ich weiß nicht mehr wo, dass je sozialdemokratischer/linker ein Mensch politisch eingestellt ist, desto mehr sieht man sein eigenes Handeln als politisches Tun, z.B. den Kauf einer fairtraide-Schokolade. Interessant, oder?

Samstag, 24. Januar 2015

Sonntagsfreude: Äpfel

... von daheim! Sie kamen diese Woche wieder wohlbehalten hier an und so haben wir nun fast den ganzen Winter mit Äpfeln, die nach Heimat und mehr schmecken, überbrücken können. Wenn der Postmann manchmal wüsste, was hier alles verschickt wird ;-) Die Extra-Vitamine tun jetzt besonders gut, sitzt mir die Grippe doch noch in den Knochen... Danke, Mama!
Noch eine Sonntagsfreude: Zum ersten Mal seit langem habe ich wieder einen konkreten Wunschtraum nachdem ich ja aus reinem Selbstschutz sehr vorsichtig geworden bin: Ein Apfelbäumchen mit aufgebeizten Ästen vom Apfelbaum daheim - das ist ja mal etwas, das ich im Hinterkopf und/oder im Blickfeld behalten kann!

Die schöne Tradition der Sonntagsfreude wird auch dieses Jahr auf dem Kreativberg weitergeführt!


Wegweiser - im Schnee


Freitag, 23. Januar 2015

Der kleine kulturelle Unterschied

Neulich fiel ich aus allen Wolken: Das Schwein (und der Fliegenpilz und der Kaminkehrer sind/) ist kein Glückssymbol in Schweden!!!
Weihnachtliche Marzipan- und Pfefferkuchenschweine vertreten lediglich den Weihnachtsschinken und Schwein ist ein Schimpfwort, aber sonst - nix! Naiv wie ich bin, dachte ich zumindest, dass es doch in Nord- und Zentraleuropa einen Konsens über Glückssymbole geben müsste. Mein Mann hat mich herzlich ausgelacht...
... und jetzt verstehe ich auch die Kicheranfälle meiner SchülerInnen. Wieder was gelernt und in Zukunft gibts nur noch Kleeblätter (und keine süßen Schweinchen mehr, oder gehäkelte Glückspilze... pfff, jeder wie er es verdient...) ;-)

Donnerstag, 22. Januar 2015

Die Sache mit dem Internet - und dem richtigen Leben

Im kleinen Haus am See konnte man vor kurzem diese nachdenklichen Zeilen lesen und ich kann dem nur zustimmen. Auch ich frage mich sehr oft, wer liest hier mit, wer liest was - und was sind mögliche Konsequenzen. Mit meinen privaten Angaben und Personenfotos bin ich ja sehr vorsichtig, was manche vielleicht schade finden.
Trotzdem ergeben sich manchmal nette Kontakte, die sich auch ins richtige Leben erstrecken: Einmal habe ich eine andere Bloggerin getroffen, einmal ergab sich ein Kaffeehausbesuch mit einer Leserin. Mit ein paar anderen ergab sich ein netter Brief- und e-mail-Wechsel. Das alles ist aber eher langsam gewachsen und private Daten habe ich erst herausgegeben, nachdem ich die Personen durch ihre Worte, Zeilen und eventuell auch deren eigene Blogs "besser kennengelernt" hatte.
Nun ergab sich in letzter Zeit aber noch eine weitere Kategorie von Anfragen, die mich zugegebenermaßen etwas überrumpelt hatten: Leserinnen, die mir Geschenke zusenden wollten. Das ist ja etwas Wunderschönes, eine Wertschätzung meines Engagements hier am Blog und eine nette Sympatiebezeugung.
Aber - und hier kommt leider das aber - ich kenne diese Personen überhaupt nicht, während diese schon einiges über mich (vom Blog her) wissen. Da kommt dann völlig unvermittelt die Anfrage: "Hallo Barbara, ich würde dir gerne dies und das schicken, magst du mir deine Adresse mitteilen? Herzlichen Dank für deinen Blog, liebe Grüße XY."
Anfangs habe ich diese e-mails beantwortet und gerne meine Adresse hergegeben. Und in den meisten Fällen waren es superliebe Postsendungen, die mich erreicht haben (zum Beispiel diese hier). Aber es gab leider auch Fälle, in denen ich nie eine Antwort geschweige denn Post bekam, und da grüble ich dann schon nach, was mit meiner privaten Adresse aus dem richtigen Leben passiert ist. Vielleicht hatte die Leserin ehrenwerte Absichten, kam dann aber einfach nicht dazu, den Brief auf den Weg zu bringen. Oder aber war es jemand, der Adressen abfischen möchte?
Da auch in Zukunft meine Abwägungen, wem ich meine Adresse geben würde, willkürlich und auf mein Bauchgefühl beruhend sein müssten, habe ich mich zu diesem Eintrag entschlossen, um Euch an meinen Gedanken teilhaben zu lassen. Ich möchte niemanden verletzen und auch niemandem die gute Absicht absprechen, aber - da es eben willkürlich wäre - möchte ich deshalb in Zukunft der Einfachheit und Gerechtigkeit halber keine Geschenke von Leserinnen mehr annehmen.
Es ist wirklich eine Zwickmühle, denn ich glaube wirklich, dass es liebe Leute gibt, die sich Gedanken machen und Freude verschicken wollen, aber ich traue dem Internet nicht über den Weg. Da ich in Zukunft weiter mit gutem Gefühl bloggen möchte, möchte ich mir auch sicher sein, dass meine Daten und meine Privatsphäre auch so geschützt sind, soweit es möglich ist.
 Ich hoffe, Ihr könnt meine Gedankengänge nachvollziehen und Ihr bleibt mir als LeserInnen gewogen. Auch könnt Ihr mir jederzeit e-mails schreiben, wenn Ihr die Kommentarfunktion nicht nutzen wollt, aber meine private Adresse gebe ich vorerst nicht mehr heraus - und hoffe auf Euer Verständnis.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Wegweiser

Wohin es geht, wissen wir im Moment nicht. Das Wetter auch nicht, auf zwei Tage Schnee folgen zwei Tage Tauwetter. Gerade schneit es wieder.

Aber manches ist sicher und gewiss: Es wird heller werden und es wird ein neuer Frühling kommen. Diese Wegweiser erzählen schon davon...