Mittwoch, 13. Mai 2015

Weiße Grüße - Zum letzten Mal (1)

Der Mann und ich haben uns eine (kurze!) Liste geschrieben mit Dingen, die wir nochmal bzw. überhaupt einmal in der Stockholmer Region noch machen möchten. Punkt 1 - ein Ausflug mit dem Fahrrad und Kunstgenuss - konnten wir am Samstag "abhaken" und dieser Abstecher tat sehr, sehr gut...

Montag, 11. Mai 2015

Rastlos

Im Moment erkenne ich mich selbst kaum wieder - wo ist die organisierte, strukturierte, effektive B. denn hin?!
Ich schussle von einer Ecke zur anderen, fang eines an, denke dann - oh nein, erst wäre das andere noch wichtiger -, mache mit etwas anderem weiter, bereite Sachen für ein drittes oder viertes Projekt vor...
... und schließlich sitze ich gelähmt auf dem Sofa, surfe ziellos im Internet herum und weiß gar nicht mehr, wo ich angreifen soll.
Mit ziemlicher Sicherheit wird es die nächsten Tage besser, wenn wir konkret mit der Deadline Sonntagmorgen die Wohnung ausgeräumt und 'gestylt' haben müssen. Trotzdem weiß ich nicht richtig, wie wir vorgehen sollen, brauchen wir ja auch einige Sachen, die parat, aber unsichtbar sein sollen. Puh...
Symptomatisch dafür ist auch meine Handarbeitssituation und ihr seht hier nur die Stricksektion. Eigentlich wollte ich die meisten Projekte vorm Umzug abschließen, denn - so meine Logik - erst einmal weggepackt, bleibt es dann noch länger liegen. Außerdem sind Nr 1 und Nr 2 als Abschiedsgeschenke gedacht, eine zeitnahe Fertigstellung wäre also wünschenswert (und es gibt eindeutig solche Zeitfenster - siehe zielloses Surfen im Internet...).
Die erfahrenen Umzieherinnen, die auf vielen Hochzeiten Tanzenden, die Vielbeschäftigten unter Euch - habt ihr einen oder mehrere Tipps für mich, den Umzug und das Handarbeitsdilemma?

Herzliche Grüße aus dem Chaos, Barbara :-)

Samstag, 9. Mai 2015

Sonntagsfreude: Fahrtwind, Freiheit und Birkengrün

Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine 
Sonntagsfreude sind :)
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Maria, die hier weitergeführt wird

Endlich sind die körperliche Kraft und Energie wieder da, um täglich in die Pedale zu treten. Das freut mich sehr, ist es doch ein Stück Freiheit im Alltag, sich von Fahrplänen frei machen zu können. Der Fahrtwind und die Sonne im Gesicht tragen außerdem zur Alltagsfreude bei, die Sonntagsfreude ist.
Und ich freue mich so sehr darüber, dass nun auch endlich die Birken wieder ausgetrieben haben. Ein schönes, freundliches Grün - auch eine Sonntagsfreude für mich!



Dienstag, 5. Mai 2015

Orange Grüße

Ihr Lieben,

ich bin völlig überwältigt, von Euren lieben Wünschen und Gratulationen zu unserem Haus. Tack! Auch herzlichen Dank der Nachfrage bezüglich des Gesundheitsstatus: Ja, es geht aufwärts, wir sind beide wieder auf den Beinen, der Mann schon fast ganz, bei mir zieht es sich. In den letzten Tagen wieder Migräne, Kreislauf, Magen, Darm - da will einiges verarbeitet werden. Aber ich arbeite und freue mich über die Struktur des Alltags. Wir essen viele Vitamine, aber manchmal muss es für mich auch eine Cola sein, um mich auf den Beinen zu halten.
Schon nächstes Wochenende (nach Christi Himmelfahrt) wird unsere Wohnung besichtigt und zum Verkauf freigegeben werden. Drückt uns die Daumen, dass uns das Bietsystem gewogen ist :-)

Das ist aber für mich im Moment gedanklich noch weiter weg, mich beschäftigt diese Woche sehr meine berufliche Zukunft. Ich schicke wöchentlich Bewerbungen ab, erkundige mich über Alternativen und habe für einen Abendkurs in Kinder- und Jugendliteratur an der Uni angesucht. Natürlich hat mein Mann eine gute Arbeit in Göteborg und wir haben unser Haus, aber ich glaube, ich würde eine Arbeitsstelle so sehr für mich brauchen, um in Göteborg Fuß fassen zu können. Abgesehen davon, dass es uns im Moment grad finanziell sehr gut tun würde (...), ist für mich hier die Arbeit in Schweden ein wichtiger Anküpfungspunkt, ein Ort der Integration und essentiell für mein Selbstbild und -gefühl im Heimland des Mannes.
In meine Gedankenblase "Arbeit" passt es da gerade sehr gut, dass ich nun erstmals DAS orange Kuvert erhalten habe. Im orangen Kuvert schickt die Pensionsbehörde jedes Jahr einen Rentenbescheid an alle arbeitenden Schweden raus, auch mit Informationen zu verschiedenen Anlegemöglichkeiten usw. Nachdem letztes Jahr nur der Mann ein Kuvert bekam, fühle ich mich mit meinem orangen Kuvert nun doch schon auch in der Mitte der schwedischen Gesellschaft angekommen ;-) ;-) ;-)

Wie Wane richtig gemutmaßt hat, wird der Blog in den nächsten Monaten eher sporadisch gefüllt werden. Zur Sonntagsfreude bin ich aber immer da und ich halte euch natürlich über alle wichtigen Ereignisse auf dem Laufenden.
Habt einen richtig schönen Vorsommer! Man liest sich :-)

Varma hälsningar, Barbara

Montag, 4. Mai 2015

Unser Haus

Ja, langsam verinnerlichen wir es: Wir haben ein Haus gekauft ersteigert, unser Haus, unser zu Hause, in das wir im Sommer einziehen werden.
Vor drei Wochen hatte ich es hier schon angedeutet: Endlich tat sich mal was auf dem Göteborger Immobilienmarkt. Wie auch in Stockholm läuft das Meiste über Kaufen und Verkaufen, der Mietmarkt ist zwar etwas größer als in der Hauptstadt, aber immer noch uninteressant, wenn man etwas größeres oder eher kurzfristig etwas sucht. Zudem haben wir auch schon länger vor, dass wir unsere Wohnsituation vergrößern, und wenn nicht jetzt, wann dann?! :-) Über den Beginn unserer Immobilien-Spekulanten-Karriere habe ich hier schon mal geschrieben...
Seit mein Mann die Zusage für seine Stelle hatte, haben wir geschaut. Erfolglos. Keine Häuser, unpassende Häuser, zu weit weg, zu teuer, wieder tagelang keine neuen Häuser in den Anzeigen. Dabei hatten wir immer im Hinterkopf: Wenn wir noch vor dem Arbeitsbeginn des Mannes umziehen wollen, müssen wir bis zum 1. Mai gekauft haben. Puh!
Am Sonntag vor zwei Wochen ergab es sich aber, dass wir gleich drei Häuser ansehen konnten. Also reisten wir mal wieder nach Göteborg und besichtigten drei Objekte. Bei Objekt 1 wären mir fast die Ohren abgefallen, so laut umtoste die Stadtautobahn dieses Wohngebiet. Objekt 2 stellte sich als gut getarnte Mogelpackung heraus, mit hohem Ausgangspreis und nicht viel dahinter. Aller guten Dinge sind 3. In Objekt 3 haben der Mann und ich uns sofort verliebt. Wir wussten, das ist unser Haus, das muss unser Haus werden.
Nun ist ja das bizarre an solchen öffentlichen Besichtigungsterminen, dass man sich etwa 45 Minuten mit ca. 20 anderen Interessenten durch das Haus bewegt und verzweifelt versucht, so viele Punkte von der imaginären Checkliste wie möglich zu kontrollieren. Bei diesem Haus stimmte aber irgendwie vor allem das Gefühl. Es wäre aber nicht so, dass uns das nicht auch bei Häusern in Stockholm so ergangen wäre.
Wie schon gesagt, ist es für meinen Geschmack wirklich ein bisschen absurd, dass man ein Objekt 45 Minuten lang anschauen kann, für das man dann mehrere Millionen Kronen bezahlen soll. Für jeden anderen Kauf hat man mehr Zeit, sei es Auto oder eine neue Kamera oder ähnliches. Denn in der gleichen Hochgeschwindigkeit beginnt dann auch die Versteigerung.
Wir hatten uns mit meinem Schwiegervater beratschlagt und stiegen dann in das Bietverfahren ein. Bis zum Abend des ersten Tages war der Preis bereits um eine halbe Million Kronen (fast 50 000 €) gestiegen. Am nächsten Morgen flogen wir um 7 Uhr nach München und als der Mann am Gepäckband das Handy wieder einschaltete, waren bereits weitere Gebote abgegeben worden. Wir begrüßten meine Eltern, hüpften ins Auto, mein Papa fuhr los auf die Autobahn - und wir begannen wieder zu bieten. Per SMS, mit 140 auf der Autobahn in Niederbayern, bietet man Millionen und aber Millionen Kronen für ein Haus in Göteborg. Zwei Bieter stiegen aus, ein neuer Bieter stieg ein. Das Handy vibrierte im 10-Minuten-Takt. Mir war schon ganz übel, die Stimmung im Auto wie vor einem Gewitter. Kurz vor der Ausfahrt gab mein Mann unser letztes Gebot ab, wir hatten unser absolutes Limit erreicht.
Dann vibrierte das Handy meines Mannes nicht mehr. Mist, kein Empfang im Bayerischen Wald?! Ich schwitzte, ich frohr, ich zitterte. Wir verschickten Probe-SMS und warteten. Drei Stunden, drei ewig lange Stunden. Dann rief der Makler an: "Herzlichen Glückwünsch, ihr habt die Versteigerung gewonnen!"
Wir lachten, weinten, hüpften, schauten uns besorgt in die Augen - und dann das ganze nochmal von vorne. Wir hatten ein Bietverfahren gewonnen. Wir waren an unser absolutes Limit gegangen - wird dieses Haus es dann wert sein?! Egal, die Freude überwog erstmal und ich hatte so vielleicht mein schönstes Geburtstagsgeschenk erhalten.
Dann musste es aber weiter flott gehen, der Makler mailte schon den Entwurf des Kaufvertrags, wir buchten von Bayern die Züge, flogen Samstagabend nach Stockholm und fuhren Sonntagmorgen nach Göteborg. Dort spazierten wir durch unser neues Wohnviertel, besichtigten das Haus noch einmal kurz mit einem Sachverständigen, trafen erstmals die Eigentümer/Verkäufer und unterschrieben den Kaufvertrag. Diese Woche tätigten wir noch die Anzahlung - drei, zwei, eins - unser Haus!!!
Tja, und nun haben wir wirklich ein Haus, unser Haus, ein bisschen unser Traum-Haus! Schon in zwei Monaten wird die Übergabe und der Umzug stattfinden. Bis dahin müssen wir unsere Stockholmer Wohnung aufräumen, stylen, verkaufen, ausräumen (und nebenbei noch das Schuljahr zu Ende bringen!). Der Sommer will gut durchgeplant, organisiert, vorbereitet werden. Wir beschäftigen uns mit wirklich wichtigen Dingen, wie der Sickerung, die noch dieses Jahr erneuert werden muss, aber auch mit schönen Dingen, wie der Tapeten- und Farbauswahl für verschiedene Räume. Ja, wir haben wirklich ein Haus.
Und wie nähert man sich einem Haus, das man nur etwa 2 Stunden gesehen hat, davon manche Räume nur 10 Minuten, manche Ecken des Grundstücks noch kürzer? Man malt es aus der Maklerbroschüre ab: Zählt die Treppenstufen, betrachtet die Fenster, studiert Dachrinnen und analysiert den Schornstein.
Schön ist es unser Haus, und ich bin froh, dass es nicht rot ist - das wäre ja vielleicht doch ein bisschen zu viel des Guten ;-)

Samstag, 2. Mai 2015

Sonntagsfreude: Hellblaue Grüße

Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine 
Sonntagsfreude sind :)
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Maria, die hier weitergeführt wird


Ein Strauß hellblauer Vergissmeinnicht aus dem elterlichen Garten erfreuen mich nun schon so lange auf dem Wohnzimmertisch. Ich mag diese feinen Blümchen, ein Gruß aus der Heimat.
Eine andere hellblaue Sonntagsfreude: In diesem hellblauen Haus werden wir ab Anfang Juli wohnen! Die Einzelheiten erzähle ich euch nächste Woche :-)

Freitag, 1. Mai 2015

Aprilblumen

Schwupps, ist der April schon wieder vorbei. Ein Monat - vier Wochen - vier Sträuße im Hause 60°Nord!
Die Blüten der Heidelbeeren sind fast nicht zu sehen -
- nahe betrachtet umso feiner und schöner, diese kleinen Glöckchen