Gestern Abend saß ich erschöpft auf der Treppe ins Obergeschoss.
Eine an sich schöne Holztreppe, bis vor kurzem aber wegen ihrer vermeintlichen Schmuddeligkeit aber kein Lieblingsplatz. Bis ich am Ende der Sommerferien die Muse hatte, sie noch mal ausführlich mit Bürste und Schmierseife zu behandeln. Wie sich heraus stellte, handelt es sich, wie so vieles im Haus, nur um hartnäckigen Schmutz der letzten 20 Jahre. Abschleifen ist völlig unnötig, noch zwei, drei Behandlungen mit der Bürste und die Treppe ist wie neu ;-) Und so sitze ich nun eben öfter abends auf der Treppe und genieße die Abendsonne oder schaue einfach gedankenverloren in den Garten.
Als ich nun eben gestern auf der Treppe saß, dem Hasen* beim Apfelessen zuschaute, gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Der anstrengende Schulbeginn, der mich mit ungewohnter Heftigkeit überrascht hatte
(jaja, auch wenn viele sagen, dass Lehrer viel zu lange frei haben, fühle ich mich nach dem letzten Schuljahr noch nicht wirklich wieder bereit...), hatte sich bereits festgesetzt und verlangte viele Gedankenrunden. Die lange To-Do-Liste fürs Wochenende, um mit Haus und Garten wieder hinterher zu kommen, ratterte gleich hinterher. Die Frustration, über zu wenig Kraft, Energie und Atemlöcher, legte sich wie ein schwerer Mantel über alles. Meine müden Augen blinzelten, schauten hinaus in den Garten, beobachteten die Bewegungen des Tieres, das Kauen, wie es erst von dem einen, dann von dem anderen Apfel probierte und schließlich in den Abend davon hoppelte.
Als ich von der Treppe aufstand, merkte ich, dass die Gedanken zu Ende waren, der Kopf hatte fertig gedacht und ich war ganz ruhig und fiel erschöpft-entspannt ins Bett. Erste Schulwoche geschafft, mit viel Potential für neue Routinen, Möglichkeiten und Chancen.
*In meiner Kindheit hießen alle hasenartige Tiere 'Hasen', deshalb behalte ich das bei, auch wenn es sich hierbei wohl um ein Kaninchen handelt. Experten dürfen sich gerne in den Kommentaren dazu äußern ;-)