Dienstag, 9. Oktober 2018

Genäht: Im Doppelpack

Wie ich schon erwähnt habe, habe ich ja noch einige Gutscheine abzuarbeiten, bevor sich das Jahr zu Ende neigt. So schnitt ich neulich gleich einen Stapel Kindershirts zu und konnte diese nun effektiv nähen. Da ich ziemlich sicher weiß, dass die zu beschenkenden 4-jährigen meinen Blog nicht lesen, kann ich die Shirts heute schon zeigen, bevor sie morgen zur Post gebracht werden.
Sämtliche Stoffe sind in Bio-Qualität und ich habe sie hier in Schweden gekauft. Da das mit Werbung auf Blogs ja inzwischen so kompliziert ist, bitte ich Euch, bei konkreten Fragen zu Bezugsquellen u.ä., mir einfach eine e-mail zu schreiben!
Doppelpack Variante 1: Für zwei Schwestern
Doppelpack Variante 2: Für die beiden Vierjährigen, die Großcousinen sind, und wovon die eine die große Schwester einer kleinen Schwester ist (siehe oben).
Doppelpack Variante 3: Für die eine Vierjährige, die auch mein Patenkind ist und in der Schweiz wohnt.

Und habt ihr den linken Stoff wiedererkannt?
Richtig! Doppelpack Variante 4: Für meine Nichte (Patenkind) habe ich den gleichen Stoff verwendet wie für das Shirt für meine Schwester. Dann können Tante A und die Nichte im Partnerlook gehen.

Und, könnt ihr jetzt die verwandschaftlichen Beziehungen aller Benähten rekonstruieren?! 😂

Alle Schnitte (außer für das Erwachsenenshirt) sind aus alten Kinder-Ottobre-Heften.

Montag, 8. Oktober 2018

Kleine Trollschule (Teil 1): Vorwort

Ich glaube, ich habe noch nie so oft wie diesen Sommer unter zahlreichen Bildern auf Instagram gelesen: "Hier sieht es aus, als würde gleich ein Elch oder ein Troll um die Ecke/aus dem Wald kommen." Oft waren diesen enthusiastischen Worte von Smålandurlauberinnen gepaart mit dem Hashtag Schwedenliebe (würden die gleichen Personen auch den Hashtag Deutschlandliebe benutzen?!) und verursachten so einiges Kopfschütteln bei mir. Es ist ja schön, wenn man sein Urlaubsland mag, v.a. wenn es ein so teueres wie Schweden ist, aber ich habe das Gefühl, dass es gerade in Bezug auf Trolle (und Elche) noch Wissenslücken gibt, die ich als Vollblutpädagogin, mit dem Bildungsauftrag stets im Blick, hier schließen möchte.
Zunächst etwas Statistik: Die Wahrscheinlichkeit, dass man in Südschweden auf einen Troll trifft ist um ein Vielfaches geringer, als dass man im Wald auf einen Wähler der rechten Schwedendemokraten trifft. Bei einer Wahlumfrage im Sommer konnte sich jeder 3. Mann im Småland vorstellen, seine Stimme den Schwedendemokraten zu geben (bei den Frauen deutlich weniger). In Schonen, wo auch viele Urlaub machen, wählten dann im September in manchen Kommunen sogar über 37% (bis zu knapp 39%) die rechtsextremen Schwedendemokraten. Das, liebe Leserinnen, sind die wahren Trolle unserer Zeit und die sind mit großer Vorsicht zu genießen!
Davon will man aber in der Regel als UrlauberIn nicht so viel wissen, denn Politik in der Freizeit ist allgemein etwas ärgerlich. Da habe ich wirklich Verständnis dafür. Deshalb wenden wir uns wieder den sagenhaften Trollen zu, die viele hier hinter jeder Ecke vermuten. Das heutige Trollbild ist maßgeblich von der Literatur und dem Tourismus geprägt. Als ich mit meinen Drittklässlern Natur- und Zauberwesen (HSU) behandelte, merkte ich, dass auch die nicht (mehr) so viel darüber wussten, aber umso faszinierter waren. Ich konnte antiquarisch zwei Bücher des schwedischen Volkskundlers Ebbe Schön erstehen, die wir gemeinsam durchlasen, wir hörten uns Radiosendungen und Hörspiele zu dem Thema an und sahen Filme.
Nun sind meine Drittklässler inzwischen in der sechsten Klasse und ich habe dem Thema nicht mehr so viel Bedeutung beigemessen, bis hier in letzter Zeit etwas merkwürdige Dinge geschahen. Das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten und so wird es nun ein paar Wochen lang hier auf dem Blog die kleine Trollschule geben, die euch hoffentlich nicht nur unterhält, sondern auch mit Wissenswertem für den nächsten Schwedenurlaub ausstattet.
P.s.: Habt am Besten immer eine metallene Schere griffbereit.

Sonntag, 7. Oktober 2018

HerbstHandarbeitsbingo: Erntedank

Leider ein streng geheimes Projekt, das da grad entsteht... Aber es ist toll mit schöner Wolle an einem sonnigen Erntedanksonntag zu stricken. Nebenbei habe ich die letzten Tomaten geerntet und Blumen ins Haus geholt. Trotz des trockenen Sommers so eine Fülle! Da kann man nur demütig staunen und dankbar sein...

Mittwoch, 3. Oktober 2018

HerbstHandarbeitsbingo: Noch mehr für meine Schwester

Ich muss ja zugeben, dass ich noch mehr auf der ToDo-Liste für meine Schwester hatte. Ich bin gerne großzügig und verschenke Gutscheine für Selbstgenähtes an meine Lieben und dann hapert es aber mit der Umsetzung (Zeit!)...
Manchmal gebe ich mir aber einen Ruck, finde ein Zeitfenster und nähe dann so, dass die Nähmaschine glüht. Besonders gut funktioniert das, wenn ich mir so "Projektpäckchen" herrichte, d.h. ich schneide alles zu, lege schon den passenden Faden und Zubehör sowie eventuell Anleitung bereit und muss mich dann nur mal an den Nähtisch setzen und das Paket/Kit nähen. Ich mache mir quasi meine eigenen Bastel-/Nähpackungen (gerne in Ziplockbeuteln, wegen Staub und so).
So entstanden zwei T-Shirts, für die ich den Schnitt von einem fertigen, gut passenden abgenommen habe.
Für die trendbewusste Erzieherin brauchte es auch noch etwas für die Herbstgarderobe und da suchte ich einen Waschbärstoff aus. Ich sage es euch jetzt schon, mein untrügliches Gespür für Tiertrends sagt mir, dass der Waschbär das neue Lama bzw. der neue Flamingo sein wird! (Und denkt bitte dann daran, wo ihr es zuerst gelesen habt! 😂)
Der Schnitt stammt aus einem alten Ottobre-Heft.

Und so kann ich wieder ein Kreuz beim Handarbeitsbindo machen: Ein Kleidungsstück für einen Erwachsenen nähen.
Damit habe ich alle Gutscheine für meine Schwester abgearbeitet. Jetzt habe ich nur noch 6 Kinderoberteile und 3 Schürzen sowie eine Winterausstattung für den Mann (sollte er schon im Herbst 2017 erhalten) in der Warteschleife. Zu Weihnachten werde ich dieses Jahr nur Bücher verschenken!!!

p.s.: Vergesst nicht - morgen (4. Oktober) ist der Tag der Zimtschnecke! Dazu habe ich hier und hier geschrieben - mit Rezepten!

Sonntag, 30. September 2018

HerbstHandarbeitsbingo: Ungewöhnliches Material

Der Begriff "ungewöhnliches Material" ist ja individuell interpretierbar. Für mich ist es ein Material, das ich sonst eher vermeide, ja ein Stoff, der mit regelrecht Unwohlsein beschert. Seit ich damals für meine Schwester eine Pelzweste genäht habe, habe ich mir geschworen, nie wieder etwas mit Pelzmaterial zu machen.
Ihr ahnt es schon, es war eben wieder meine Schwester, die mir im Juli voll Begeisterung von einer Lama-Handpuppe erzählte, die sie in einem Prager Kindergarten gesehen hatte und die sie doch unbedingt eigentlich auch fürs Berufspraktikum bräuchte. Lama-Handpuppen werden aber nicht serienmäßig hergestellt, wie wir herausfanden. Dann ließen wir das Thema ruhen, ich machte heimlich eine Schaffellimitatbestellung und der August kam ins Land und ging wieder.
Meine Schwester begann ihre Arbeit im Kindergarten und ich dachte, wenn ich ihr diese Handpuppe nicht bald nähe, dann kann ich sie ihr kaum noch zum Arbeitsstart schenken... Und dann war da dieses Bingofeld...
Letztes Wochenende, als das Wetter nicht so toll war, holte ich mir den Staubsauger an den Nähplatz und griff beherzt zur Schere. Bei einem großen deutschen Bastel-/Hobbyversand gibt es ein Lamaschnittmuster zum Herunterladen, allerdings nur für ein "normales" Plüschtier.
Der Staubsauger lief heiß... und auch mein Gehirn rauchte, bis ich die Lösung für das Handpuppen-Problem ausgetüftelt hatte. Ich nähte eine Art Strumpf in passendem Jersey.
Ich füllte den Lama-Körper nach und nach mit Füllwatte und testete immer wieder lose, ob und wie eine Hand noch Platz bekäme. Den Strumpf habe ich dann an der eigentlichen Wendeöffnung = Eingriff festgenäht.
Dann fehlten nur noch die Beine, ein Schwänzchen und die Schnauze/das Gesicht.
Schließlich nähte ich noch einen Sattel und einen Beutel, in dem die Handpuppe verstaut und transportiert werden kann. Das alles war dann aber kein Problem mehr, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich schon alles (!) auf- und abgesaugt und die Stoffreste in einem Zipplock-Beutel verstaut.

Voilá - das Drama-Lama: DIE Handpuppe für den multipädagogischen Einsatz in Kindergruppen. Die hochwertige Handpuppe wird mit Sattel und Beutel gelieftert. Preis: unbezahlbar






Dienstag, 25. September 2018

Apfelliebe: Zum Tag des Apfels

Der 25. September ist in Schweden der Tag des Apfels. Dazu gibt es in vielen Regionen tolle Ausstellungen, Verkostungen und Beratungsstellen öffnen ihre Türen. Eine kurze Recherche im Internet ergab, dass der Tag des Apfels überall zu anderen Terminen "gefeiert" wird, beispielsweise in der Schweiz  auch im September, in Österreich im November und der Tag des deutschen Apfels wird im Januar (!) begangen. Naja...
Ich wollte jedenfalls unser reiches Apfeljahr etwas würdigen und habe spontan diese Äpfelchen gehäkelt, die ich auf dem Blog des schwedischen Garnherstellers Jä*rbo entdeckte. Einfach einen Kreis gehäkelt, einen Stiel dran und zwei Kerne eingestickt.
Dann habe ich die Äpfelchen auf Etiketten aufgeklebt und werde diese für exklusive Apfelgeschenke verwenden.

Montag, 24. September 2018

HerbstHandarbeitsbingo: Einfach so

Ich habe mir vor ca. einem Jahr einen Beutel für Stricksachen unterwegs genäht. Mit hellem/weißgrundigem Stoff außen und dunklem Futter innen. Das war ja an sich nicht so schlau und schon seit einigen Wochen möchte ich den Beutel nur noch in die Wäsche geben, denn unzählige Straßenbahnfahrten und andere Abenteuer im Rucksack haben ihn schmuddelig werden lassen. Aber wohin mit dem Strickzeug?!
Natürlich könnte ich es so lange in einer Stofftasche aufbewahren, aber oft bohren sich da die Nadeln durch. Außerdem möchte man ich ja stilvoll in der Öffentlichkeit stricken. Schließlich zeigen viele Strickerinnen, v.a. die vom amerikanischen Kontinent, ihre schönen Projektbeutel im Internet her (Gentle Knitter podcast!) und so musste ich mich dann einfach so an die Nähmaschine setzen und einen Beutel nähen.
Dieses Mal wählte ich klugerweise den dunklen Stoff für außen und einen hellen als Futter für innen. Außerdem verzichtete ich auf einen Reißverschluss, in dem sich manchmal der Faden verhängt.
Und obwohl ich den Beutel einfach so, aus Lust und Laune heraus genäht habe, fand ich dann doch noch ein Kästchen auf dem Bingofeld, das ich ankreuzen konnte: Etwas Einfarbiges handarbeiten. Das gilt ja für die Außenseite und ich darf ja ohnehin nicht an der Verlosung teilnehmen... 😉