Dienstag, 2. November 2021

Bandabschlüsse

Wenn man ein Band mit einem Gatterkamm/Bandkamm webt, berechnet man die Länge der Kettfäden folgendermaßen: Gewünschte Länge des Bandes +  30-35 cm + 10% Schwund

Der Schwund ergibt sich daraus, dass die Länge der Kettfäden sich etwas verkürzt, wenn der Schussfaden eingewebt wird. Auf der Länge wird das Band von daher etwas kürzer, bei kurzen Bändern (z.B. Armband oder Halsband für ein Kuscheltier) ist das vernachlässigbar.

Die 30-35 cm, die man zugibt, benötigt man zum einen, um das Gewebe zum Weben einzuspannen und zu befestigen. Nach dem Weben benützt man die ca. 15 cm an jedem Ende um einen schönen und sicheren Abschluss anzubringen. Ein schön gewebtes Band wird erst durch den Abschluss eine "ganze Sache" und der Ausdruck des Gewebten kann noch einmal unterstrichen, oder auch verändert werden. 


Hier sind fünf Bänder aus meinem Kurs, wovon die linken beiden mit Brettchen gewebt sind. Die rechten drei sind mit einem Bandkamm gewebt. Bei dem dunkelroten Band ganz rechts habe ich den äußersten Kettfaden fest um die anderen Kettfäden gewickelt. Man hätte den umwickelten Teil noch länger gestalten können.

Ähnlich gestaltete ich den Abschluss des Wollbandes in der Mitte (grün - orange): Dabei wickelte ich aber die grünen Kettfäden von beiden Außenseiten kreuzweise umeinander. Nicht vergessen: Vorher den ersten Einschuss vernähen!

Schön geschnittene Fransen sind ein muss! Ich habe noch zwei farblich passende Knöpfe angenäht um Handschuhe anknöpfen zu können. Damit habt ihr auch schon einen Verwendungszweck: Ein Band für Handschuhe, das durch die Jackenärmel gezogen werden kann.


Dieses naturfarbene Leinenband habe ich mit je zwei geflochtenen Zöpfen beendet. Auf der einen Seite wurden sie nach kurzer Zeit zu einer Öse verknotet, die anderen sind ca. 15 cm lang, so dass man sie leicht durch die Öse fädeln und verknoten kann. Mit diesem Band kann man etwas zusammenhalten.



Dieses Band aus mercerisierter Bio-Baumwolle (Garn in Webqualität) habe ich zu einem Tütchen-geformten Abschluss genäht. Obwohl es ein bisschen dicker geworden ist, finde ich, dass der Abschluss recht ordentlich aussieht.


Schließlich komme ich zu einem meiner Lieblingsabschlüsse: Den Schussfaden vernähen, die Kettfäden ordentlich abschneiden. Dann kann man einen Überzug aus Stoff annähen. Dabei sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt.



Montag, 1. November 2021

Ein Band weben mit einem Gatterkamm aus Milchkarton

 Das einfache Band, das ich euch heute zeige, könnte man mit der einfachsten Methode weben, die ich gestern schon erwähnt habe: Längsgehende Fäden fixieren und einen Faden (z.B. mit einer Nadel) auf und ab dazwischen einziehen. Das ist aber ziemlich uneffektiv und so nimmt man einen Gatterkamm oder einen Bandkamm zur Hilfe. Der besteht aus einer Anzahl senkrechter Spalten und Löcher, die die Fäden so organisieren und halten, dass sich immer alle gleichzeitig nach oben bzw. unten bewegen und sich ein Fach für den Schuss öffnet. Diesen Kamm stelle ich mit einfachsten Mitteln aus einer Milchverpackung her.

Aus dem ausgespülten Milchkarton habe ich mir ein Rechteck von 6 x 8 cm zugeschnitten. Ihr könnt gerne mit der Breite experimentieren, höher ist aber nicht notwendig, da ist 6 cm ein guter Wert um ein gutes Fach für den Schuss und die nötige Stabilität zu erhalten.


Die Ecken habe ich abgerundet und einen Rahmen mit 1 cm vom Rand aufgezeichnet. Dann habe ich 1 cm breite Streifen senkrecht aufgezeichnet, 1,2 cm wäre vielleicht noch besser (also etwas breitere Streifen). 


Mit der Lochzange habe ich an jedem Endpunkt ein Loch ausgestanzt und dann mit einer Schere die Spalten ausgeschnitten.


Abschließend habe ich noch die Mitte des Kamms markiert und Löcher gestanzt. Nun ist er fertig zum Weben.

Als erstes zeichne ich mir eine Skizze, um mein Muster zu bestimmen: Ich habe 6 Schlitze und 5 Löcher. Damit es eine durchgängige Linie wird, müssen immer ein Schlitz und das Loch daneben mit dem gleichen Farbfaden bestückt sein. 


Ich habe mich für ein Band mit Längsstreifen entschieden und mir dann entsprechend 7 blaue und 4 rote Fäden zugeschnitten. Meine sind 90 cm lang. Das eine Ende habe ich verknotet.

 Anschließend habe ich die Kettfäden eingezogen und mich an meiner Skizze orientiert: Löcher - obere Reihe: blau - rot - blau - rot - blau; Schlitze - unterere Reihe: blau - rot - blau - blau - blau - rot - blau. Die Fäden mit den Fingern ordnen und am anderen Ende auch verknoten.

Im nächsten Schritt habe ich mir den Schussfaden auf etwas Milchkarton aufgewickelt und vier Streifen, ca. 1 cm breit, zurecht geschnitten. Außerdem brauche ich nun zwei Gefrierklemmen und einen Gürtel.

Das eine Ende habe ich nun am Ofengitter befestigt, aber auch eine Türklinke oder ähnliches funktioniert genau so gut.

Das andere Ende sitzt dann am Gürtel fest und ich setzte mich so, dass ich entspannt sitzen kann und eine gute, normale Spannung in der Kette entsteht.

Jetzt kann man auch schon fast losweben, aber zuerst legen wir noch die Streifen ein, um die Kettfäden und Fächer zu ordnen. Bei 11 Fäden vielleicht ein bisschen übertrieben 😎 aber ab 20 oder mehr ist das notwendig und sinnvoll.
Man zieht dafür zuerst den Kamm nach oben und legt einen Streifen ein, dann nach unten: Nun öffnet sich das zweite Fach, man legt den zweiten Streifen ein. Dann wiederholt man das noch einmal, bis alle 4 Streifen plaziert sind und die Kettfäden gut geordnet und gespannt aussehen. Diese 15 cm Kette, die dadurch "verschwinden" braucht man dann auch später, um das Band schön abschließen zu können.


Nun lege ich den ersten Schussfaden ein, ziehe ihn nur einmal um den äußersten Faden und führe ihn aber noch einmal im gleichen Fach zurück. Außerdem lasse ich ca. 10 cm überstehen.

Jetzt beginnt das eigentliche Weben und ich öffne die zwei Fächer abwechselnd durch Heben und Senken des Kammes. Den Schuss führe ich hin und her. Meine Finger benutze ich, um das Fach zu öffnen und den Faden dicht einzulegen. 
Mein Rhytmus ist jetzt folgender: Fach öffnen (Kamm heben oder senken, mit einer Hand), mit dem Finger der anderen Hand noch einmal den vorhergehenden Schuss anziehen/andrücken, neuen Schuss einlegen. Man schließt den Vorgang bzw. das Fach indem man das andere öffnet und die gleichen Abläufe wiederholt.

Morgen zeige ich Euch, wie man verschiedene Abschlüsse an ein fertiges Band machen kann.



Sonntag, 31. Oktober 2021

Weben - nichts leichter als das! :-)

 Auf manchen Blogs war in den Kommentaren zum Handarbeitsbingo zu lesen, dass das Feld "etwas weben" vielen Kopfzerbrechen bereitete. Die meisten denken beim Wort "weben" zuerst an große, komplizierte Webstühle oder an Schulwebrahmen mit Eigenleben und Sanduhrfigur. Dabei ist Weben die grundlegendste, älteste und eigentlich einfachste textile Technik, die wir haben. Im Wesentlichen könnte man eine Nadel mit Faden einfach nur immer durch andere Fäden auf- und abbewegen und dann hätte man schon "gewebt".


In meiner Weiterbildung haben wir uns zunächst mit dem Weben von Bändern beschäftigt und genau das möchte ich Euch auch hier in den kommenden Tagen nahe bringen. Und dabei braucht ihr weder einen Rahmen, Webstuhl oder sonst etwas. 

Für morgen braucht ihr lediglich

- einen ausgespülten Tetrapack

- Schere, Bleistift und Lineal

- eine Lochzange oder dickere Nadel

- zwei Gefrierklemmen/klammern

- einen Gürtel 

- einen Platz mit Türgriff und Stuhl

- Baumwoll- oder Leinengarnreste


Bevor wir aber loslegen, möchte ich euch noch kurz ein bisschen von meinem Kurs erzählen:

Der Ausgangspunkt war die Tatsache, dass das Bandweben in Schweden, ja in ganz Skandinavien, eine wichtige kulturhistorische Rolle spielt, auf die ich bei der jeweiligen Technik näher eingehen werde. Das Weben von Bändern geht relativ schnell und einfach und man braucht kaum Hilfsmittel, also ideal für den Schulbetrieb. 

Wir sind von zwei Techniken ausgegangen: Das Weben mit einem Webkamm/Gatterkamm und das Weben mit Brettchen. Zudem haben wir mit den drei Naturfastern Baumwolle, Leinen und Wolle gewebt. Die für mich schönste Aufgabe war mit dem Schuss zu experimentieren, ich habe mich für Roggenstrohhalme entschieden.


Ihr werdet jetzt rufen: Was, die hat ja doch ein Gerät benutzt!

Ja, habe ich :-) Ich war zu dem Zeitpunkt schon hochschwanger mit dem kleinen Q und es ging anatomisch und ergonomisch einfach nicht mehr mit Gürtel usw. Da habe ich mir einen kleinen Bandwebstuhl/rahmen zugelegt (und bereue es schon, nicht die größere Variante gewählt zu haben; naja, später mal...).

Hier seht ihr oben den Rahmen, in der Mitte einen breiten Gürtel, den ich mir genäht habe (ich werde dazu eine Anleitung schreiben), und unten zwei Formen der Befestigung im Gürtel: Einmal eine gekaufte Webhalterung und zum anderen einen Stock, den ich mir selbst gesägt und geschnitzt habe.


Brettchenweben mit Wollgarn

Weben mit einem Gatterkamm und Baumwollgarn



Ich hoffe, ich habe euch etwas neugierig gemacht und ich freue mich schon auf morgen!

Samstag, 30. Oktober 2021

Lichtblick!


Oje, fast 5 Wochen Bloggpause - unfreiwillig :-/  Uns hatte es richtig heftig erwischt. Sowohl das kleine A als auch das kleine Q waren richtig schlimm krank. Ich habe fast eine Woche mit Q im Sitzen geschlafen, weil das arme Würmchen sonst keine Luft bekam. Außerdem hat es jede zweite Mahlzeit erbrochen und die Waschmaschine lief heiß. Dem kleine A ging es auch sehr schlecht, aber mit zweieinhalb kann man manches doch schon besser auffangen und die Tage mit Hörspielen, Bilderbüchern und kurzen Abschnitten Pippi Langstrumpf-Filmen rumbringen. Und dann wurde mein Mann krank, auch sehr lange und hat knapp eine Lungenentzündung umschifft und schließlich hat es dann auch mich aus den Latschen gehoben. Aber! Toitoitoi - meine wöchentliche "Abreibung" mit meinen 6 Handarbeitsgruppen lohnt sich wohl, denn ich kam glimpflich davon. Ja, aber der Oktober war quasi gelaufen. Doch dann kamen meine Eltern um das Schiff wieder flott und winterfest zu machen (und natürlich um die Enkel zu treffen!), ich habe noch meine zweite Impfung bekommen (und war einen Tag recht matschig, gut dass Oma da war), der Mann hat wieder richtige Seminare an der Uni und jetzt sitze ich endlich abends mal wieder am PC :-)

Wie geht es jetzt weiter?

Ich habe jetzt eine Woche Herbstferien, in denen ich mich "nur" um die zwei Trolle, Haushalt und was eben sonst noch so anfällt, kümmern muss und ich dachte, dass ich da jetzt meine versprochene Web-Serie mache. Das wird für mich zudem die Vorbereitung für eine intere Weiterbildung für unsere Freizeitpädagogen, die an der Schule die Nachmittagsbetreuung der Schüler machen.


Ich muss gestehen, dass ich mir auch zugestanden habe, aus dem Bingo vorerst auszusteigen, zumal ich als Gastgeberin ja eh nicht teilnehmen/gewinnen kann und das hat mir einiges an Druck genommen. Druck, den ich (und nur ich!) mir selber manchmal mache und ich arbeite gerade daran, auch mal fünf gerade sein zu lassen. 

Es gab noch die Frage, was ein UFO ist: Ein unfinished object  oder auf deutsch einfach ein unfertiges Objekt.

Freitag, 24. September 2021

Wer bin ich eigentlich? oder Kleider machen Leute?!

 Ja, wer bin ich denn eigentlich jetzt, im Herbst 2021? Natürlich bin ich immer noch die Barbara, immer noch die Vollblutpädagogin, Heldin am Herd mit grünem Daumen im Heimatland des Liebsten... So ungefähr. Die Pägogin ist definitiv müder geworden und die Erweiterung meiner Zulassung um das Fach Textilarbeit hat nicht nur mit der Erfüllung eines Traumes zu tun, sondern auch damit, dass ich der Klassenleitung und der gesamtpädagogischen Verantwortung müde geworden bin. Damit habe ich jetzt die Möglichkeit mit halben Klassen und weniger Druck zu arbeiten.

Wenn ich mir die Frage stelle, wer ich denn jetzt eigentlich bin, dann bin ich vor allem eines, nämlich Mama. Etwas, mit dem ich gar nicht mehr gerechnet habe, und schon gar nicht mit doppeltem Glück, zweimal kurz hintereinander. Und das ist vor allem auch am Kleiderschrank bemerkbar. Meine drei Fächer sind gut vollgestopft, aber ich habe tatsächlich kaum etwas zum Anziehen. Bis zur ersten Schwangerschaft habe ich im Wesentlichen das gleiche getragen wie Anfang 20 auch, war schlank und fühlte mich noch jung. Dann kam die erste Schwangerschaft mit dem kleinen A und ich hatte immer im Hinterkopf, dass das wohl die einzige bleiben könnte, und habe mir kaum Schwangerschaftskleidung gekauft oder genäht. Als ich mir in der 25. Woche endlich doch bequeme Umstandsunterwäsche kaufte und den Unterschied merkte, kam ich mir ziemlich dumm vor, dass ich es nicht früher getan hatte, aber der Gedanke, dann mit einer Menge Umstandskleidung noch einmal einen Trauer-/Abschiedsprozess durchführen zu müssen, zog sich weiter durch. Genau so war es dann auch mit Kleidung im Wochenbett und während der frühen Stillzeit. Meine Güte, was hätte ich mir unbequeme Situation, Stress und Tränen ersparen können mit einer Investition in etwas praktischere und angemessene Kleidung.

Da habe ich dann glücklicherweise beim kleinen Q etwas nachgebessert und mich auch getraut, aber jetzt 7 Monate nach der Geburt ist meine Kleidungssituation wieder desolat. Dabei geht es in erster Linie überhaupt nicht um Mode oder Chic, sondern ausschließlich um Form und Funktion. Und die ist im Moment nicht gegeben. In meinem Schrank habe ich Kleidung in 4 Kategorien identifiziert:
- Kleidung, die gut 15 Jahre alt ist und a) nie wieder passen wird oder b) gut ausgenutzt wurde und abgenutzt/verschlissen ist
- Umstandskleidung, die jetzt natürlich nicht mehr passt oder total unmöglich aussieht (viel Umstandskleidung wird ja auch mit Stillfunktion versehen und das mag die ersten Monate nach der Geburt ok ausschauen, aber wenn man Langzeit stillt, will man sich ja nicht ewig in unförmige Sachen kleiden)
- Kleidung die noch passt, aber da sie ständig getragen wird, total abgenutzt und mit Flecken versehen ist
- Fehlinvestitionen (ca. drei bis sechs Sachen)

An den zwei Tagen, an denen ich zur Arbeit gehe, stresst mich das zusehends. Denn - wer mich privat/persönlich kennt, weiß, dass ich sehr schlicht und unkompliziert gekleidet bin - nicht einmal eine einfache, ordentliche und passende Grundgaderobe ist noch vorhanden. Und es gibt eine Schmerzgrenze für in was ich mich vor die SchülerInnen (und KollegInnen und evtl. Eltern) stellen mag. 



Deshalb habe ich die letzten Wochen viel gegrübelt, wer ich jetzt -  mit Ende 30 und einem Mama-Körper - eigentlich bin und wie ich mich gerne kleiden möchte. Was brauche ich in meinem Kleiderschrank, um passende, funktionelle und angemessene Kleidung zu haben? Kleidung, die auch meinen Ansprüchen an umweltfreundlich und nachhaltig gerecht wird...

Kaufen kommt für nur wenige Stücke in Frage, diese Einsicht habe ich inzwischen und ich muss mich in meinem Alter auch nicht mehr immer wieder frustrierenden Hoseneinkaufstouren aussetzen. Ich weiß, dass ich 8 cm von der Durchschnittslänge abweiche (also Hosen immer zu lang), dass ich zwischen Hüfte/Oberschenkel und Taille zwei Größen Unterschied und außerdem ein Hohlkreuz habe. Diese Stunden erfolglosen Shoppens kann ich genauso gut in die Anpassung des perfekten Schnittmusters investieren. Die Zeit für Kürzen und Ändern der Hose kann ich ins Nähen stecken. Und so weiter...

Also werde ich mit dem Ausräumen beginnen und die Kleidung weitergeben, wieder verwenden oder ins Sozialkaufhaus geben. Sobald sich ein Babysitter einfindet, werde ich Socken, Strumpfhosen und ein paar Herbstschuhe kaufen.


Und meine maßgeschneiderte Gaderobe werde ich mit einer Hose in Goldbraun beginnen. Da habe ich für meinen Kurs einen sehr schönen GOTS-Baumwoll-Canvas gekauft und da werde ich den Prototypen daraus nähen. Das zeige ich euch dann in einem anderen Eintrag! 


Ich hätte noch ein paar mehr Gedanken, aber meine "Freizeit" ist um ;)

Sonntag, 12. September 2021

Ich habe da mal eine Frage...

 ... Was würdet ihr denn gerne wissen oder worüber würdet ihr denn gerne lesen? Ich merke, dass ich etwas eingerostet bin bzw. meine Gedanke gerade recht von immer den gleichen Themen gefangen sind, so dass sich gar keine Schreibkreativität einstellen will. Lasst mir doch bitte einen Kommentar mit Fragen und oder Themenvorschlägen da. Und ihr wisst ja, gerne persönlich, aber nicht privat :-)



Samstag, 11. September 2021

Wenn immer was dazwischen kommt...

  • Bücher: Mama, nur noch einmal vorlesen... Wir haben zwar erst Anfang September, aber die Weihnachtsvorfreude ist schon enorm, seit das kleine A die Kiste mit den Weihnachtsbüchlein entdeckt hat und wir lesen täglich mehrere Weihnachtsbücher...

  • Küchenchaos und Brotkäfer: Ich hätte mir einen günstigeren Zeitpunkt vorstellen können, um meine Küche von oben bis unten auszuräumen, mit heißem Essigwasser auswischen und alle Vorräte neu zu ordnen (bzw. zu entsorgen). Aber hej, wenn nicht zwei Wochen nach Schulstart, wann dann... Und der (tröstliche) Kommentar meiner Schwiegermutter: Mach dir keinen Kopf, in Schweden haben wir eigentlich immer Brotkäfer, wegen dem Knäckebrot. Die machen da so kleine Löcher rein... ?!?! 😱

  • Schneller Einkauf beim Möbelschweden, um die Vorräte sicher und besser organisieren zu können, entpuppt sich als Halbtagsprojekt mit viel Stress. Wir kommen auf jeden Fall mit einem grünen Spielhäuschen/-zelt und dazugehörigem Krabbeltunnel heim.
  • Bestellungen: In unserem 90-jährigen Häuschen haben die "schlauen" Vorbesitzer alle Türen im Erdgeschoss ausgehängt und entsorgt, damit es luftiger wirkt. Wir haben schon vor vier Jahren viel Geld in eine doppelflügelige Tür zum Eingangsbereich investiert und damit Heizkosten gespart. Im Haus haben sich aber manche Türstöcke durch den 30jährigen Leerstand so verzogen, dass es allein mit einem Türkauf nicht getan ist. Zumindest das Arbeitszimmer* hätte ich gerne kinderfrei und so finde und bestelle ich endlich ein Türgitter zum Einspannen/klemmen, das auch zu dem komischen Türrahmenmaß passt. Außerdem muss ich ganz wichtig ein Schnitzset bestellen.
  • Müdigkeit: Ich bin so müde und so müde und soo müde
  • Familiennachmittage in der deutschen Kirche: Der Höhepunkt der Woche für mich und das kleine A. Außerdem gefällt es dem kleinen A dort viel besser als im Kindergarten. Die FSJlerin aus Deutschland, die hilft, die Nachmittage zu gestalten fragt das kleine A: Und, gehst du auch in den Kindergarten? Antwort: Nein, ich gehe in die deutsche Kirche!
  • Unnötige Gänge: Mit dem Fahrradhelm in der Hand marschiere ich in schweißtreibendem Tempo zur Fahrradwerkstatt, um mein Fahrrad abzuholen, aber die haben freitags immer zu. Gut, dass mir der Mechaniker am Montag noch versichert hat, dass es am Freitag sicher fertig ist. Fertig wahrscheinlich schon, aber abholen kann ich es nicht. Dann bin ich mit dem Helm unterm Arm wieder nach Hause getrabt.

Und dann aber, ganz plötzlich, schläft das kleine Q, der Mann und das kleine A sind unterwegs und ich kann mir eine Tasse Schwarztee machen und mein erstes Kreuzchen beim Bingo setzen, ein paar Reihen stricken und sogar ein Ufo beenden. 

Wenn ich dann auch noch die Küche wieder aufgeräumt haben werde, das Badezimmer saniert und organisiert habe, die fehlenden Sachen bestellt oder eingekauft habe, sowie dank des Gitters das Arbeitszimmer zurückerobert haben werde, dann denke ich - ganz optistisch - wird so ab Mitte Oktober das Bingo sich nur so von selbst ausfüllen! 😉