Montag, 13. Mai 2013

Ewig junger alter Schlingel...

Diesen Monat feiert eine schwedische Persönlichkeit einen runden Geburtstag:
Emil Michel aus Lönneberga wird 50 Jahre alt!
Im Mai 1963 begann Astrid Lindgren an ihrem ersten Emil-Buch zu schreiben und deshalb wird hier auch der runde Geburtstag des ewig jungen Lausbuben an vielen Orten im Mai gefeiert: Das Freilichtmuseum Skansen lädt am 25. Mai zum Emil-Tag ein und die Kinder dürfen dort auf Stelzen gehen oder versuchen ihr eigenes Holzmännchen zu schnitzen.
In der Astrid Lindgren-Welt wird sogar ein ganz neues Katthult eröffnet, ein neuer Parkteil, der zu Spielen und Erlebnissen wie bei Emil einladen soll.
Ja, werden sich nun einige wundern - warum schreibt die denn immer Emil wenn er doch Michel heißt?! Die Antwort ist relativ einfach: Emil heißt in Schweden Emil, aber als das Buch in Deutschland herauskommen sollte, gab es schon den berühmten Emil und die Detektive von Erich Kästner. Damit es beim Bücherkauf und der Vermarktung zu keinen Verwechslungen kommt, wurde der schwedische Emil einfach in Michel um getauft.
Hier habe ich noch ein paar Links für Euch:
In der Zeit gab es schon im März einen sehr intressanten Artikel über ewig junge alte Kinderbuch-Helden und hier könnt ihr euch die Titelmelodie auf schwedisch anhören.

Weil ich (selbst Lehrerin) weiß, dass Michel der Held in vielen Grundschulklassen ist, möchte ich einer Klasse ein 'Emil-Päckchen' schicken - bestehend aus einem kleinen Info-Text, einer 'Glückwunsch'-Postkarte und den schwedischen rot-weißen Bonbons. Wer Interesse hat soll sich bitte noch diese Woche per e-mail melden und dann kommt das Päckchen aus Schweden bis Ende Mai bei Euch an (in Bayern vermutlich erst nach den Pfingstferien).

Samstag, 11. Mai 2013

Statt Sonntagsfreude - Wandertagebuch

Eigentlich sollte hier wieder eine Sonntagsfreude kommen, aber ich habe mich entschlossen, mit den Sonntagsfreude erstmal zu pausieren. Es ist mir in den letzten Wochen aufgefallen, dass es mir zunehmend schwerer fiel, eine passende, authentische Sonntagsfreude zu finden. Oft habe ich auf Naturerlebnisse zurückgegriffen, aber es hat sich lau oder schal angefühlt. Da wurde mir bewusst, dass ich im Moment keine rechte Sonntagsfreude spüren kann oder vielleicht auch nicht will.
Bisher habe ich ja im Wandertagebuch viel über meinen Weg 'nach/in Schweden' geschrieben, wie der Integrationsprozess verläuft, was die Bürokratie so macht oder wie mein Weg ins Arbeitsleben geht. Aber das ist natürlich nicht mein bzw. unser ganzes Leben. Vor allem sind wir auch beschäftigt, unser Leben als (Ehe-)Paar in der neuen alten Heimat des Mannes zu gestalten. Uns ein Leben einzurichten, das unseren Vorstellungen entspricht, das uns erfüllt und (hoffentlich ein Leben lang) zufrieden macht.
Dieser Weg in 'unser' Leben gestaltet sich aber viel schwieriger als erwartet. Es liegt ein Schatten darüber, der immer dunkler wird und der uns zunehmend bedrückt. Natürlich haben wir fröhliche Augenblicke, Situationen, in denen wir gemeinsam von Herzen lachen, oder Momente, die wir genießen. Aber es liegt etwas Dunkles darüber, dessen Ausgang wir (noch) nicht kennen. Und das macht es uns schwer, echte Freude zu verspüren.
Ich bitte Euch von Herzen, nicht darüber zu spekulieren und diejenigen, die es wissen/ahnen, von Andeutungen in den Kommentaren abzusehen. Es ist sehr privat und ich will es hier nicht benennen. Außerdem ist es nicht nur eine spezifische Sache, sondern leider gleich mehrere, die zusammen kommen (wie es im Leben manchmal so ist...). Ich werde aber weiterhin gerne hier schreiben und kreativ sein. Und während der Mann nun zu seiner vorerst letzten Dienstreise (für diesen Sommer) aufbricht, werde ich Besuch bekommen und kann auch von spannenden Ausflügen berichten, sowie vom nahen Ende des Semesters.
Ich hatte einfach nur das Bedürfnis, irgendwie zu begründen, warum ich an den - mir sonst so lieb gewonnenen - Sonntagsfreuden von Maria nicht mehr teilnehmen mag, aber ich will nicht, dass ihr mich jetzt bedauert oder so und ich hoffe auch, dass ich/wir bald wieder eine Sonntagsfreude verspüren kann. Habt einen schönen Sonntag! Barbara

Donnerstag, 9. Mai 2013

Wie geht es weiter mit der Gute-Laune-Jacke?

Jaja, mein Ewigkeits-Projekt - es scheint doch schrittweise voranzugehen, sogar ein Ende scheint in Sicht. Hier und hier und da und auch damals habe ich schon über die (langsamen) Fortschritte berichtet. Bekanntermaßen stricke ich ja recht viel, wenn ich an Hausarbeiten schreibe und schwierige Fachliteratur lesen muss. Eine Hausarbeit habe ich am 29. April eingereicht und erfreulicherweise war bis dahin der erste Ärmel schon recht schön gewachsen. Doch dann stockte es: Keine aktuelle Hausarbeit - keine Strickpausen...
Heute am Feiertag, der auch im unchristlichen Schweden noch ein Feiertag ist, hatte ich vier Stunden Zeit, die ich auf einem Linienschiff hinaus in den Schärengarten verbrachte. Strickzeit!
Und es war ausreichend Strickzeit um den ersten Ärmel, meinem Schnittmuster entsprechend, zu vollenden. Auch wenn es auf den Fotos nicht so aussieht, weil sich der Rand einrollt (sollte nach einem Entspannungsbad besser werden), passt der Ärmel genau.
Um mir das Stricken des zweiten Ärmels zu erleichtern, habe ich dann bei jeder Zunahme einen roten Faden eingezogen. Schließlich war auch noch Zeit, den zweiten Ärmel anzuschlagen, bevor das Schiff anlegte. Und am 17. Mai ist wieder eine Hausarbeit fällig, diesmal über das Benoten und Bewerten von Schülerarbeiten...

Mittwoch, 8. Mai 2013

Nässel-Omlett-Lachs-Rolle

Ich habe Euch ja versprochen, dass ich noch zeigen will, was ich mit dem Nässel-Pesto u.a. gemacht habe.
 Für ein Picknick habe ich zwei dünne Omlett aus zwei Eiern mit etwas Milch gebacken. Dabei habe ich vorher in den Teig 3 EL Nässel-Pesto eingerührt, sowie eine Hand voll geriebenen Västerbotten-Käse. Das Ganze habe ich dann mit einer Schicht Schnittlauch-Frischkäse und Räucherlachs auf Tunnbröd (dünnes, weiches, etwas süßliches aber extrem haltbares Brot aus dem Norden) ausgelegt. Das ganze habe ich dann zu einer Rolle aufgerollt und in ca. 5 cm breite Streifen geschnitten. Bei uns gab es dazu 'Primörsallad', d.h. Salat mit dem frischen, neuen Gemüse der Saison.
Mir ist es gelungen, fast das ganze Picknick in Glas, Porzellan und Blech zu verpacken - nur eine Plastikdose kam mit. Bei der Herstellung der Omlett-Lachs-Rollen bin ich aber wieder in alte Gewohnheiten verfallen und habe Frischhaltefolie benutzt - die Rolle ist noch da und ich habe unreflektiert danach gegriffen. Aber sind wohl die kleinen Schritte, die zählen, bis man seine Gewohnheiten ändert...

Dienstag, 7. Mai 2013

TisdagsTutorial: Restl-Topflappen

Man hat ja immer kleinere Stoffreste übrig, ein altes Handtuch findet sich meistens auch und neue Topflappen verleihen jeder Küche frischen Wind :)
Man braucht dafür Stoffreste, ein altes Handtuch, Schrägband/Schrägbandmacher und Nähzubehör (Schere, Stecknadeln, Nähseide, Maßband/Lineal, Stift/Schneiderkreide).
Für den ersten Topflappen habe ich sechs Streifen je 8x22 cm zugeschnitten. Für den zweiten Topflappen habe ich 8 Quadrate 12x12 cm zugeschnitten. Dabei sind der Phantasie in Farb- und Formwahl keine Grenzen gesetzt!
Für die Streifenvariante habe ich zunächst zwei Streifen rechts auf rechts aufeinandergesteppt. Außerdem habe ich die Naht versäubert, denn bei mir werden Topflappen öfters bei 60° gewaschen und müssen somit einiges aushalten...
Nach dem Auseinanderbügeln den dritten Streifen rechts auf rechts aufstecken, absteppen und versäubern sowie dann auseinanderbügeln. Mit den restlichen drei Streifen auf gleiche Weise noch einmal ein Quadrat nähen.
Bei den Quadraten habe ich immer jeweils zwei rechts auf rechts zusammengenäht und versäubert. Nach dem Auseinanderbügeln habe ich dann immer jeweils zwei der neuentstandenen Rechtecke rechts auf rechts zusammen genäht. Insgesamt hat man nun vier "Oberteile".
Außerdem braucht man noch zwei Stücke Schrägband, die man seitlich absteppt, etwa 15 cm lang.
Aus dem alten Handtuch habe ich zwei Quadrate 22x22 cm zugeschnitten.
So ein Handtuchquadrat habe ich auf die linke Seite eines Oberteils gesteckt und habe sie zusammen versäubert. Das andere Oberteil habe ich einzeln versäubert.
Nun ist alles zum Zusammenstecken vorbereitet: Je ein Handtuch-Stoff-'Sandwich', ein einzelnes Oberteil und ein Schrägband.
Zu unterst kommt das Handtuch-Stoff-Sandwich mit dem Handtuch nach unten. An einer Ecke steckt man nun den Aufhänger (halb gefaltetes Schrägband) fest. Darauf kommt mit der rechten Seite nach unten (also rechts auf rechts) das zweite Oberteil. Alles feststecken.
Dabei ist es sehr wichtig, dass man an einer Seite eine etwa 8 cm lange Öffnung lässt, denn diese braucht man dann für das Wenden. Abgesehen von dieser Öffnung nun einmal am Rand entlang absteppen. Alle Nadeln entfernen und den Topflappen wenden. Ausbügeln und dabei die Öffnung so umbügeln, dass die Nahtzugaben wie bei den anderen Nähten nach innen gefaltet sind.
Den Rand/die Kante einmal knapp absteppen.
Bitte beachtet, dass alle Anleitungen - soweit nicht anders angegeben - mein geistiges Eigentum sind. Alle Anleitungen sind ausschließlich für den privaten und nicht kommerziellen Gebrauch bestimmt; auch Gegenstände, die nach den Anleitungen gefertigt werden, dürfen nicht verkauft werden.

Montag, 6. Mai 2013

Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln gehn...

... ja, so wie in diesem schönen alten Lied, ging es mir gestern auch. Ich bin ja so weit entfernt vom Meer aufgewachsen, wie es in Europa nur irgendwie möglich ist (Maximalabstand zu Ostsee und Adria, vom Bayerischen Meer mal abgesehen). Neben um die Mittsommerstange tanzen und Blutpudding essen, gehört Segeln aber auch zu den Sachen, die noch auf meiner "Integrationsliste" stehen ;)
Da mein Schwager ein Segelboot hat (nichts Luxuriöses, ein gebrauchtes Boot aus den 70er Jahren), das nun gestern nach dem langen Winter wieder fahrtüchtig gemacht wurde - und mein Mann ihm dabei half, gab es gestern nicht nur die erste Segelpartie des Jahres, sondern für mich auch die erste Segelpartie meines Lebens!
Ich muss zugeben, dass ich mich schon ein bisserl gefürchtet habe - das Meer ist mir doch als 'Element' sehr fremd und nichts ist irgendwie gewohnt. Vorallem die großen Finnland-Fähren, mit denen wir uns das Wasser teilen mussten, waren sehr respekteinflößend - von den Wellen hinterher ganz zu schweigen. Und auch die Seitenlage beim Kreuzen war eher, ähm, gewöhnungsbedürftig.
Die drei Herren, mit denen ich unterwegs war, haben sich aber alle Mühe gegeben, dass es für mich eine angenehme Segelpremiere wurde - und das ist ihnen gelungen! Ich freue mich noch heute über all die schönen Augenblicke und dem Gefühl, vom Wind (an-)getrieben zu werden. Und ich hoffe, dass ich mal wieder mit raus darf :)

Sonntag, 5. Mai 2013

Sonntagsfreude: Noch mehr Frühlingsboten

Wer Selma Lagerlöfs Nils Holgersson kennt, der weiß: Wenn die Gänse kommen, wird es Frühling im Hohen Norden.
Ich freue mich jetzt jeden Tag wenn ich das Schreien der Gänse höre, ich schaue dann immer gleich zum Himmel und verfolge die V-förmigen Formationen mit den Augen, bis sie aus meinem Blickfeld verschwinden. Auch wenn die Temperaturen immer noch eine andere Sprache sprechen, die Blümchen, Brennesseltriebe und die Gänse rufen uns zu: Es wird Frühling und bald wird es warm!
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Frau Kreativberg. Hier gibt es noch mehr Sonntagsfreuden.