Freitag, 4. September 2015
Alltagsfreude: Kursbeginn
Montag, 31. August 2015
Hier so
Im Moment fühle ich mich ziemlich sprachlos. Sprachlos angesichts dessen, was da Europa gerade passiert.
Sprachlos auch, weil ich mich selber gerade aus dem Rahmen gefallen fühle.
Seit zwei Wochen versuchen wir hier einen neuen Alltag zu finden. Mir fällt das ziemlich schwer. Ich habe ausreichend zu tun, von morgens bis abends bin ich auf den Beinen, räume immer noch auf, organisiere mit Handwerkern, versuche mich um meine eigene berufliche Zukunft zu kümmern, versuche hier anzukommen.
Der "Umzugsflow" ist aber vorbei, das tägliche maßlose Werkeln, Funktionieren, Koordinieren ist plötzlich zu Ende - und so fühle ich mich eben plötzlich aus dem Rahmen gefallen.
Den Rahmen Sprachlehrerin-Stockholm-Nach-Haus-und-Garten-Streben, gibt es nicht mehr. Einen neuen habe ich noch nicht gefunden. Dabei bin ich umgeben von Menschen, die ihren Rahmen, ihren Platz, ihre Lebensaufgabe schon gefunden haben. Das das macht es mir noch mehr deutlich, wie rahmenlos ich im Moment bin.
Gleichzeitig habe ich auch Angst vor Erwartungen und Reaktionen in meinem Umfeld. Denn jetzt müsste ich einfach super glücklich und zufrieden sein: Haus, Garten, näher an Deutschland - jetzt hast du doch alles, was du wolltest... Ja, das habe ich auch, ich bin zufrieden und vor allem bin ich ganz bewusst dankbar, wie gut wir es haben. Ich bin dankbar für unser gemütliches Haus, das uns ein Dach über dem Kopf bietet (auch wenn wir schon das erste Mal Wasser im Keller hatten... Sickerung - nächstes Jahr!) und Heimat werden kann. Aber, meinen Wurzeln fällt das Anwachsen in der neuen Erde schwer. Vielleicht weil sie ein bisschen steinig ist, weil sie mit Lehmbrocken durchsetzt ist, es ist keine leichte Erde.
Es beklemmen mich auch die neuen Erwartungen, selbst von guten Freunden und Bekannten, die es sich nicht verkneifen können, ihr "Aber vielleicht klappt es ja jetzt mit dem Nachwuchs!" oder "Jetzt wäre es doch aber ideal für Nachwuchs" uns entgegen zu schmettern.
Manchmal, wenn ich alleine durchs Haus gehe, einen Wäschekorb voll frischer Wäsche, an der Sonne getrocknet, in der eigenen Waschmaschine gewaschen, dann überkommen mich so Gedanken ... ob wir immer alleine, nur zu zweit, hier wohnen werden?
Geduld, Geduld!
Geduld ist nicht meine Stärke, der Garten lehrt es mich jetzt, auch das alte Haus erteilt mir seine Lektionen. Wir sind gerade mal zwei Monate hier, so vieles ist schon geschafft, das andere wird sich zeigen. Schritt für Schritt weiter gehen, alles muss nicht von heute auf morgen sein.
Dabei brauche ich jede Minute für mich, im richtigen Leben. Tagsüber, um mein Tagespensum zu bewältigen, was gemacht werden muss, gemacht werden soll, gemacht werden will. Abends, um zur Ruhe zu kommen, das Haus zu spüren, mich einzuwohnen.
Es ist ruhiger hier am Blog, ich bitte Euch um eure Geduld. Ich fotografiere viel, auch so manches nur für den Blog. Irgendwann werden auch die Wörter wieder fließen wollen, dann kommt eine Eintragsflut, vielleicht.
Vielleicht kommen auch einige Einträge nur mit Bildern, die euch von mir hier erzählen.
Ich weiß es noch nicht.
Geduld, Geduld!
Sprachlos auch, weil ich mich selber gerade aus dem Rahmen gefallen fühle.
Seit zwei Wochen versuchen wir hier einen neuen Alltag zu finden. Mir fällt das ziemlich schwer. Ich habe ausreichend zu tun, von morgens bis abends bin ich auf den Beinen, räume immer noch auf, organisiere mit Handwerkern, versuche mich um meine eigene berufliche Zukunft zu kümmern, versuche hier anzukommen.
Der "Umzugsflow" ist aber vorbei, das tägliche maßlose Werkeln, Funktionieren, Koordinieren ist plötzlich zu Ende - und so fühle ich mich eben plötzlich aus dem Rahmen gefallen.
Den Rahmen Sprachlehrerin-Stockholm-Nach-Haus-und-Garten-Streben, gibt es nicht mehr. Einen neuen habe ich noch nicht gefunden. Dabei bin ich umgeben von Menschen, die ihren Rahmen, ihren Platz, ihre Lebensaufgabe schon gefunden haben. Das das macht es mir noch mehr deutlich, wie rahmenlos ich im Moment bin.
Gleichzeitig habe ich auch Angst vor Erwartungen und Reaktionen in meinem Umfeld. Denn jetzt müsste ich einfach super glücklich und zufrieden sein: Haus, Garten, näher an Deutschland - jetzt hast du doch alles, was du wolltest... Ja, das habe ich auch, ich bin zufrieden und vor allem bin ich ganz bewusst dankbar, wie gut wir es haben. Ich bin dankbar für unser gemütliches Haus, das uns ein Dach über dem Kopf bietet (auch wenn wir schon das erste Mal Wasser im Keller hatten... Sickerung - nächstes Jahr!) und Heimat werden kann. Aber, meinen Wurzeln fällt das Anwachsen in der neuen Erde schwer. Vielleicht weil sie ein bisschen steinig ist, weil sie mit Lehmbrocken durchsetzt ist, es ist keine leichte Erde.
Es beklemmen mich auch die neuen Erwartungen, selbst von guten Freunden und Bekannten, die es sich nicht verkneifen können, ihr "Aber vielleicht klappt es ja jetzt mit dem Nachwuchs!" oder "Jetzt wäre es doch aber ideal für Nachwuchs" uns entgegen zu schmettern.
Manchmal, wenn ich alleine durchs Haus gehe, einen Wäschekorb voll frischer Wäsche, an der Sonne getrocknet, in der eigenen Waschmaschine gewaschen, dann überkommen mich so Gedanken ... ob wir immer alleine, nur zu zweit, hier wohnen werden?
| Der erste Regenbogen am neuen Ort |
Geduld ist nicht meine Stärke, der Garten lehrt es mich jetzt, auch das alte Haus erteilt mir seine Lektionen. Wir sind gerade mal zwei Monate hier, so vieles ist schon geschafft, das andere wird sich zeigen. Schritt für Schritt weiter gehen, alles muss nicht von heute auf morgen sein.
Dabei brauche ich jede Minute für mich, im richtigen Leben. Tagsüber, um mein Tagespensum zu bewältigen, was gemacht werden muss, gemacht werden soll, gemacht werden will. Abends, um zur Ruhe zu kommen, das Haus zu spüren, mich einzuwohnen.
Es ist ruhiger hier am Blog, ich bitte Euch um eure Geduld. Ich fotografiere viel, auch so manches nur für den Blog. Irgendwann werden auch die Wörter wieder fließen wollen, dann kommt eine Eintragsflut, vielleicht.
Vielleicht kommen auch einige Einträge nur mit Bildern, die euch von mir hier erzählen.
Ich weiß es noch nicht.
Geduld, Geduld!
Sonntag, 30. August 2015
Sonntagsfreude: Brief und Brot
Am Sonntag
einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die
ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung
schlicht und einfach eine
Sonntagsfreude sind :)
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Maria, die hier weitergeführt wird
Ein lieber Brief einer Brieffreundin, ein Verwandter meines Mannes, der uns Brot vorbei bringt - Begegnungen zur richtigen Zeit, kleine Gesten, große Freude. Sonntagsfreude.
Sonntag, 23. August 2015
Sonntagsfreude: Wasser
Am Sonntag
einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die
ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung
schlicht und einfach eine
Sonntagsfreude sind :)
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Maria, die hier weitergeführt wird
Gestern Morgen weckte mich mein Mann mit den Worten: "Es kommt kein Tropfen Wasser mehr aus den Leitungen!" Ungläubig blinzelnd wachte ich langsam auf und realisierte langsam, was das bedeutete: Kein morgendlicher Tee! Wie Zähneputzen? Ich wollte doch heute Wäsche waschen! Oh nein, und ich habe gestern Abend die Spülmaschine nicht mehr eingeschaltet! Womit soll ich die Blumen gießen, warum haben wir noch keine Regentonne? Ob wir einen Schaden im Haus haben?
Ein Anruf bei der Gemeinde brachte die Gewissheit: Es hatte in unserem Wohngebiet einen Wasserrohrbruch gegeben, zum Glück nicht bei uns. Es wurde rasch und gewissenhaft gearbeitet, schon am späten Vormittag hatten wir wieder Wasser. Zum Frühstück holten wir uns Mineralwasser aus dem Supermarkt.
Meine Sonntagsfreude ist meine Freude und Dankbarkeit, dass wir Wasser haben, dass wir in einem Land leben, wo sauberes Wasser aus dem Hahn kommt oder einfach und erschwinglich gekauft werden kann. Wasser, das habe ich dieses Wochenende ganz bewusst, dankbar und freudig wahrgenommen - eine Sonntagsfreude. Eine Freude auch, wenn es gelingt, so genannte Selbstverständlichkeiten wieder ganz bewusst wahrnehmen zu können.
Und nächste Woche soll es zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder regnen, darauf freue ich mich auch schon ein bisschen ;-)
p.s. Keine Sorge, der Blog wird weiterhin zu 90% auf Deutsch geführt. Seit unserer Rückkehr aus den USA rostet aber mein Englisch immer mehr. Da ich Soulemamas Gartenwochenschau sehr inspirierend finde, schreibe ich nun das einmal pro Woche auf Englisch, zu meinem eigenen Training und Vergnügen.
Freitag, 21. August 2015
In the garden, August 21
Oh my, this week we had sunshine every single day and unusual warm August days. That's why I spent every day in the garden, sometimes only a couple of hours, sometimes as today the whole day.
At the beginning of the week we got a litte harvest of the very early apples. I am thankful for every harvest we get this late summer and fall - as we didn't do anything to it - but those apples are unfortunately not very good. They get damaged by wasps and other insects already on the tree and some rotted before we picked them. Nontheless, a basket full we might bring in and hopefully there'll be enough for one pie at least.
However, the main project of the week was to clear this forsythia jungel. The former owner had not done anything and the bushes were just growing everywhere. Did you know that every branch that touches the ground can develop roots and become a new own bush?! Puh! (Furthermore the forsythia is rather useless for the birds and animals in the garden as the flowers do not produce any pollen and no fruits...).
Most of all I need the space for my new compost!
This morning, all the "destroying" work was done and I could start to build and to create. Two bushes of forsythia were allowed to stay as they are nice in the spring though, and I'll keep them under my control :-) I startet to build a lower fence with all the thick branches that were left and I plan to plant an ivy to overgrow it a little. In front of this little fence I plan to plant elderberry, juneberry and hazel. And in front of this the future compost will be. Can you see it? ...
My garden highlight today was a squirrel visiting my workspace!
Finally, let's talk garden fashion! When I work in the garden I wear my oldest shorts and my oldest t-shirts. A pair of well-worn trekking shoes and of course gloves and earmuffs make my outfit complete. However, when I meet my neighbours I feel really badly dressed. Everybody here seems to have fancy garden clothes. Hm, I think, I stay with my clothes and try to improve my selfconfidence, but I feel really strange sometimes.
What do you wear when you're working in the garden?
At the beginning of the week we got a litte harvest of the very early apples. I am thankful for every harvest we get this late summer and fall - as we didn't do anything to it - but those apples are unfortunately not very good. They get damaged by wasps and other insects already on the tree and some rotted before we picked them. Nontheless, a basket full we might bring in and hopefully there'll be enough for one pie at least.
However, the main project of the week was to clear this forsythia jungel. The former owner had not done anything and the bushes were just growing everywhere. Did you know that every branch that touches the ground can develop roots and become a new own bush?! Puh! (Furthermore the forsythia is rather useless for the birds and animals in the garden as the flowers do not produce any pollen and no fruits...).
Most of all I need the space for my new compost!
| "Mama, what has happend here?" |
My garden highlight today was a squirrel visiting my workspace!
Finally, let's talk garden fashion! When I work in the garden I wear my oldest shorts and my oldest t-shirts. A pair of well-worn trekking shoes and of course gloves and earmuffs make my outfit complete. However, when I meet my neighbours I feel really badly dressed. Everybody here seems to have fancy garden clothes. Hm, I think, I stay with my clothes and try to improve my selfconfidence, but I feel really strange sometimes.
What do you wear when you're working in the garden?
The lovely Amanda, aka SouleMama, gives us a glimpse
of her garden once a week. From now I’ll try to join once a week to show you a
little of my almost brand new garden until the end of the gardening season.
Donnerstag, 20. August 2015
Alltagsfreude: Reiche Ernte
Ohne mein Zutun konnte ich dieses Jahr schon vier Kilo schwarze Johannisbeeren ernten und zu drei Liter Saft und etwas Marmelade verarbeiten. Ein schönes Gefühl! :-)
Dienstag, 18. August 2015
Vier Wände: Meine Werkstatt
Noch steht sie da, sauber und aufgeräumt, provisorisch und doch wohl für ein kommendes Jahr: Meine Näh- und Kreativwerkstatt!
Es ist kein richtiges Zimmer, sondern der weitläufige Flur im Obergeschoss. Auf Schwedisch nennt man solche Zimmer allrum, ein Raum für alle und alles, vielleicht... Im Moment steht da noch dieser Einbauschrank, groß, mächtig und platzverschwenderisch. In Zukunft soll er kleineren Schränke und luftigeren Regalen weichen, im Moment darf er die Schätze beherbergen.
Auf einem alten Nähmaschinentisch steht jetzt meine Nähmaschine, jederzeit einsatzbereit und doch nicht im Weg. Der große Tisch, der früher im Wohnzimmer stand, soll nämlich frei sein: Damit Ideen entstehen können, Zuschnitte leichter getätigt werden können, Projekte dort auch mal liegen bleiben dürfen. Madame steht nun auch schon bereit und wartet auf ihren Einsatz.
Allerdings wird sie noch ein bisschen warten müssen, die Madame... Ich fühle mich noch sehr rast- und ruhelos, es gibt noch zu viele andere Sachen, die Vorrang haben und zuerst erledigt werden müssen.
Aber manchmal gehe ich vorbei und streiche über die Tischplatte, blättere kurz in einer Zeitschrift, die ich nun wieder gefunden habe, und schaue meine Stoffe, Papiere und Wolle durch. Ich freue mich auf den Herbst und den Winter!
Wenn ich aus einem Fenster schaue, sehe ich die Stadt. Wenn ich aus dem anderen Fenster schaue, sehe ich die Natur.
Noch fehlt eine gute Beleuchtung, Vorhänge wären auch irgendwann noch schön und ich freue mich schon auf die Renovierung dieses Raumes. Aber wer weiß, was ich bis dahin noch für Ideen habe?! Mir fällt sicher noch einiges ein, damit das eine wunderschöne Kreativwerkstatt wird ;-)
Es ist kein richtiges Zimmer, sondern der weitläufige Flur im Obergeschoss. Auf Schwedisch nennt man solche Zimmer allrum, ein Raum für alle und alles, vielleicht... Im Moment steht da noch dieser Einbauschrank, groß, mächtig und platzverschwenderisch. In Zukunft soll er kleineren Schränke und luftigeren Regalen weichen, im Moment darf er die Schätze beherbergen.
Auf einem alten Nähmaschinentisch steht jetzt meine Nähmaschine, jederzeit einsatzbereit und doch nicht im Weg. Der große Tisch, der früher im Wohnzimmer stand, soll nämlich frei sein: Damit Ideen entstehen können, Zuschnitte leichter getätigt werden können, Projekte dort auch mal liegen bleiben dürfen. Madame steht nun auch schon bereit und wartet auf ihren Einsatz.
Allerdings wird sie noch ein bisschen warten müssen, die Madame... Ich fühle mich noch sehr rast- und ruhelos, es gibt noch zu viele andere Sachen, die Vorrang haben und zuerst erledigt werden müssen.
Aber manchmal gehe ich vorbei und streiche über die Tischplatte, blättere kurz in einer Zeitschrift, die ich nun wieder gefunden habe, und schaue meine Stoffe, Papiere und Wolle durch. Ich freue mich auf den Herbst und den Winter!
Wenn ich aus einem Fenster schaue, sehe ich die Stadt. Wenn ich aus dem anderen Fenster schaue, sehe ich die Natur.
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