Donnerstag, 26. April 2012

Abschied Teil 3

Nun wird es ernst, ich kann die Zeit, die hier noch verbleibt, schon in Stunden zählen. Es ist interessant, wie sich die Zeitwahrnehmung verändert: Etwas, das zuerst endlos schien, findet nun ein doch recht rasches Ende. Und mit hohem Tempo geht es auf die neuen Herausforderungen zu. Ich wünsche mir, dass ich doch mal ein paar ruhige Tage finden kann, damit die Seele nachkommen kann...
Was mir die letzten Tage auch bewusst wurde, ist, dass wir Menschen wirklich Gewohnheitstiere sind (das sagte mein alter Lateinlehrer immer). Ja, es stimmt! Selbst wenn eine Situation nicht ideal - oder sogar alles andere als ideal - ist, so gewöhnen wir uns doch bis zu einem gewissen Maß daran. Und wenn wir dann aus den Gewohnheiten ausbrechen müssen/dürfen, dann wird man nostalgisch. Ich zumindest, und ich denke mir: "Muss ich wirklich 'schon wieder' etwas Neues anfangen, wo ich mich doch gerade eingewöhnt habe?" Ich bin aber doch sehr froh, dass ich diese gewohnten Bahnen verlassen kann und wieder etwas Neues beginne.
Etwas, bei dem mein Herz fröhlich dabei sein wird.
Etwas, das nicht gegen meine Persönlichkeit und meine Überzeugungen geht.
Etwas, das mir Raum für meine Kreativität lässt.
Etwas, das eine neue Herausforderung wird - die ich gerne annehme.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...
Bevor ich zu neuen Ufern aufbrechen kann, muss ich mich aber zuerst von ein paar 'Altlasten' befreien. Das Ausmisten der Arbeitsunterlagen ging sehr einfach, das Deinstallieren komischer Spezialprogramme macht meinen PC wieder schneller. Allerdings, muss ich mich auch von Dingen trennen, die mir ans Herz gewachsen sind (die Materialistin in mir...): Mein Fahrrad - obwohl, ich kann ja wohl nicht in allen Ländern, in denen ich etwas zu Hause bin, ein Fahrrad haben, denn das sind im Moment 3 + ein noch funktionsfähiges Rad aus Jugendtagen; braucht der Mensch vier Fahrräder?! Vermultlich nicht und deshalb verkaufe ich mein Fahrrad hier gerne an eine Kollegin, die nun einen 'grüneren Lebensstil' pflegen will. Genauso geht es mir mit der Nähmaschine, denn ich habe sie echt gemocht: Sie hat so leise und zuverlässig genäht, aber jetzt bekommt sie die Tochter einer anderen Kollegin, die sich sicher darüber freuen wird - und ich freue mich, sie in gute Hände abgeben zu können.
Ja, bald werde ich mich von allen 'Altlasten' befreit haben, ich werde zusammenpacken, wieder einen (Lebens-)Abschnitt hinter mir lassen. Aber ich freue mich darauf, und immer dabei auf meinen langen Reisen: mein Strickzeug :)

2 Kommentare:

  1. Ich bewundere das, dass du die Nähmaschine weitergeben kannst. Das würd mir unheimlich schwer fallen - überhaupt, eine gewisse Form von "zu Hause" gibt man einfach auf, wenn man in ein anderes Land zieht. Aber jetzt hast du dann ein "neues Leben" vor dir, das einfach begleitet ist von Liebe, Familienplänen und all sowas. Das ist bestimmt ganz anders - und wundervoll, du wirst sehen :)
    Alles, alles Liebe. maria

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  2. Es kann wirklich gut tun, sich von vielen Dingen zu trennen, aber schwer ist es trotzdem, oder? Ich hoffe, du bist inzwischen gut "zuhause" angekommen und vor allem wieder gesund! ich werde irgendwie auch sehr oft krank vor so einer großen Reise und Veränderung, da zeigt der Körper wohl, dass alles etwas viel war und nimmt sich einfach seine Auszeit...
    Ganz liebe Grüße,
    Gesche

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