Was im Moment noch vom blau-gelben Traum übrig ist, ist unsere neue Bettwäsche im (noch) blauen Schlafzimmer, die wir uns als Hochzeitsgeschenk vom Finkhof bestellt haben - das sehen sowohl wir, als auch die schwedischen Fußballfans so (gestern 2:3 gegen England verloren)...
Dabei fing der Tag gestern so gut an: Zum Frühstück gab es mein Lieblingsjoghurt und wir füllten gewissenhaft alle unzähligen Formulare für die Behörden aus.
Als wir schließlich beim Skatteverket ankamen, zog sich schon eine recht ordentliche Schlange die Straße hinab, in die wir uns ordentlich einreihten (mit Blick auf die Klara-Kirche).
Auf die Minute öffneten sich die Tore und es wurden immer nur in Grüppchen die Leute von Sicherheitsleuten eingelassen (die wissen schon, warum sie dort Sicherheitspersonal haben...). Wir konnten alles ausfüllen, bis sich herausstellte, dass alle schwedischen Wohnungen (in Mehrfamilienhäusern) seit 1.Januar eine 'Nationale Wohnungsnummer', eine Art Personennummer für Wohnungen, haben. Die wussten wir natürlich nicht, also konnte mein Mann seinen Umzug nach Stockholm nicht anmelden. Ich durfte meinen Antrag einreichen, denn es würde ohnehin 4 Wochen dauern, da könnte ich es schon mal einreichen und dann nächste Woche eine Ergänzung nachreichen. Außerdem dürften wir unsere Ehe anmelden. Nachdem die gestrenge Rezeptionistin das alles genehmigt hatte, bekamen wir einen Kölapp und durften uns auf die Wartebank setzen. Bald kamen wir an die Reihe und die wirklich nette Frau half uns sehr; allerdings: Nach schwedischem Recht werden wir erst verheiratet sein, wenn eine Sachbearbeiterin des Skatteverkets das auch so sieht. Und das in der EU! Wir waren so sauer und ich fand das auch echt kränkend! Jetzt sind wir Sambo und in der Personenstandsurkunde meines Mannes steht 'ledig'...
Und nun warte ich auf meine Personennummer, denn ohne die kann man kein Bankkonto eröffnen, in kein Register aufgenommen werden, keine Versicherung abschließen...
Bei der Einwanderbehörde konnten wir zumindest alle Dokumente einreichen, dort wird es aber bis zu 3 Monate dauern.
Also haben wir dann anschließend erst mal eingekauft und uns dann am Nachmittag wieder ans Großreinemachen gemacht. Mein Mann hat das Bad gezogen, ich die Küche. Ich glaube, beides war gleich schlimm. Fertig geworden sind wir nicht. Die langen Abende verleiten einem zwar dazu die Zeit zu vergessen und so haben wir bis 10 Uhr auf Hochdruck geputzt, aber ganz fertig sind wir noch nicht. Dabei sind wir beide wahrlich keine Putzfreaks, öfters ziehen wir eine Stunde Lesen/Stricken dem Staubsaugen vor, aber das war/ist schon eine andere Kategorie. Es ist schade, dass offensichtlich Menschen das Eigentum anderer nicht sorgsam behandeln, nach dem Motto: Nach mir die Sintflut...
Ein schöner Sonnenuntergang (22:45 Uhr) und Hagebutten-Rosen auf dem Tisch, der nun wieder richtig steht, haben mich aber wieder versöhnt...
Heute werden wir weiter an unseren Fronten kämpfen, aber wir haben uns schon vorgenommen, heute auch mal ein paar andere Sachen zu machen, nicht immer nur putzen - z.B. Farbmuster der Farben für Wohnzimmer, Schlafzimmer und Flur zu holen :)
Das erinnert mich sehr an die Geschichten meiner Freundin, die vor etlichen Jahren damals noch Sambo nach Stockholm zog....
AntwortenLöschenIch wünsche viel Gelassenheit bei den Behördengängen und viel Freude an der dann schönen Wohnung.
Kathrin
Meine Güte, und ich dachte die deutschen Behörden wäre gruselig, aber das tut sich ja nix... Naja, wie du weißt, sieht es bei uns ähnlich aus, nur ist es für einen nicht EU-Bürger wohl noch nerviger... Das wünscht man echt keinem.
AntwortenLöschenIch bin froh, dass du in all dem Stress noch das kleine, schöne wahrnimmst und genießt. So wird es schon werden. Ich drück dir die Daumen!
Liebe Grüße,
Gesche
Von der Wiege bis zur Bahre - Formulare, Formulare. Das scheint wohl überall gleich zu sein. (EU-Norm? ;-) )
AntwortenLöschenSchön zu lesen, dass Ihr gut angekommen seid. Ich wünsche Euch, dass diesen nervigen Anfangsformalitäten bald erledigt sind, und der Alltag einkehren kann. Gut, dass Ihr Euch trotzdem Zeit zum Genießen nehmt, das ist wichtig.
Alles Liebe in den Norden, Martina :-)