Dienstag, 3. Juni 2014

Tante werden

... ist nicht schwer, Tante sein dagegen sehr - im Moment eine ziemliche Herausforderung...
In der Nacht von Samstag auf Sonntag bin ich Tante eines kleinen Mädchens geworden und seitdem schwanke ich zwischen Faszination und Freude auf der einen Seite, und Trauer, Wut und Neid auf der anderen. Es beschäftigt mich, meine Gedanken kreisen - trotz ausreichender anderer Beschäftigung - immer wieder darum, v.a. um das Warum.
Ich wusste, dass das Kind innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens auf die Welt kommen würde und trotzdem hat es mich wieder kalt erwischt. Ich bin noch nicht so weit, es reicht so wenig um mich aus der Bahn zu bringen, die Wunden platzen viel zu leicht wieder auf. Da ist dann wieder die alte Wut auf meinen Körper, grundlose Endlos-Diskussionen mit dem Mann und übermäßiges Selbstmitleid. Durchgeweinte Nächte, innere Einsamkeit und das Ausfahren meiner Stacheln. Ich kann tatsächlich eine Stadtbusfahrt damit verbringen, die zahlreichen (!) Schwangeren und Mütter mit Babys an den Haltestellen und im Bus zu zählen und gleichzeitig mich selber damit martern, dass ich ja nie dazu gehören werde. (Objektiv betrachtet, total absurd, aber so ist es...) Gleichzeitig halte ich diesen Zustand immer weniger aus und wünsche mir, ich könnte mich doch einfach nur freuen, froh und zufrieden sein.
Geduld ist nicht meine starke Seite, aber ich brauche sie wohl. Mit mir und mit anderen. Es warten diesen Sommer noch mehr 'Herausforderungen' auf mich und ich hoffe, dass ich immer besser darauf vorbereitet sein werde. Ich hoffe aber auch, dass ich nachsichtig mit mir sein kann und mir den indiviuellen Zeitrahmen zugestehe, den ich wohl brauche, damit meine Gefühle heilen und sich normalisieren können.
Seit ich offener damit umgehe, geht es mir einerseits besser: Ich brauche keine Energie mehr darauf verwenden um mich zu verstecken, verstellen, Normalität zu heucheln. Andererseits, ist das nur ein kleiner Aspekt, der Gipfel eines Eisbergs, den ich in mir und um mich herum noch zum Schmelzen bringen will und muss.

Ich habe mich entschieden, dass ich es mir erlaube, hier - wenn mir danach ist - über meine Gedanken und Gefühle zu schreiben, weil es mir hilft, diese Gedanken dann auch ziehen zu lassen und sie nicht noch weiter zu verfolgen. Stattdessen schicke ich sie hinaus in die Unendlichkeiten des www...

9 Kommentare:

  1. Es tut mir weh zu lesen dass es dir so gar nicht gut geht. Gleichzeitig bin ich froh es zu wissen, denn vielleicht helfen ja gute Gedanken und Mitgefühl auch über viele Kilometer ..... Fühl dich umarmt von mir! Alles Liebe und viel Kraft und Energie, Karin

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  2. Das kann ich dir leider sehr gut nachvollziehen! Mich erwischt es auch immer wieder kalt, was mich auch enttäuscht wo ich doch dachte das es schon recht gut geht! Im Sommer kommt meine Schwester mit ihrer kleinen Tochter und bleibt ein Monat- das wird eine Herausforderung! Gleichzeitig freu ich mich natürlich auch Taufpatin sein zu dürfen. Trotzdem sind diese kleinen Kinder, Kinder an denen man sieht wie die Zeit vergeht und wie es sein hätte können!!
    Fühl dich umarmt!!! Ich denk an dich!
    Alles liebe steffi

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  3. Liebe Barbara,
    ich habe in den letzten Wochen so viel an dich und deinen Mann gedacht und leider in meinem dichten Alltag keine Zeit gefunden, hier einige Worte zu schreiben. Deine Offenheit beeindruckt mich sehr, deinen Schmerz kann ich teilweise mitfühlen. Ich war viele Jahre Single und um mich herum sah ich nur noch Paare, dicke Bäuche und vor allem Kinder. Ich hatte mich schon mit dem Gedanken angefreundet als alleinstehende Frau meinen Lebensweg zu gehen, doch dann traf ich meinen Mann und wurde zu meiner großen Freude Mutter von zwei Kindern. Dieses Glück macht mich heute oft noch sprachlos und fassungslos.
    Dennoch kenne ich diese sehnsüchtigen Gefühle sehr gut. Trotzdem kann ich nicht nachempfinden, wie sehr es dich schmerzt. Ich habe eine Schwester, die sehr lange in deiner Situation war. Ich habe ihren Schmerz mitbekommen, wenn wieder blöde Sprüche geklopft wurden, wenn unsensible Menschen sie zutiefst gekränkt haben und sie bei ihren Schwestern die unproblematischen Schwangerschaften mitbekommen hat. Mittlerweile hat sie dank aller medizinischen Möglichkeiten ein Kind, der Weg dorthin war ebenfalls sehr schwierig und steinig, doch ihr Glück ist riesig.
    Ich wünsche dir und deinem Mann alles Gute, ganz viel innere Stärke und gleichzeitig ganz viel Zeit und Raum für alle die Trauer, den Schmerz und alle anderen Gefühle und wünsche euch, dass ihr einen Weg findet, der für euch der richtige ist.
    Mit ganz vielen lieben Grüßen und vielen guten Gedanken,
    Kathrin aus dem Südwesten

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  4. Liebe Barbara,
    Das wirklich gemeine an depressiven Phasen (ich bezeichne das mal hier so, es LIEST sich zumindest so), ist ja, dass man es nicht steuern und beeinflussen kann... Manchmal braucht es lange, bis Gefühle und Verletzungen der Seele heilen, manchmal braucht man (therapeutische) Hilfe. Schwierig bleibt es immer, denn man ist ja im täglichen Leben immer wieder damit konfrontiert. Ich wünsche Dir viel Kraft! Alles Liebe J.

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  5. Liebe Barbara,
    ich war nie in deiner Situation, kann mich also wohl nicht hineinversetzen. Aber habt Ihr mal über eine Adoption nachgedacht? Mein Cousin konnte auch keine Kinder bekommen und hat nun das große Glück zwei wunderebar Kinder zu haben.

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  6. Liebe Barbara
    Das kenne ich von früher noch zu gut. Plötzlich nur noch Bäuche, Kinderwagen...alles andere verschwindet aus dem Blickfeld...
    Einen Rat kann ich Dir nicht wirklich geben. Aber den Blick weiter öffnen, weniger nur in eine Richtung zu fokussieren, das wäre was.
    Ich umarme Dich herzlich und ganz viele gute Gedanken für Euch.
    herzlich, Rita

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  7. Christina Lehmann4. Juni 2014 um 15:19

    Liebe Barbara, ich kann dich nur zu gut verstehen - auch für mich steht Ende der Woche die Geburt eines kleinen Erdenbürgers bei meinem jüngsten Bruder bzw seiner Frau an.......

    Liebe Grüße aus dem Frankenland
    Christina

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  8. Genau ,liebe Barbara, schicke die Gedanken und Gefühle mit Worten in die Welt! Ich schreibe bewusst Welt, weil ich nicht denke, dass sie nur im www bleiben. Hier zumindest sind sie herausgeschwappt und bewegen mich sehr. Ich wünsche Dir und deinem Mann weiterhin Kraft und tut das, was Euch gut tut!
    Alles Liebe
    SANDRA

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  9. Ach liebe Barbara, es tut mir sehr leid, dass es dir so geht und ergeht. Auch ich wünsche dir und deinem Mann viel Kraft in solchen Situationen.
    Ich schicke viele gute Gedanken in den Norden!
    Liebe Grüße,
    Kathrin

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