Manchmal bekomme ich ziemlich enttäuschte, verwunderte oder auch verärgerte Kommentare und e-mails - warum ich denn immer so kritisch und negativ über Schweden schreibe
Hier eine kurze Antwort: Meiner Meinung nach ist im deutschsprachigen Bereich jede positive Werbung für Schweden mehr als überflüssig.
Ich kenne kein Land außer Schweden, von dem fast jede und jeder eine derart ungeteilte positive Auffassung hat, die aber zu 95% auf Astrid Lindgren, Inga Lindström, Abba und eigenen wunderschönen Urlaubserlebnissen beruht.
Sicherlich überzeichne ich manchmal ein bisschen, aber ich wünsche mir grundsätzlich ein differenzierteres Bild von der Deutschen Traumland Nr 1. Dazu will ich mit meinen kritischen, kuriosen und manchmal auch einfach negativen Berichten beitragen. Denn, das Leben ist kein Bullerbü und gerade vor schönster Kulisse tragen sich bei näherer Betrachtung die absurdesten Gegebenheiten zu.
Ich will niemandem seine Vorstellung von Schweden madig machen, aber ich wünsche mir eine Reflektion, von der Schweden meiner Meinung nach irgendwie ausgeschlossen wird. Man sagt ja oft: Frankreich ist wunderschön, aber die rechten Kräfte dort sind schon bedenklich. Ich reise gerne in die USA, aber dort Leben möchte ich aus verschiedenen Gründen nicht. Italien ist ja wirklich fantastisch, aber dass die so jemanden wie den Berlusconi wählen ist schon erstaunlich...
Mein Eindruck ist, dass man von Schweden auch vieles nicht wissen will, man will an einem Bild aus eigenen Kindertagen aus einem Kinderbuch - unterstützt von Landschaftsbildern im öffentlich-rechtlichen Fernsehen - festhalten, auch wenn es in dem Land nur halb so idyllisch zu geht.
Wie glücklich oder unglücklich ich hier im Heimatland meines Mannes bin, lässt sich an diesen Berichten kaum messen. Wie alle Menschen, egal wo sie wohnen, bin ich mal glücklicher und mal unglücklicher. Dass ein Neustart in einem fremden Land und eine ungewollte Kinderlosigkeit es manchmal schwerer machen, kann ich nicht verleugnen. Müsste ich aber in Deutschland zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren umziehen und eine neue Arbeitsstelle finden, würde ich mir auch darüber Gedanken und Sorgen machen. Das hat nichts damit zu tun, ob man nun snust, übermäßig Zucker konsumiert oder eine Generation hoch verschuldet ist.
Ich wünsche mir, dass man die beiden Aspekte auseinander halten kann und dass man Schweden die Chance gibt, als richtiges Land betrachtet zu werden und nicht nur als Spielfilmkulisse.
Da triffst du wahrscheinlich tatsächlich einen wunden Punkt bei vielen Deutschen. Schweden und Bullerbü ist eigentlich das gleiche... :)
AntwortenLöschenUnd doch gebe ich dir recht. Schweden ist ein Land, wie jedes andere eben auch. Mit guten und mit nicht so guten Seiten.
Ich freu mich jedes Mal von dir zu lesen, von deinem ganz persönlichem Ergehen in diesem Land. Ich mag sie deine Schilderungen von Land und Leuten.
Hab vielen Dank dafür, dass du uns daran teilhaben lässt.
LG Christine
Du hast sicherlich recht damit, dass viele Schweden und Bullerbü gleichsetzen. Trotzdem denke ich, dass man auch Positives über Schweden schreiben kann. Manchmal entsteht der Eindruck, dass alles so negativ ist. Das ist jedenfalls das, was ich manchmal rauslese. Ich finde es aber gut, dass du so ehrlich und kritisch schreibst. Ich hoffe nur, dass du auch die positiven Kleinigkeiten wahrnimmst - denke aber schon. Alles Liebe und weiterhin viel Spaß am Bloggen. ich lese gerne bei dir! Birgit aus dem Rheinland
AntwortenLöschenDu musst dich doch nicht rechtfertigen, Barbara! Schließlich ist das dein Blog und du schreibst das, was du schreiben willst. Wem es hier nicht gefällt, der kann ja auf den zahlreichen anderen idylischen positiven schwedischen Blogs lesen gehen. Ganz einfach. Liebe Grüße und Danke für deine kritische Sichtweise, Kathrin
AntwortenLöschenIch kann gut verstehen, dass du manchmal nicht so positiv über Schweden schreibst. Als ich in Schweden studiert habe, habe ich auch so einige Seiten von Schweden kennengelernt, die mir doch nicht so gefallen haben - und obwohl ich Schwedisch spreche, fand ich es oft schwer eine gemeinsame Wellenlänge zu finden. Ansonsten pflichte ich aber Birgit bei: Ich hoffe, du siehst trotz allem auch die schönen Dinge in Schweden :-). Viele Grüße, Heike
AntwortenLöschenHallo liebe Barbara, keiner kann über ein Land besser berichten als jemand, der dort lebt. Eigentlich sollte jeder wissen, daß es immer nur Klischees sind, wenn wir sagen, dort und dort kann man gut essen, oder da und da regnet es immer .... usw. Ich finde es äußerts interessant, wenn ich etwas Autentisches z.B. über Schweden lese. Laß dich also nicht beirren. Mit herzlichen Grüßen Margarethe
AntwortenLöschenHallo Barbara,
AntwortenLöschenHut ab für die ehrliche Darstellung des Lebens in "Deinem, meinem, unserem" Wahlheimatland. Ich kann dem nur zustimmen. Ich wohne seit fast sieben Jahren mit meinem Mann an der Ostküste Schwedens und bin in dieser Zeit durch viele Höhen und Tiefen eines Lebens im Ausland gegangen.
Im Laufe der Jahre wurden die Rückschläge weniger hart, man stellt sich anders darauf ein, manches lernt man, besser einzuschätzen, anderes macht man nicht mehr verkehrt oder erwartet nichts.
Und doch finden sich da und dort Leute, die sich unvoreingenommen verhalten, die da sind, wenn man einmal Hilfe braucht. Meist sind es Ausländer wie wir, aber darunter sind auch Schweden. Die möchte ich nicht vermissen und auch nicht die Landschaft und das Leben, das ich hier führen darf.
Ich hatte einmal, wie Du,begonnen so kritisch zu schreiben und habe damit aufgehört, weil ich gemerkt habe, das wollten die Leute aus Schweden gar nicht wissen. Ja, ja, wie Du schreibst, da werden die Kindheitsträume "verunstaltet". Dabei ist Schweden ein Land wie jedes andere, weder besser noch schlechter, aber um das herauszufinden, muss man hier leben.
Herzlich aus der Perle der Ostküste
Beate
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