Samstag, 28. Dezember 2013

gestrickt: Eine Mütze für den Mann

Mein U-Bahn-Projekt ist fertig geworden und wärmt jetzt meinen Mann. Bereits in unserem ersten gemeinsamen Jahr begann ich das Lebenszeitvorhaben, meinen Mann jede Wintersaison mit etwas Wärmenden zu beschenken. Inzwischen ist das die 4. Mütze und er erklärte (wie bei jeder Mütze vorher), dass das jetzt wohl seine Liebelingsmütze sei ;) Glücklicherweise sind die Mützen alle recht unterschiedlich (dunkel, bunt, dick, dünn), so dass alle regelmäßig zum Einsatz kommen. Diese Mütze strickte ich nach diesem Muster mit dünner Finkhofwolle. Durch das doppelte Bündchen ist sie unheimlich warm und schön kuschelig. Das nächste Mal würde ich sie aber kleiner stricken (nicht nach Anleitung). Hauptsache ist aber, dass sie passt und gefällt.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Jul

Ja, nun habe ich mein erstes schwedisches Weihnachtsfest gefeiert. Heute habe ich die Fotos sortiert und so manches Erlebte noch einmal Revue passieren lassen.
Natürlich ist es ganz anders als daheim, so ist das einfach immer, wenn man das Vertraute verlässt und sich auf Neues einlässt. Anders muss deshalb nicht schlechter oder besser sein, einfach anders. Und das war mir vorher schon bewusst. Aber es war nicht nur anders, es war leerer. Ein  Fest ohne wesentlichen Inhalt - so habe ich es empfunden. Im Großen und Ganzen ist es nach dem Modell 'Bullerbü' abgelaufen: Eine Fichte im Wald holen, selbstgemachte Karamellbonbons, Weihnachtsessen, Milchreis, Tanz um den Baum und Besuch des Tomte (Weihnachtsmann).
Ich habe bei den Vorbereitungen geholfen und es war ein bisschen festlich den Tisch für das Weihnachtsessen aufzudecken. Aber vieles, was passierte, war irgendwie so hohl. Ich kann es nicht richtig beschreiben. Hohl, ein bisschen lieblos, laut, überdreht.
Ich könnte ja verstehen, wenn man als atheistische Familie nicht das christliche Fest begehen will, aber dann - so würde ich es mir zumindest wünschen - sollte man vielleicht irgendwie den Licht-/Wintersonnwende-Aspekt aufgreifen und nicht eine Sache nach der anderen abhaken, nur um es zu machen, weil man es eben so macht... Ich finde (und das ist eben nur meine persönliche Meinung), dass ein Fest gewissermaßen an Berechtigung verliert, wenn man vergessen hat, warum es eigentlich gefeiert wird. Es liegt sicher auch an der Familie meines Mannes - und meiner Schwiegermutter! - dass das Fest so verlaufen ist, wie es ist. In manch anderer schwedischen Familie würde das Fest sicher auch anders gefeiert werden. Nun war es einfach so und ich hoffe, dass es eines der letzten Weihnachtsfeste (zumindest für mich) unter der Regie meiner Schwiegereltern war. Gleichzeitig war es gut, es einmal gesehen zu haben, so dass ich überlegen kann, war wir für uns weiterführen wollen und können.
Leider habe ich nur Fotos bis zum Weihnachtsessen, dann konnte ich nicht mehr fotografieren, denn schließlich musste ich mit um den Baum tanzen und den Tomte darf man nicht fotografieren. Beim Tanz um den Baum wurden drei Lieder gegröhlt gesungen, die zu verschiedenen Tanzformen wiederholt wurden, weil man nicht mehr Lieder kennt/kann. Der Tomte trat sehr barsch und offensiv auf, zwickte die Schwiegermutter und blieb aber auch irgendwie leer. Eine Scherzfigur, über den die Kinder hinterher nur lachten und herzogen.
Gestern morgen aber, da standen mein Mann und ich in aller Frühe auf und wir fuhren in die Christmette. Das war echt schön. Es war anders als daheim, aber auch schön. Rund um die Kirche waren Fackeln aufgesteckt und leuchteten den Weg. Die Holzkirche am See war nur mit echten Kerzen beleuchtet und wir sangen Weihnachtslieder wie Stille Nacht und Adeste fidelis, aber auf schwedisch ;). Ein Chor sang auch, es war ein bisschen wie Wie im Himmel und ich bekam neuen Antrieb, mein Vorhaben wieder im Chor zu singen, vielleicht 2014 in Angriff zu nehmen. Und der Pastor gab gute Impulse, so dass sich für mich das Fest nun doch einigermaßen erfüllt anfühlt.
Zwei Tage vor dem Fest wird der Hering in verschiedenen Geschmacksrichtungen eingelegt
Karamellbonbons werden gekocht
Am heiligen Abend trommelte der Regen ans Fenster
Als zweites Frühstück gibt es Milchreis ("Reisgrütze") mit Zucker und Zimt
Nachmittags gibt es 1 Stunde Donald Duck für die ganze Familie
Das kalte Weihnachtsessen mit Hering, Eier, Krabben, Lachs (gebeizt und geräuchert) und den Schinken - mit Ausnahme des Schinkens gibt es das gleiche an Mittsommer!
Die warmen Gerichte: U.a. Prinz-Würstchen, Jansons Versuchung und Fleischklößchen
Schade, dass sich manche durch meine Schilderung, die einfach nur eine Beschreibung - aus meiner Perspektive - sein soll, persönlich angegriffen fühlen. Da es mein Blog ist, behalte ich es mir auch weiterhin vor, dass ich pampige - und vor allem anonyme und grußlose Kommentare - entferne. Und auch darüber dürft ihr denken, was ihr wollt, es ist eben meine Sichtweise und mein Blog!

Montag, 23. Dezember 2013

Das Kipperl: Jesuskinderl

Am Freitagabend nähte ich noch als Letztes, bevor ich meine Nähmaschine in den Weihnachtsurlaub schickte, das Kleid für das Jesuskind. Meinem Empfinden nach ist das das kleinst mögliche, was an Kleidung nähen mit der Nähmaschine möglich ist. Noch kleiner würde ich wohl mit der Hand nähen. Auch den Trikot für Hände und Kopf nähte ich noch ab und dann packte ich die Nähmaschine weg.
Am Samstagmorgen stand ich in aller Herrgottsfrühe auf und begann mit dem Kopf. Beim Jesuskind ging es wieder gut, sich an die Beschreibung zu halten. Allerdings war eben alles sehr klein und fiselig.
Der Körper wird ohne Draht gearbeitet. Stattdessen werden Trikostreifen gerollt und kreuzweise mit reißfestem Nähgarn abgebunden. Das Überziehen der Hände mit Trikot war eine echte Herausforderung! Die Füßchen, die unter dem Kleid hervorschauen würden habe ich mit weißem Trikot (kleine Quadrate) umhüllt und umwickelt.
Bevor ich den Kopf auf den Körper nähte, habe ich am Köper des Jesuskinds einen kleinen Zettel mit Segenswünschen angebracht, so wie sie auch teilweise in die alpenländischen Fatschenkinderl eingearbeitet werden. Es ist ja eben keine Puppe, sondern die Krippe soll uns ja auch als Andachtsbild dienen.
Schließlich wurde der Kopf angenäht und das Kinderl bekam eine Windel. Dann stand die größte Herausforderung bevor: Den weichen Körper in das Kleidchen bekommen. Das Ankleiden war auch bei den großen Figuren nicht so leicht, aber durch den Draht waren sie doch einfacher durch enge Ärmel usw. zu führen. Schließlich war es aber gelungen. Abschließend stickte ich das Gesicht auf und nähte noch ein paar Haare an. Auch hier hatte ich wieder das gleiche Problem wie mit dem Josef, also würde ich auch gerne hierfür nächstes Jahr eine kleine Perücke häkeln. Und von mir einfädig versponnene Schafwolle wartet noch darauf zu einer kleinen Decke verstrickt zu werden. Vielleicht wird das eine Gabe, die die Hirten nächstes Jahr mitbringen...

Sonntag, 22. Dezember 2013

Samstag, 21. Dezember 2013

Das Kripperl: Josef

Leider war das Fertigstellen der heiligen Familie eher vom Kampf gegen die Uhr als von Muße geprägt. Aber es war mir so wichtig, dass ich sie dieses Jahr noch fertig bekomme, wenn auch als 'halbfertige' Lösung mit Potential für nächstes Jahr. Und nun weiß ich auch, dass ich 6 bis 8 Stunden pro Figur rechnen muss.
Was das ganze auch nicht einfacher gemacht hat, ist die Tatsache, dass viele Figuren im Buch als sog. Standfiguren gearbeitet sind, d.h. ohne Beine und dafür einfach ein Kegel aus Draht. Sicher stehen diese Figuren besser (daher der Name?!), aber mir persönlich gefällt das einfach nicht so gut. Also war ich bei der Gestaltung des Josef ziemlich auf mich selber gestellt und habe ihn mit Gestaltungselementen der Hirten eingekleidet.
Da Josef Hosen tragen soll, die nicht (wie bei den Hirten) in Stiefeln stecken, brauchte er auch Socken. Ähnlich wie bei der Strumpfhose der Maria habe ich die Beine einfach umwickelt, diesmal mit Resten eines Tweedgarns. Die Hose ist aus braunem Baumwollstoff, den Saum habe ich schon im Voraus umgenäht, weil ja die Hose eben nicht in Stiefeln verschwindet. Die Schuhe sind auch ähnlich der Maria, nur ein bisschen größer.
Josefs Hemd habe ich aus braunkariertem Baumwollstoff genäht. Eine fieselige Angelegenheit ist immer das Annähen der Bekleidung am Körper, das soll mit kleinen Stichen und möglichst unsichtbar geschehen.
Ein anderes Problem war für mich das Kopfhaar. Laut Buch soll es mit kleinen Stichen am Kopf befestigt werden. Da ich ein Gesicht aufsticke, sieht am am Hinterkopf die Einstichstellen und ich muss viel Haar anbringen. Das führte dazu, dass Josef schließlich einen ganzen Haar-Turban auf dem Kopf hatte. Die Notlösung war ein Filzhut. Wahrscheinlich werde ich das nächstes Jahr nochmal entfernen und stattdessen kleine Perücken häkeln.
Den fertigen Josef gibt es morgen in der Sonntagsfreude. Denn nun muss ich mich wirklich beeilen und alles für unsere Weihnachtsreise packen. 
Habt ein schönes 4. Adventswochenende!