Sonntag, 16. März 2014

Sonntagsfreude: Vårvintervantar

Meine "Frühlingswinterhandschuhe" (vårvintervantar) sind fertig! Hier im Norden benutzt man ja Mützen, Schal und Handschuhe länger als anderswo und spätestens im Februar kann man nach 6 Monaten mit dunklen, gedeckten Farben die Winterkleidung nicht mehr sehen. Ich hatte so genug von meinen schwarzen Handschuhen, dass ich von dem Gedanken mir helle, frühlingswinterhafte Handschuhe zu stricken gerade zu besessen wurde. Die ersten Winterlingsblüten vor der Uni wurden meine Inspiration. Noch am gleichen Abend (vor gut einem Monat) setzte ich mich an den Schreibtisch und begann zu malen und dann am PC das Muster in ein Karoschema zu übertragen.
Passende Wolle war (natürlich!) leider nicht vorhanden und ich überlegte, wie ich schnellstens an solche kommen könnte. Ein Geschäft in Stockholm - zu teuer oder komische Qualität, eine Bestellung in D - dauert zu lange. Schließlich entschied ich mich dafür beim Wollzentrum auf Öland die erforderliche Wolle zu bestellen. Und es hat sich total gelohnt: Wunderwunderschöne, feine Wolle kam hier nach nur ein paar Tagen an.
Es wurde unmittelbar angestrickt und der erste Handschuh wurde auch relativ schnell fertig. Dann wurde es März, es kamen viele berufliche Verpflichtungen und es wurde wärmer und frühlingshafter. Der verflixte 2. Handschuh! (Nicht umsonst habe ich eine interessante Sammlung von einsamen Handschuhen/Stulpen...) In der Hektik der letzten Woche wollte ich aber dann doch ab und zu etwas beruhigendes mit den Händen machen und so fügte sich Masche an Masche, Reihe an Reihe. Gestern morgen wurde die zweite 'Hand' fertig, am Nachmittag und Abend wurden die Daumen (fehlten noch bei beiden) angestrickt. Um 22:30 Uhr gestern Abend hüpften dann beide Handschuhe ins warme Badewasser :)
Heute Morgen waren sie nun trocken und ich konnte sie bei Sonnenschein - und eisigen Temperaturen - fotografieren. Die Winterlinge sind infolge der warmen Woche leider schon fast verblüht, aber sie blühen nun auf meinen Handschuhen weiter. Ich freue mich so sehr, dass sie noch fertig geworden sind - und dass Petrus uns nun ein Kältehoch mit bis zu -6°C schickt. Heute am Sonntag werde ich sie zum ersten Mal ausführen - meine Sonntagsfreude.
Die Fakten: Wolle von Ullcentrum Öland, zweifädig; verstrickt mit Nadeln 3,0 (Bündchen) und 2,25 (Hand); Verbrauch pro Handschuh: 32 Gramm; Muster: Eigenentwurf.



Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.

Samstag, 15. März 2014

Der Weg zum (Traum-)Haus Teil 1

Wenn mich vor 10 Jahren jemand gefragt hätte, wie ich mir meine Wohnsituation in der Zukunft vorstelle, wäre vor meinem Inneren Auge zunächst ein altes Waidlerhaus aufgetaucht, dann ein Bio-Holz-Lehmhaus und auf Platz 47 vielleicht ein rotes Bullerbü-Haus mit viel Natur in Schweden. Nun ja, jetzt wohne ich ja schon mal in Schweden und die Varianten 1-46 sind auf die hinteren Plätze gerutscht - immer noch Wunsch, aber deutlich unrealistischer.
Ich habe es ja schon mehrmals anklingen lassen, dass mich unsere Wohnsituation in der Großstadt zunehmend nervt: Sowohl die Lage mit U-Bahn und Stadtautobahn in 'Hörabstand' als auch die Beengtheit unserer Wohnung, in der mein Arbeitszimmer mit Schulsachen usw. in Kistern auf dem Boden steht. Also haben wir uns nun immer intensiver mit dem Gedanken einer Veränderung auseinander gesetzt: Die Finanzen kalkuliert, Wohngegenden 'analysiert' (Pendelmöglichkeiten nach Stockholm, Infrastruktur, Natur, Lärmbelastung usw.) und uns über den Verkauf unserer eigenen Wohnung Gedanken gemacht.
Styling für den Foto-Termin: Tulpen und Wand Ton in Ton
Da es in Stockholm + Großraum eigentlich keinen existierenden Mietmarkt gibt (und der existierende über jahrelange Wartelisten geregelt wird), werden Wohnungen und Häuser ge- und verkauft (mit entsprechenden Krediten/Verschuldungen). Das geschieht wiederum in 95% der Fälle über einen Makler, der in Schweden eine neutrale Zwischenperson ist und das Maklerwesen 3 Jahre an einer Hochschule studiert hat. Zudem muss man wissen, dass es in Schweden auch kaum Festpreise gibt, sondern (fast) alle Immobilienkäufe über ein Bietverfahren abgewickelt werden. Die Preise, die in den Anzeigen gezeigt werden, sind Ausgangspreise bzw. sog. Acceptpreise falls es nur einen Bieter gibt, was in Stockholm aber eigentlich nie vorkommt.
Nun mussten wir uns also einen Makler suchen und so haben wir uns für eine Maklerin einer Versicherungsgesellschaft entschieden. Meine Schwägerin hatte bereits gute Erfahrungen mit diesen Maklern gemacht. Nach einem Sondierungsgespräch vor zwei Wochen haben wir einen Vertrag mit ihr unterschrieben und nun war sie diese Woche zu einem (in Schweden) sehr wichtigen Termin da: Dem Fotografieren des Verkaufsobjekts mit einem professionellen Fotografen.
Das Wohnzimmerfenster: "ljust och fräscht" - hell und frisch, das schwedische Einrichtungsmantra
Mit Putzen allein ist es aber nicht getan, die Wohnung muss nämlich gestylt werden, so dass sie einen hellen, luftigen und großen Eindruck macht. Und das war das Mammutprojekt dieser Woche: In einer 12 Stundenaktion haben wir im Prinzip die halbe Wohnung ausgeräumt, Sachen in Kisten gepackt und in den Keller verfrachtet, Bücher nach Farben und Größe sortiert, die Blumen auf den Balkon gestellt und stattdessen zwei Orchideen hier einziehen lassen. Ein riesen Aufwand für eine halbe Stunde Fotoshooting. Man könnte sogar Sachen, die man für das Styling kauft, wieder von der Steuer absetzen - so gesellschaftlich etabliert ist dieses Stylen+Fotografieren für den Verkauf!
Nun ja, jetzt haben wir es geschafft, aber das Wiederauspacken machen wir langsam und nach Bedarf. Einstweilen wird der Alltag auch so funktionieren und wir wissen ja auch - sobald wir selbst ein Kaufobjekt gefunden haben, werden wir die Wohnung auf den Markt stellen und dann wird es zwei Visningar (Besichtigungen) geben, zu denen die Wohnung wieder "so wie auf den Fotos aussehen" muss...
Nachdem das Bad fotografiert war, wurden alle Papiertaschen mit Büchern und wichtigen Dokumenten ins Bad verfrachtet. Daraus haben wir sie aber schon wieder entfernt ;)
Naja, ein Bullerbü-Haus wird es nun wohl auch nicht werden, die gibt es gar nicht so oft hier, wie man glaubt. Es wird wohl ein wahrscheinlich unökologisches, gelbes Steinhaus werden; es ist besser sich schon mal an diesen Gedanken zu gewöhnen. Und dann verblüfft es mich doch auch immer wieder, wie viele Kompromisse man im Leben macht, wie viele Wünsche und Träume man 'einfach so' aus pragmatischen Gründen aufgeben muss.
Das Bücherregal normal und "gestylt"
 Nun sind wir aber zumindest auf dem Weg aus der Stadt... Ich werde weiter von unseren Abenteuern und meinen soziokulturellen Beobachtungen berichten. Hier lernt man wieder die Schweden von einer ganz anderen Seite kennen!
Abends durften die Geranien zurück vom Balkonausflug ins warme Wohnzimmer. Dabei habe ich gesehen, dass es höchste Zeit für eine Frühjahrskur mit Düngergaben ist - nächste Woche dann...

Was für eine Woche!

Ein Glück, dass ich einen Din A3- Tagesplaner - Wochenkalender habe :) Sonst hätte ich kaum alle Verpflichtungen und Termine untergebracht. Aber es war eine gute Woche, obwohl - oder vielleicht auch gerade weil - sie so voll war. Es gab nicht viel Zeit an 'anderes' zu denken, es galt zu organisieren, zu planen und einfach aktiv zu sein. Dass die Sonne die ganze Woche (mit Temperaturen um +10°C in den Mittagsstunden!) schien, hat mir einen richtigen Energieschub verliehen. Und fast 12 Stunden Tageslicht sind wahrer Luxus! So gelang es mir auch drei mal eine Viertelstunden früher aufzustehen (d.h. noch vor Sonnenaufgang) und Yoga zu machen, gut für Körper und Seele. Außerdem war es eine gute Woche, weil
  • ich unheimlich viel abarbeiten konnte: Der Mathekurs ist fast geschafft, 'nur' noch eine Hausarbeit und die Klausur nächste Woche (bitte Daumen drücken!). Dann beginnt mein letzter Kurs für die Weiterbildung!!!
  • ich gute Unterrichtseinheiten mit meinen Schülern hatte. Auch die arbeiten lieber und besser bei Sonnenschein. Ich überlege, wie ich v.a. mit den jüngeren so manche U-Einheit nach draußen verlegen kann (Sprach- und Bewegungsspiele kombinieren)...
  • wir einen großen Schritt in Richtung Verkauf unserer Wohnung gemacht haben (dazu mehr in einem extra Eintrag)
  • es mir gelungen ist die nervigen Fahrzeiten zu/zwischen den Schulen positiv zu nutzen: Die Sonne genießen und in der aktuellen Bayern-Servus lesen, die mit der Post hier ankam :)
  • ich mir Zeit für ein paar Strickaugenblicke genommen habe
  • mich meine eigene Gelassenheit verblüfft hat: Wäsche, Geschirr und mehrer Papiertaschen mit Büchern dürften/durften einfach mal ein paar Stunden/Tage/Wochen stehen und liegen bleiben
  • mich mein Mann wunderbar aufgefangen hat, als alles zu viel wurde, der Kopf zu zerspringen drohte (Migräne) und eine Panik-Attacke im Anrollen war
  • ich ein Date hatte - mit eben meinem eigenen Lieblingsmann: Wir gingen ins Bierhaus, in dem man bayerisches Bier und Berliner Currywurst essen kann. Als Nachspeise teilten wir uns einen Apfelstrudel
Heute Nacht kam dann der Wetterumschwung, zuerst Regen, gegen Morgen auch Schnee und ein heftiger Sturm, der die Äste gegen die Fenster peitschte und in der Ventilation heulte. Dieser kräftige Wind vertreibt nun aber auch die Wolken und es wird langsam sonniger, wenn auch deutlich kühler: Winterjacke, Mütze und Handschuhe sind wieder angesagt.
Nun genieße ich die Ruhe des Wochenendes. Endlich wieder einmal richtig kochen, Zeit haben, sich auf eine Sache am Stück zu konzentrieren, ein bisschen 'einfach so' spazieren gehen, die kommende Woche mit Klausur und Schwiegermama als Übernachtungsgast planen.
Ich wünsche Euch ein herrliches Wochenende!

Sonntag, 9. März 2014

Sonntagsfreude: Sonnentagsausflüge

Wir haben die beiden Sonnentage genutzt und sowohl Kranken- als auch Familienbesuche in Uppsala gemacht. Außerdem haben wir uns eine Wohngegend nördlich von Stockholm näher angeschaut. Leider kommt diese bestimmte Gegend aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) in Frage, aber wir haben einen ersten konkreten Schritt in Richtung Veränderung (der Wohnsituation) getan.
Es waren sehr viele Eindrücke, Gespäche die noch im Kopf nachgehen, und so fühle ich mich nun am Ende des Wochenendes etwas matt. Aber es tat auch so gut, ganz anderes zu sehen, zu denken, auszusprechen; wenige Gedanken an Arbeit, Studium und 'das Übliche'. Die Sonne als Reisebegleiter - eine Sonntagsfreude, die ich gerne mit in die neue Woche nehmen will.


Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.
 
p.s. Auch eine Sonntagsfreude: Wunderbare soziale Strukturen im Internet. Ich bin sehr berührt von allen euren lieben Worten per mail oder Kommentar. Auch sie werden mich durch die kommende herausfordernde Woche begleiten und tragen. Habt so vielen, vielen Dank dafür! 

Freitag, 7. März 2014

Zäsur - ohne Titel


Ich habe es ja in verschiedenen Einträgen immer wieder angedeutet: So richtig rund bin ich nicht ins neue Jahr gestartet: Eine Mega-Erkältung in den Weihnachtsferien hat viel Energie gefressen, dauergraues Wetter in Stockholm belastet(e) die Psyche. Dazu weiterhin hohes Tempo mit der Arbeit und Weiterbildung, während privat alles still zu stehen scheint. Ich fühle mich zunehmend wie in einer Sackgasse und ich muss mir eingestehen, dass es nun mit kleinen ‚kosmetischen‘ Eingriffen nicht getan ist. Viele Sachen kann ich im Moment nicht ändern, aber ich möchte meine Einstellung dazu ändern. Im ist-Zustand fühle ich mich ständig überlastet, ich reagiere verbittert und unangemessen grantig. Habe täglich das Gefühl eine Rolle zu spielen, die mir mehr und mehr fremd wird. Rücken- und Kopfschmerzen halten an. Vielleicht hat mich wirklich eine Winterdepression erwischt. Ich tue mir selber unheimlich leid und vermute gehässig, dass es allen anderen doch besser geht. Nein, während der letzten zwei Monate war ich wohl wirklich kein so netter Mensch, keine liebe Ehefrau und auch keine aufmerksame Tochter oder Schwester. Ich sage Sachen, die objektiv unangemessen und erschreckend sind. Während ich anfangs meinen ‚Ausbrüchen‘ immer noch etwas abgewinnen konnte, finde ich mich inzwischen selber immer unsympathischer.
Was den Blog betrifft, kann man es von zwei Seiten betrachten: Er half mir, die positiven Dinge hervorzuheben – und er half mir aber auch, eine Art Scheinwelt aufrecht zu erhalten. Ich wäre auch so gerne eine offene, aktive, soziale Person – aber im echten Leben erkenne ich mich im Moment nicht wieder. 
Spirale abwärts oder aufwärts?!
Es tut mir leid, dass ich hier so kryptisch schreibe. Ich habe mehrmals abgewogen, ob ich hier am Blog nicht offen schreiben soll, zumal sich viele so herzlich und ehrlich für mein (immer noch recht neues) Leben hier im Norden interessieren. Im Moment erscheint es mir aber nicht passend. Es ist und soll privat bleiben. Weil mir aber dieser Spagat zwischen der Person, die ich sein will – und wie ich es am Blog auch vermitteln kann – und wer ich eigentlich bin immer größer wird, wird es auch hier nun stiller werden. Das schrittweise Zurückfahren der Blogaktivität wegen der anhalten Rückenschmerzen war sicher auch eine Erklärung, die ich u.a. für mich selber formuliert habe. Es wurde auch zunehmend anstrengend, zeigbare Alltagsaspekte für den Blog zu finden. Schleichende Blogunlust… Deshalb werde ich auch den Award, den mir das KleineHaus am See verliehen hätte, nicht annehmen.
Als Christin bot sich für mich der Aschermittwoch als Zäsur an. Ich kann mein Leben nicht verändern, vor allem das, was am meisten schmerzt, liegt nicht in meiner Hand. Ich will aber mein ‚Laufwerk‘ umprogrammieren: Grauschleier wegfiltern, Neid und Bitterkeit als potentielle Viren erkennen und am Schutzprogramm abprallen lassen. Wie ich Filter und eine ‚Firewall‘ konstruktiv und anhaltend aufbauen kann, das weiß ich noch nicht. Aber ich will mir in den kommenden Wochen selber begegnen. Ich will herausfinden, was von meinem warmen ‚ich‘ hinter der harten, kalten Schale noch da ist, wie ich das wieder hervorholen kann.
Was den Blog betrifft, so werde ich keine Pause machen, aber ich werde mir keinen Zeitplan mehr vorgeben. Den Gedanken, doch hier etwas für meine Leser regelmäßig schreiben zu müssen, will ich verändern – es soll zu einem Schreiben wollen und Schreiben dürfen werden (auch wenn ich wohl unbewusst Angst habe, so manche deutschsprachigen Kontakte zu verlieren). Über Themen, die sich weiterhin authentisch anfühlen, werde ich auch weiterhin ein bisschen schreiben: Das Land Schweden und seine Bewohner, Bücher, das Wetter ;)

Wie auch immer ihr die kommende Zeit gestaltet, ob als Fastenzeit oder einfach eine Zeit zum Frühling hin, ich wünsche Euch, dass sie gut wird. Und ich danke Euch von Herzen, dass ihr hier lest und immer wieder so nette Kommentare hinterlasst. <3

Montag, 3. März 2014

Lesen im Norden

So wie für die anderen skandinavischen Länder auch, ist eine aktive Buch- und Lesekultur ein wichtiger Aspekt für das Selbstverständnis der Schweden. Büchereien und Bibliotheken in allen Orten (und wo es keine gibt, kommt der Bibliotheksbus) sind ein Indiz, fleißiges Lesen in den öffentlichen Verkehrsmittel ein anderes. In den Waschküchen und anderen gemeinschaftlich genutzten Räumen von Hausgemeinschaften gibt es Büchertausch-Tische und -Kisten. Gefühlt ist jede(r) zweite Schwede Mitglied in einem Lesezirkel, in dem monatlich ein Buch besprochen wird. Diese Lesezirkel sind entweder privat oder werden von Bibliotheken organisiert. Die Mitgliedschaft ist nachgefragt, oft gibt es sogar Wartelisten. Natürlich kann das aber trotzdem nicht über das Faktum des deutlich verschlechterten Leseverständnis der Schüler und einer großen Bevölkerungsgruppe ohne Zugang zur Literatur hinwegtäuschen. Im Bild, das man nach Außen und Innen vermitteln will, ist Schweden aber ein lesende Land!
 Ein wichtiges Ereignis im lesenden Schweden ist der Bokrea (Bücherschlussverkauf), der alljährlich (seit mehr als 80 Jahren!) Ende Februar beginnt. Die Verlage bestimmen, was raus darf/soll/muss, die Buchläden legen Kataloge mit dem Schlussverkaufs-Sortiment auf. Da die Buchpreise relativ hoch sind und es hier keine Buchpreisbindung gibt, ist das für viele eine günstige Gelegenheit.
Dieses Jahr habe ich an meinem ersten Bokrea teilgenommen. Letzten Dienstag um 7 Uhr stand ich mit meinem Mann und anderen Buchenthusiasten vor Stockholms größter Buchhandlung und wartete gespannt auf den Einlass. Auch das Regionalfernsehen war da und berichtete 'live'. Wie andere auch, hatte ich mir aus dem Katalog schon eine Liste geschrieben und schritt mit meinem Mann strategisch zur Tat. Von einigen Büchern gab es nur noch Restbestände, die sicher schnell weg waren. Zudem gab es am Morgen bis um 10 Uhr jedes vierte Buch gratis. Ja, man schaut nur, was sich die Buchhändler so alles einfallen lassen...
Wobei sich auch hier einiges geändert hat, noch vor ein paar Jahren öffnete man die Buchläden um Mitternacht und die Kunden hatten schon Tütenweise die Bücher vorbestellt.
Ja, und das ist meine Ausbeute :) (Ein bisschen schäme ich mich für meinen Riesenstapel...) Aber, ein Großteil der Bücher ist ja für meine Arbeit: Sachkunde-Bilderbücher, Kinderliederbücher, Märchenbücher auf schwedisch. Auch verschiedene Geschenke habe ich gekauft. Die Tove-Jansson-Mumin-Sammlung ist nun komplett, 2 Romane und ein Kochbuch fanden auch ihren Weg zu uns, ebenso ein Autoatlas. Das 'Exotischste' ist vielleicht das Kreuzwort-Lexikon, aber ich will mir in diesem Jahr das Kreuzwortlösen auf Schwedisch beibringen. Das hat mir in Deutschland (auf deutsch) nämlich immer viel Spaß gemacht und ist sicher auch eine gute Möglichkeit meinen Wortschatz zu erweitern.
Fazit: Der Bokrea ist eine interessante und sicher lohnende Institution. Mit einer Liste ausgestattet verfällt man auch nicht so sehr in einen Kaufrausch sondern sucht sich gezielt, was man haben will. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, die Mumin-Bücher (nur in begrenzter Anzahl vorhanden) waren dann schon nach einer halben Stunde weg. Und eine günstige Möglichkeit meine schwedische 'Lehrerbibliothek' etwas zu erweitern. Außerdem eine wertvolle Gelegenheit um Sozialstudien über lesende Schweden im Großstadtumfeld zu machen. Nächstes Jahr wohl wieder ;)

Sonntag, 2. März 2014

Sonntagsfreude: Küchengarten

Wie auch voriges Jahr, so soll es dieses Frühjahr frischen Salat vom Küchenfensterbrett geben... Der Anfang schaut vielversprechend aus - meine Sonntagsfreude :)
Im Blumenkasten habe ich ein Salat-Saatband von Demeter und im Schälchen Kresse, die wohl schon kommende Woche erntereif sein wird!




Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.