Ich habe es ja in verschiedenen Einträgen immer wieder angedeutet: So richtig rund bin ich nicht ins neue Jahr gestartet: Eine Mega-Erkältung in den Weihnachtsferien hat viel Energie gefressen, dauergraues Wetter in Stockholm belastet(e) die Psyche. Dazu weiterhin hohes Tempo mit der Arbeit und Weiterbildung, während privat alles still zu stehen scheint. Ich fühle mich zunehmend wie in einer Sackgasse und ich muss mir eingestehen, dass es nun mit kleinen ‚kosmetischen‘ Eingriffen nicht getan ist. Viele Sachen kann ich im Moment nicht ändern, aber ich möchte meine Einstellung dazu ändern. Im ist-Zustand fühle ich mich ständig überlastet, ich reagiere verbittert und unangemessen grantig. Habe täglich das Gefühl eine Rolle zu spielen, die mir mehr und mehr fremd wird. Rücken- und Kopfschmerzen halten an. Vielleicht hat mich wirklich eine Winterdepression erwischt. Ich tue mir selber unheimlich leid und vermute gehässig, dass es allen anderen doch besser geht. Nein, während der letzten zwei Monate war ich wohl wirklich kein so netter Mensch, keine liebe Ehefrau und auch keine aufmerksame Tochter oder Schwester. Ich sage Sachen, die objektiv unangemessen und erschreckend sind. Während ich anfangs meinen ‚Ausbrüchen‘ immer noch etwas abgewinnen konnte, finde ich mich inzwischen selber immer unsympathischer.
Was den Blog betrifft,
kann man es von zwei Seiten betrachten: Er half mir, die positiven Dinge
hervorzuheben – und er half mir aber auch, eine Art Scheinwelt aufrecht zu
erhalten. Ich wäre auch so gerne eine offene, aktive, soziale Person – aber im
echten Leben erkenne ich mich im Moment nicht wieder.
| Spirale abwärts oder aufwärts?! |
Es tut mir leid, dass ich
hier so kryptisch schreibe. Ich habe mehrmals abgewogen, ob ich hier am Blog
nicht offen schreiben soll, zumal sich viele so herzlich und ehrlich für mein
(immer noch recht neues) Leben hier im Norden interessieren. Im Moment
erscheint es mir aber nicht passend. Es ist und soll privat bleiben. Weil mir
aber dieser Spagat zwischen der Person, die ich sein will – und wie ich es am
Blog auch vermitteln kann – und wer ich eigentlich bin immer größer wird, wird
es auch hier nun stiller werden. Das schrittweise Zurückfahren der
Blogaktivität wegen der anhalten Rückenschmerzen war sicher auch eine
Erklärung, die ich u.a. für mich selber formuliert habe. Es wurde auch
zunehmend anstrengend, zeigbare Alltagsaspekte für den Blog zu finden.
Schleichende Blogunlust… Deshalb werde ich auch den Award, den mir das KleineHaus am See verliehen hätte, nicht annehmen.
Als Christin bot sich für
mich der Aschermittwoch als Zäsur an. Ich kann mein Leben nicht verändern, vor
allem das, was am meisten schmerzt, liegt nicht in meiner Hand. Ich will aber
mein ‚Laufwerk‘ umprogrammieren: Grauschleier wegfiltern, Neid und Bitterkeit
als potentielle Viren erkennen und am Schutzprogramm abprallen lassen. Wie ich
Filter und eine ‚Firewall‘ konstruktiv und anhaltend aufbauen kann, das weiß
ich noch nicht. Aber ich will mir in den kommenden Wochen selber begegnen. Ich
will herausfinden, was von meinem warmen ‚ich‘ hinter der harten, kalten Schale
noch da ist, wie ich das wieder hervorholen kann.
Was den Blog betrifft, so
werde ich keine Pause machen, aber ich werde mir keinen Zeitplan mehr vorgeben.
Den Gedanken, doch hier etwas für meine Leser regelmäßig schreiben zu müssen,
will ich verändern – es soll zu einem Schreiben wollen und Schreiben dürfen
werden (auch wenn ich wohl unbewusst Angst habe, so manche deutschsprachigen
Kontakte zu verlieren). Über Themen, die sich weiterhin authentisch anfühlen,
werde ich auch weiterhin ein bisschen schreiben: Das Land Schweden und seine
Bewohner, Bücher, das Wetter ;)
Wie auch immer ihr die
kommende Zeit gestaltet, ob als Fastenzeit oder einfach eine Zeit zum Frühling
hin, ich wünsche Euch, dass sie gut wird. Und ich danke Euch von Herzen, dass
ihr hier lest und immer wieder so nette Kommentare hinterlasst. <3
Ich wünsche dir alles Gute, nimm dir die Zeit, die du brauchst.
AntwortenLöschenLG Micha
Alles Gute wünsche ich dir. Nimm dir all die Zeit die du brauchst - ich kann dich verstehen.
AntwortenLöschenLiebe Grüsse
Brigitte
Als stille Blogleserin wünsche ich Dir dass Du Dich wiederfindest. Und als Christin wünsche ich Dir Menschen die Jetzt mit Dir gehen.Alleine schafft man das nicht . Ich weiss das nur zu gut.
AntwortenLöschenEin gesgenetes Wochenende aus Süddeutschland
und liebe Grüsse Ingrid
Aber nein, du bist und bleibst Barbara, nur hast du es halt grad gar nicht einfach. (Fühl dich hier mal ganz fest gedrückt!!!) Da darf man auch mal seine Ecken zeigen,und granteln, und überhaupt: wer ist schon immer ein Engel? Wichtig ist dass du den Weg findest, wie es dir wieder besser geht, um dich allein geht es! Alles andere findet sich dann....
AntwortenLöschenWenn es etwas gibt, das ich dir dabei helfen kann, sag's oder schreib's - ich würd mich freuen für dich was tun zu können.
Alles alles Liebe und ganz viel Kraft für dich im hohen Norden!
Liebe Grüße, Karin
Ich bin stille Leserin, die immer wieder gerne Deine Beiträge liest.
AntwortenLöschenWer so selbstkritisch und ehrlich mit sich selber ist und sich auf den Weg macht, findet, entdeckt und spürt bestimmt auch wieder seine Stärken, seine liebevollen Seiten. Von Herzen wünsche ich Dir dafür Geduld, Gelassenheit, Zuversicht und Gottes Segen!
Ruth
Ich weiß gar nicht mehr wie ich diese Woche auf diesen wunderschönen Blog gestoßen bin. Und habe mich sehr daran gefreut. Viele wunderschöne Bilder gesehen, mir Bücher notiert die ich bald lesen möchte, mich an Gedanken erfreut und manches zum weiterdenken entdeckt. Und heute nun dachte ich und eine kreative, mutige und ehrliche Frau entdeckt. - Ich habe sicher noch nicht alles gelesen, was es hier zu entdecken gibt und wede sicher noch oft hier vorbeisehen.
AntwortenLöschenHeute will ich nun mal Danke sagen, für all die Beiträge die ich hier lesen durfte und wünsche dir gute Freunde die dich auch oder auch gerade wegen deinen Ecken und Kanten mögen, die mit dir unterwegs sind und Gottes reichen Segen, seine Liebe und Geduld für den Weg den du gerade gehst.
Liebe Grüße aus dem Süden Deutschlands
Tineke
Liebe Barbara, ich wünsch dir von Herzen alles, alles Liebe. maria
AntwortenLöschenLiebe Barbara, ich wünsche dir einen Engel an deiner Seite, der dich begleitet und dir wieder die Leichtigkeit des Seins zu spüren gibt.
AntwortenLöschenLieber Gruss
bettina
Liebe Barbara,
AntwortenLöschenich finde es wunderbar, wie ehrlich du mit Dir, deinen Leserinnen/deinen Lesern und der Blogwelt umgehst! Beim Lesen von so einigen Blogs denke ich auch, wie unzulänglich ich selber bin, denn mein Leben ist nicht immer so rosig und ich kann auch nicht den manchmal schweren Alltagsdingen noch etwas schönes abgewinnen. Inzwischen glaube ich, ein Blog zeigt einen Teil und vielleicht auch immer den positiven des Lebens!?!
Dir wünsche ich viel Kraft, Glück und bald wieder überwiegend positive Ereignisse und Gefühle, aber bleib bitte DU!!!!!
Alles Liebe
SANDRA