Freitag, 7. März 2014

Zäsur - ohne Titel


Ich habe es ja in verschiedenen Einträgen immer wieder angedeutet: So richtig rund bin ich nicht ins neue Jahr gestartet: Eine Mega-Erkältung in den Weihnachtsferien hat viel Energie gefressen, dauergraues Wetter in Stockholm belastet(e) die Psyche. Dazu weiterhin hohes Tempo mit der Arbeit und Weiterbildung, während privat alles still zu stehen scheint. Ich fühle mich zunehmend wie in einer Sackgasse und ich muss mir eingestehen, dass es nun mit kleinen ‚kosmetischen‘ Eingriffen nicht getan ist. Viele Sachen kann ich im Moment nicht ändern, aber ich möchte meine Einstellung dazu ändern. Im ist-Zustand fühle ich mich ständig überlastet, ich reagiere verbittert und unangemessen grantig. Habe täglich das Gefühl eine Rolle zu spielen, die mir mehr und mehr fremd wird. Rücken- und Kopfschmerzen halten an. Vielleicht hat mich wirklich eine Winterdepression erwischt. Ich tue mir selber unheimlich leid und vermute gehässig, dass es allen anderen doch besser geht. Nein, während der letzten zwei Monate war ich wohl wirklich kein so netter Mensch, keine liebe Ehefrau und auch keine aufmerksame Tochter oder Schwester. Ich sage Sachen, die objektiv unangemessen und erschreckend sind. Während ich anfangs meinen ‚Ausbrüchen‘ immer noch etwas abgewinnen konnte, finde ich mich inzwischen selber immer unsympathischer.
Was den Blog betrifft, kann man es von zwei Seiten betrachten: Er half mir, die positiven Dinge hervorzuheben – und er half mir aber auch, eine Art Scheinwelt aufrecht zu erhalten. Ich wäre auch so gerne eine offene, aktive, soziale Person – aber im echten Leben erkenne ich mich im Moment nicht wieder. 
Spirale abwärts oder aufwärts?!
Es tut mir leid, dass ich hier so kryptisch schreibe. Ich habe mehrmals abgewogen, ob ich hier am Blog nicht offen schreiben soll, zumal sich viele so herzlich und ehrlich für mein (immer noch recht neues) Leben hier im Norden interessieren. Im Moment erscheint es mir aber nicht passend. Es ist und soll privat bleiben. Weil mir aber dieser Spagat zwischen der Person, die ich sein will – und wie ich es am Blog auch vermitteln kann – und wer ich eigentlich bin immer größer wird, wird es auch hier nun stiller werden. Das schrittweise Zurückfahren der Blogaktivität wegen der anhalten Rückenschmerzen war sicher auch eine Erklärung, die ich u.a. für mich selber formuliert habe. Es wurde auch zunehmend anstrengend, zeigbare Alltagsaspekte für den Blog zu finden. Schleichende Blogunlust… Deshalb werde ich auch den Award, den mir das KleineHaus am See verliehen hätte, nicht annehmen.
Als Christin bot sich für mich der Aschermittwoch als Zäsur an. Ich kann mein Leben nicht verändern, vor allem das, was am meisten schmerzt, liegt nicht in meiner Hand. Ich will aber mein ‚Laufwerk‘ umprogrammieren: Grauschleier wegfiltern, Neid und Bitterkeit als potentielle Viren erkennen und am Schutzprogramm abprallen lassen. Wie ich Filter und eine ‚Firewall‘ konstruktiv und anhaltend aufbauen kann, das weiß ich noch nicht. Aber ich will mir in den kommenden Wochen selber begegnen. Ich will herausfinden, was von meinem warmen ‚ich‘ hinter der harten, kalten Schale noch da ist, wie ich das wieder hervorholen kann.
Was den Blog betrifft, so werde ich keine Pause machen, aber ich werde mir keinen Zeitplan mehr vorgeben. Den Gedanken, doch hier etwas für meine Leser regelmäßig schreiben zu müssen, will ich verändern – es soll zu einem Schreiben wollen und Schreiben dürfen werden (auch wenn ich wohl unbewusst Angst habe, so manche deutschsprachigen Kontakte zu verlieren). Über Themen, die sich weiterhin authentisch anfühlen, werde ich auch weiterhin ein bisschen schreiben: Das Land Schweden und seine Bewohner, Bücher, das Wetter ;)

Wie auch immer ihr die kommende Zeit gestaltet, ob als Fastenzeit oder einfach eine Zeit zum Frühling hin, ich wünsche Euch, dass sie gut wird. Und ich danke Euch von Herzen, dass ihr hier lest und immer wieder so nette Kommentare hinterlasst. <3

9 Kommentare:

  1. Ich wünsche dir alles Gute, nimm dir die Zeit, die du brauchst.
    LG Micha

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  2. Alles Gute wünsche ich dir. Nimm dir all die Zeit die du brauchst - ich kann dich verstehen.

    Liebe Grüsse
    Brigitte

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  3. Als stille Blogleserin wünsche ich Dir dass Du Dich wiederfindest. Und als Christin wünsche ich Dir Menschen die Jetzt mit Dir gehen.Alleine schafft man das nicht . Ich weiss das nur zu gut.
    Ein gesgenetes Wochenende aus Süddeutschland
    und liebe Grüsse Ingrid

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  4. Aber nein, du bist und bleibst Barbara, nur hast du es halt grad gar nicht einfach. (Fühl dich hier mal ganz fest gedrückt!!!) Da darf man auch mal seine Ecken zeigen,und granteln, und überhaupt: wer ist schon immer ein Engel? Wichtig ist dass du den Weg findest, wie es dir wieder besser geht, um dich allein geht es! Alles andere findet sich dann....
    Wenn es etwas gibt, das ich dir dabei helfen kann, sag's oder schreib's - ich würd mich freuen für dich was tun zu können.
    Alles alles Liebe und ganz viel Kraft für dich im hohen Norden!
    Liebe Grüße, Karin

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  5. Ich bin stille Leserin, die immer wieder gerne Deine Beiträge liest.
    Wer so selbstkritisch und ehrlich mit sich selber ist und sich auf den Weg macht, findet, entdeckt und spürt bestimmt auch wieder seine Stärken, seine liebevollen Seiten. Von Herzen wünsche ich Dir dafür Geduld, Gelassenheit, Zuversicht und Gottes Segen!
    Ruth

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  6. Ich weiß gar nicht mehr wie ich diese Woche auf diesen wunderschönen Blog gestoßen bin. Und habe mich sehr daran gefreut. Viele wunderschöne Bilder gesehen, mir Bücher notiert die ich bald lesen möchte, mich an Gedanken erfreut und manches zum weiterdenken entdeckt. Und heute nun dachte ich und eine kreative, mutige und ehrliche Frau entdeckt. - Ich habe sicher noch nicht alles gelesen, was es hier zu entdecken gibt und wede sicher noch oft hier vorbeisehen.
    Heute will ich nun mal Danke sagen, für all die Beiträge die ich hier lesen durfte und wünsche dir gute Freunde die dich auch oder auch gerade wegen deinen Ecken und Kanten mögen, die mit dir unterwegs sind und Gottes reichen Segen, seine Liebe und Geduld für den Weg den du gerade gehst.
    Liebe Grüße aus dem Süden Deutschlands
    Tineke

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  7. Liebe Barbara, ich wünsch dir von Herzen alles, alles Liebe. maria

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  8. Liebe Barbara, ich wünsche dir einen Engel an deiner Seite, der dich begleitet und dir wieder die Leichtigkeit des Seins zu spüren gibt.
    Lieber Gruss
    bettina

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  9. Liebe Barbara,

    ich finde es wunderbar, wie ehrlich du mit Dir, deinen Leserinnen/deinen Lesern und der Blogwelt umgehst! Beim Lesen von so einigen Blogs denke ich auch, wie unzulänglich ich selber bin, denn mein Leben ist nicht immer so rosig und ich kann auch nicht den manchmal schweren Alltagsdingen noch etwas schönes abgewinnen. Inzwischen glaube ich, ein Blog zeigt einen Teil und vielleicht auch immer den positiven des Lebens!?!
    Dir wünsche ich viel Kraft, Glück und bald wieder überwiegend positive Ereignisse und Gefühle, aber bleib bitte DU!!!!!

    Alles Liebe
    SANDRA

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