Sonntag, 14. Januar 2018

Meine Kalenderwoche 2



Gehandarbeitet: Ein paar Reihen am Pulli gestrickt und sechs Kugeln für einen Untersetzer gehäkelt.
Gelesen: "Bühlerhöhe" von Brigitte Glaser. Zu spannend zum Aufhören, man möchte schnellstens bis zur letzten Seite lesen!


Geerntet: Topinambur, die ich in ein Gröstl mit anderem Wurzelgemüse schneiden werde.
Gesät: Parika, Chili, Knollensellerie und Lauch
Gebacken: Dinkel-Hamburgerbrötchen, zu denen wir leckere Burger aus schwarzen Bohnen gegessen haben. Den Rest der Woche haben wir mit Brotvorräten bestritten.
Geschleckt: Schokopudding, den es mit Birnen drin als Nachspeise gab.
Gesehen: Jetzt blühen die Felsenbirnen, die ich als Barbarazweige ins Haus geholt habe. Ich habe dieses Mal drei Sorten Zweige geschnitten und nur die Felsenbirne kam jetzt zur Blüte...
Außerdem spitzen die ersten Krokusse im Garten hervor und es gibt noch einiges an Wintersalaten zu ernten.
Gehört: Instrumentalmusik von Kathi Stimmer-Salzeder, während ich die Samenbestellung(en) für diese Saison gemacht habe.
Gemalt: Ein Rotkehlchen, das täglich unser Vogelhäuschen besucht.


Ich wünsche Euch von Herzen einen schönen Sonntag und einen guten Start in die 3. Woche des Jahres!

Freitag, 12. Januar 2018

Unser tägliches Brot - eine Frage der Organisation

Unser tägliches Brot ist nicht nur tägliche Nahrung, es ist auch Heimat und Wohlbefinden. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Skandinavier nicht gerade die Bäckermeister schlechthin sind. Im Gegenteil: Wer schon mal im Urlaub vier Wochen lang labbriges, süßliches Brot essen musste, sehnt die erste Bäckerei hinter der dänischen Grenze herbei. Inzwischen gibt es zwar (wieder) kleinere Handwerksbäckereien, die sich aber viel an der französischen Backkunst orientieren, d.h. viel helles Weizensauerteigbrot. Auch "deutsche" Bäckereien gibt es, die kräftiger gewürztes Brot anbieten, aber doch nicht das gleiche wie ein "Würzlaiberl" vom Bäcker in Niederbayern.
An guter Literatur ist hier inzwischen einiges zusammengekommen und ich könnte zudem noch etliche Kochbücher aufführen, die auch Brotrezepte enthalten z.B. die von Saltå Kvarn. Das englische Vollkornbackbuch habe ich mir in einer Museumsmühle in Minneapolis gekauft, die drei schwedischen in der oberen Reihe habe ich alle geschenkt bekommen. Wirklich viele tolle Rezepte sind im Buch Drunter&Drüber, das Brot für Genießer enthält vor allem viele pfiffige Ideen. Das Buch Gutes Brot von Roswitha Huber ist ja inzwischen ein Standardwerk und bei mir schon gut durchgeblättert, manche Rezepte kann ich schon auswendig. Die beiden Bücher von Lutz Geissler habe ich zu Weihnachten bekommen und ich bin in der Erprobungsphase. Mit dem Heft Brot backen hat mich heute eine liebe Freudin überrascht: So passend und was für ein schöner Wochenendstart mit lieber Post 😊. Brot&Brötchen habe ich auch schon lange, aber es ist nicht so viel in Gebrauch. Die Lust auf Genuss zum Thema Brot backen hat mir meine Mama im Herbst mitgebracht.
Im Wohnzimmer steht meine Mehltruhe. Das Zirbenholz hat mir mein Bruder, der in Davos wohnt, geschenkt und mein Papa hat die Truhe gebaut. 💛 Es ist nicht einfach ganzes Getreide in guter (!) Qualität zu bekommen. Oft nehmen wir im Sommer einige Kilo aus Bayern mit, im Moment decke ich meinen umfangreichen Bedarf mit 700g-Packungen, ebenfalls von Saltå Kvarn, was aber wirklich nicht günstig ist. Zudem gibt es im Moment keinen ganzen Roggen (laut Firmen-Homepage auch hier ein Qualitätsproblem...), so dass ich Roggenschrot gekauft habe, den ich weiter vermahle. In Schweden gibt es auch keine Mehltypen und an Vollkornmehl gibt es einzig Grahamsmehl. Andere komische Mehlsorten sind z.B. Rågsikt (im Bild oben rechts). Da steht zwar Roggen drauf, das Roggenmehl ist aber mit bis zu 60% Weizenmehl vermischt.
Eine Kuriosität in der Mehltruhe ist das Kastanienmehl, das ich demnächst ausprobieren werde.
Vollkornmehl ist für uns das A und O. Seit zwei, ja bald drei Jahren habe ich die Mühle nun und an den Werten, die meinen Mann aufgrund einer chronischer Krankheit* regelmäßig testen lassen muss, können wir die Verbesserung schwarz auf weiß ablesen. Dass ich gutes Brot selber backe, tut uns also gut, seelisch und auch körperlich.
Die Mühle habe ich auf einem Geschirrtuch stehen, was es mir möglich macht, die schwere Mühle auf der Arbeitsfläche leicht nach hinten und vorne zu bewegen. Unter meiner Steinarbeitsplatte ist noch ein Holzbrett zum Ausziehen. Perfekt für die Rührschüssel darunter. 😊
Auf der einen Arbeitsfläche in der Küche stehen nicht immer nur das Mehlsieb und die Mühle bereit, sondern auch der Brotkasten, in dem ich unser Brot problemlos aufbewahre. Im Vordergrund seht ihr noch den Backstein, den ich viel benutze, auch für Pizza u.ä. Und er hat gar nichts gekostet, weil er beschädigt war (die Delle an der Vorderkante)... Ein breiter Pinsel zum Mehl ab-/wegkehren, ein Kruskavel für Knäckebrot sowie zwei Gärkörbchen machen meine Ausrüstung komplett. Achja, die "Schaufel" für die Teiglinge hat mir auch mein Papa gemacht, so dass sich die Laibe leichter auf den Backstein überführen lassen. Ansonsten benutze/zweckentfremde ich andere Gegenstände in der Küche wie Kastenformen oder einen gusseisernen Topf.

Ich bin zuversichtlich, dass das mit der Brotselbstversorgung gut klappt, zudem ich auch immer Überschuss einfrieren kann. Freude bereitet es mir auf jeden Fall!
Die Brotgewürze bekommen natürlich ein eigenes Beet im erweiterten Garten!

*Die überhaupt nichts mit unserer Kinderlosigkeit zu tun hat.

Sonntag, 7. Januar 2018

Meine Kalenderwoche 1

Ein neues Jahr - ein neuer Versuch 
Eure lieben Kommentare waren sehr deutlich: Es wird gewünscht, dass es hier am Blog weitergeht. Ich habe die Tage zwischen den Jahren genutzt und überlegt, was möglich, realistisch und gut für mich sein könnte. Mir macht ja das Schreiben und Fotografieren nach wie vor sehr viel Spass, nur stelle ich mir manchmal mit meinen hohen Ansprüchen selbst ein Bein und das Ergebnis ist gar kein Eintrag anstelle von ein paar kürzeren und anspruchsloseren...
Nun glaube ich eine Lösung gefunden zu haben. Mein Plan ist, euch jeden Sonntag einen Einblick in meine kreative Woche zu geben, mit Bildern und kurzen (!) Notizen. Außerdem habe ich vor, einmal pro Monat einen Thema-Beitrag zu beispielseweise Brot, Garten, Handarbeit oder Schweden zu schreiben. Wir werden sehen...

Woche 1
Gehandarbeitet: Ein neuer Versuch, einen Pullover für meinen Mann zu stricken. Immer noch Finkhofwolle, Merino dick.
Gelesen: "Unterleuten" von Juli Zeh. Ich habe den Roman verschlungen, sehr empfehlenswert!
Geerntet: Den letzten Grünkohl. Mein Mann hat Grünkohlpfannenkuchen gemacht, die sehr lecker waren.
Gesät: Ruccola, Kresse, gelbe Erbsen für Erbsengrünlinge in den Salat, Sprossen angesetzt.
Gebacken: 2018 wollen wir kein Brot kaufen, aber es gibt einen Joker pro Monat. Seit wir zurück im Häuschen sind habe ich Sonnenblumensemmeln und ein Körnerbrot im Topf nach Lutz Geissler gebacken. Außerdem werden heute noch zwei Sauerteig-Roggenbrote in den Ofen wandern.
Gesehen: Die Zaubernuss, die ich letztes Jahr gesetzt habe, blüht schon! 💛
Gemalt: Eine Christrose, die ich aus meiner Haustürenbepflanzung gepflückt habe.

Ich wünsche Euch von Herzen einen schönen Sonntag und einen guten Start in die 2. Woche des Jahres!

Sonntag, 17. Dezember 2017

Grüne Therapie

Durch die Krisen der letzten Jahre hindurch war unser Garten der wichtigste Rückzugs- und Kraftort für mich. Wenn ich mit Pflanzen zu tun habe, Erde unter den Nägeln habe und den Duft von Apfelminze wahrnehme, kann ich vieles ausblenden, im Hier und Jetzt sein, neue Energie gewinnen und freisetzen.
Bis jetzt habe ich viel "kreativ" gegärtnert und konnte auch viele Erfolge einfahren, aber gerade diesen Herbst hat mich eine fehlende Struktur zunehmend genervt, vielleicht, weil ich Struktur und Ordnung gebraucht hätte. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie viel man aus dem Garten rausholen kann. Seit Juli habe ich genau 2 Salatköpfe gekauft, keine einzige Tomate und jetzt Mitte Dezember steht noch immer Schwarzkohl im Garten.
Als ich an einem grauen Novembertag mir nur selbst leid tat, auf dem Küchensofa lag und in Zeitschriften blätterte, fand ich eine Anzeige: Intensivkurs Bio-Gartenbau auf Distanz, Bewerbungsschluss 1. Dezember.
Ich war wie elektrisiert, es war, als hätte ich genau diese Anzeige, dieses Puzzleteil, gebraucht. Mit meinem Mann schrieb ich eine Bewerbung und am Nikolaustag bekam ich die Zusage.
Seit dem habe ich schon alle Kursbücher bestellt, unzählige Male unseren Garten in Gedanken umgegraben und umstrukturiert, Samenkataloge gewälzt und glücklich vor mich hingelächelt. 💚
Es wird sicher kein einfaches Jahr, immerhin werde ich weiter arbeiten und für den Kurs sind 40 Stunden/Woche veranschlagt. Andererseits bin ich hoch motiviert, ich kann alle Aufgaben in meinem eigenen Garten durchführen und die Dokumentation/Bilder sowie die Aufsätze werde ich an die Hochschule schicken. Zudem habe ich ja inzwischen einiges an Erfahrung mit Studium und Arbeit ;-)
Ich freue mich darauf, die Perspektive gibt mir Kraft und Mut und wir werden ein Jahr lang sehr viel und leckeres Gemüse essen (und danach hoffentlich jedes weitere Jahr auch...). Das heißt auch, dass der Blog wohl gartenlastiger wird, aber ich hoffe, ihr lest davon genau so gern, wie von meinen Handarbeits- und Küchenprojekten.

Freitag, 15. Dezember 2017

Die Notbremse ziehen

Heute bin ich krank geschrieben. Nur heute, am letzten Freitag vor den Weihnachtsferien. Nein, ich bin nicht krank im eigentlichen Sinn, keine Erkältung, kein Fieber. Aber meine Seele ist erkältet.
Vor einem Jahr war ich richtig krank. Ich wurde wegen einer mittelschweren Depression 50% krank geschrieben. Ich habe auch fast ein Jahr lang Antidepressiva eingenommen. In der Schule kursier(t)en die wildesten Gerüchte, dass ich ausgebrannt war.
Ich (und ich bin bei weitem kein Einzelfall) war aber einfach so lange traurig, dass es chronisch wurde und wenn man richtig traurig ist, kann man auch nicht richtig arbeiten (schon gar nicht in einer Klasse mit 6 Inklusionsschülern).
Ich hatte Glück, ich habe die richtige Ärztin zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Mithilfe der Medizin und einer Psychologin habe ich das Schlimmste überwunden. Und ich will nie wieder in dieses abgrundtiefe Loch fallen.
Jetzt passe ich gut auf mich selber auf. Und wenn ich einen Tag vor Weihnachten ein bisschen traurig sein muss, weil ich an das Sternchen denke und wie das Weihnachtsfest hätte sein können, dann ziehe ich die Notbremse und steige aus dem Schnellzug aus.
Ich habe heute Vormittag einen Spaziergang im Naturschutzgebiet hinter unserem Haus gemacht. Es tat gut, mich bei Tageslicht draußen zu bewegen, niemandem zu begegnen und einfach nur atmen und denken zu können. Dabei kamen mir Ideen zu diesem Blogeintrag. Und ich entschied mich schließlich, dass ich ihn schreiben möchte, dass ich darüber reden möchte.
Ich konnte diesen Herbst ein paar Weichen für mich selbst stellen und ich sehe mit Vorfreude dem Lichtstreif am Horizont entgegen.

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Besonderes Mehl

Mein Mann kommt ja aus dem Värmland, jener waldreichen Region an der Grenze zu Norwegen, die auch die Heimat von Selma Lagerlöf war. Damals wie heute zieht die Region rund um Arvika vor allem Künstler an und auch der Großvater meines Mannes kam damals deswegen dorthin.
Der Kerzenständer, der sog. Taserudsstake, ist ein echtes värmländisches Original, das noch heute in und um Arvika hergestellt wird. Eine andere värmländische Besonderheit ist das Skrädmjöl, das in der Mühle Stöpafors kvarn gemahlen wird. Das Besondere an diesem Hafermehl ist die Tatsache, dass der Hafer zuerst geröstet wird, bevor er vermahlen wird.
Das skrädmjöl duftet ganz herrlich nach geröstetem Hafer und unterscheidet sich auch in der Farbe deutlich vom Weizenmehl.
Neulich habe ich diese leckeren Kekse gebacken und ich möchte hier das Rezept mit euch teilen:
  • 2 dl Skrädmjöl/Hafermehl
  • 1 1/2 dl Weizenmehl
  • 1 dl Zucker
  • 125 g Butter
  • einige Löffel Marmelade, z.B. Preiselbeer oder Johannisbeere
Aus Mehl, Zucker und Butter einen Mürbteig herstellen und zu Rollen geformt im Kühlschrank eine halbe Stunde ruhen lassen.
Vom Teig Scheiben abschneiden, eine Vertiefung eindrücken und mit einem Klecks Marmelade füllen.
Im vorgeheizten Ofen bei 200°C etwa eine Viertel Stunde backen. In einer Blechdose aufbewahren.

Montag, 4. Dezember 2017

Licht im Dunkeln: Sofiero

Vor ein paar Wochen haben wir das Schlösschen Sofiero (sprich: Sofi-e-ruh, also Sofienruhe) bei Helsingborg besucht. Der Schlosspark war mit verschiedenen Lichtinstallationen ausgeleuchtet und es war ganz zauberhaft, dort herum zu spazieren. Allerdings war es auch recht speziell, einen Ort im Dunkeln zu besuchen, den man noch nie bei Tageslicht gesehen hat. Aber das werden wir nachholen, denn die kleine Schlossgärtnerei muss ich unbedingt mal wieder besuchen...