Oh, diese Woche hatte es in sich... Ich musste wieder mit der Arbeit beginnen und dieses Jahr hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich keine echten Ferien gehabt hatte, da es mir viele Wochen nicht so gut ging.
Wie dem auch sei, pünktlich zum Arbeitsbeginn kam auch der Spätsommer mit ordentlich Regen und vielen bewölkten Tagen sowie gemäßigten Temperaturen. An der Schule hatten wir Planungs- und Konferenztage und es war chaotisch wie immer. Also wer noch immer das schwedische Schulsystem lobt, der hat wahrlich keine Ahnung: Systematische Überbelastung der Lehrkräfte (weil Lehrermangel; in 5 Jahren werden 17000 (!) Lehrer fehlen), Inklusion bis zum geht-nicht-mehr (auf Kosten aller Kinder) und große Klassen sowie fehlende Finanzen. Freitagnacht konnte ich mehrere Stunden nicht schlafen, weil mir über die kommende Schul- und Klassensituation den Kopf zerbrach.
Jetzt ist aber Sonntag und ich freue mich nun doch schon ein bisschen auf meine Schüler. Dieses Schuljahr werden es 26 sein, weiterhin 3 davon als Inklusionsschüler und 4 mit erhöhtem Förderbedarf. Wir werden es uns so schön wie möglich machen, um die Arbeitszeitprobleme soll sich der Lehrerverband kümmern und für mich ist es ja nur noch bis zu den Weihnachtsferien. Morgen werden wir Origami falten, uns kennen lernen (7 neue SchülerInnen) und dann am Nachmittag werde ich versuchen, unseren Alltag langsam wieder auf Arbeitsalltag einzustellen.
Für mich als Apfellieben-Erinnerung, an ein Leben außerhalb der Schule am Nachmittag im Garten, habe ich die Klassendienstkarten als Äpfel gewählt 🍎
Sonntag, 19. August 2018
Montag, 13. August 2018
Apfelliebe: Apfelkuchen zum Abschied
Unsere Lieblingsnachbarn gehen für 3 Jahre in die Vereinigten Arabischen Emirate, wo der Mann eine Projektanstellung bekommen hat. Das tut uns etwas leid, denn es war wirklich eine sehr angenehme Nachbarschaft und v.a. hatte der Nachbar vier Bienenstöcke, von denen mein Garten und unsere Obstbäume wirklich profitiert haben. Die Bienen sind schon zu seinen Eltern umgesiedelt worden und nächste Woche es geht auch für die Nachbarsfamilie los. Es wird auch spannend, wer dann da einziehen wird (sie vermieten das Haus...).
Vor Kurzem waren wir bei ihnen zum Abschiedsessen und ich habe einen Apfelkuchen mitgebracht. Weil das Ganze sehr spontan war, musste ein schnelles Rezept her, für das ich alles zu Hause hatte. Ich machte schließlich einen Kuchen, wieder aus einem Saltå Kvarn-Kochbuch, und weil der sooo gut war, möchte ich das Rezept hier mit euch teilen.
Für eine Springform 18-20 cm Durchmesser:
Den Rührteig in die Form geben und dann den Kuchen mit Apfelschnitzen von
Vor Kurzem waren wir bei ihnen zum Abschiedsessen und ich habe einen Apfelkuchen mitgebracht. Weil das Ganze sehr spontan war, musste ein schnelles Rezept her, für das ich alles zu Hause hatte. Ich machte schließlich einen Kuchen, wieder aus einem Saltå Kvarn-Kochbuch, und weil der sooo gut war, möchte ich das Rezept hier mit euch teilen.
Für eine Springform 18-20 cm Durchmesser:
- 125 g Butter
- 1 1/2 dl Rohrzucker
- 2 Eier
- 2 TL gemahlener/zerstoßener Kardamom
- 2 1/2 dl Mehl (ich habe Dinkelmehl verwendet)
- 1 TL Backpulver
- 2 EL Naturjoghurt
Den Rührteig in die Form geben und dann den Kuchen mit Apfelschnitzen von
- 3 säuerlichen Äpfeln belegen und mit
- 2-3 EL Rohrzucker sowie
- 1 EL Zimt
- und 2 EL Pinienkerne bestreuen.
***
{Hinweis: Im Folgenden verlinke ich auf eine Seite, die kommerzieller Art ist. Ich habe aber keinerlei Absprachen o.ä. mit den Betreibern der Seite, sondern möchte Euch darauf nur deshalb hinweisen, weil mir der Inhalt der Seite als hilfreich und interessant erscheint.}
Auf der Seite von Saltå Kvarn gibt es auch ganz viele Rezepte, die man sich vielleicht mit rudimentären Schwedisch-Kenntnissen oder einem Übersetzungsprogramm mal durchschauen kann.
Freitag, 10. August 2018
Gärtnern mit Wetterextremen
... ist zwar eine Herausforderung, aber kein Problem. Hier kommen ein paar Tipps und Tricks, die wir im Gartenkurs erarbeitet haben.
Zuerst ist es wichtig, dass die GärtnerIn gut ausgerüstet ist: Sonnen- oder Regenschutz, ausreichend zu trinken (in den kalten Jahreszeiten auch gerne eine Thermoskanne), eventuell eine kleine Zwischenmahlzeit, so dass man nicht ständig ins Haus laufen muss, und bequeme Kleidung entsprechend den Witterungsbedingungen. Je wohler man sich im Garten (und in seiner Haut) fühlt, desto besser und ausdauernder kann man darin arbeiten.
Bei Hitze und Trockenheit:
- Der erste Schritt zu widerstandsfähigen Pflanzen sind a) Direktsaat und b) samenfestes Saatgut (keine F1-Hybriden): Pflänzchen, die direkt aus dem Samen im Beet aufgehen, entwickeln in der Regel viel tiefere Wurzeln als Pflänzchen, die umgetopft und ausgepflanzt werden. Wenn man samenfestes Saatgut verwendet, kann man am Ende der Saison selbst Samen von den Pflanzen gewinnen, die mit den Wetterextremen am besten zurecht gekommen sind.
- Vlies schützt die Pflanzen nicht nur vor Kälte, sondern das ganze Jahr über vor der sengenden Sonne, reduziert die Verdunstung und hält auch Schädlinge ab, z.B. Kohlweißlinge o.ä.
- Rasenschnitt/Mulch hält die Erde kühler und feucht, kann zusätzlich Feuchtigkeit speichern und reduziert die Verdunstung.
- Wenn man Gießen nicht vermeiden kann, dann beispielsweise direkt in Gießtöpfe (siehe Foto oben) gießen. Dadurch kommt das Wasser direkt an die Wurzeln und es kann nichts an der Oberfläche weglaufen oder verdunsten. Man reduziert auch das Krankheitsrisiko, wenn die Blätter der Pflanzen trocken bleiben.
Als Gießwasser verwende ich u.a. Wasser aus der Küche, z.B. vom Kartoffelwaschen o.ä., wenn Regenwasser nur begrenzt vorhanden ist.
- Beschattung durch Mischkultur: Wer verschiedene Gemüse anbaut, die verschiedene Höhen und Blattgrößen aufweisen, erhält auch automatisch eine Art Stockwerkbau, bei dem sich die Pflanzen gegenseitig beschatten können bzw. wird der Boden ideal bedeckt.
- Gründüngung: Hat man eine Kultur abgeerntet und ist das Wetter zu heiß/trocken für eine Neusaat, kann man eine Gründüngung zwischensäen (Boden immer bedeckt halten!). Buchweizen ist beispielsweise ziemlich wärmetolerant und außerdem mit keiner Gemüseart verwandt, so dass nach ihm alles wieder angebaut werden kann. Bevor die Gründüngung zu blühen beginnt, kann man sie abschneiden und das Material wieder als Mulch benutzen.
Bei feucht-kaltem Wetter:
Bei länger anhaltendem Regen und kühlen Termperaturen kann man tatsächlich auch die gleichen Methoden verwenden, nur haben sie da einen anderen Effekt:
Vlies schützt z.B. vor Schäden durch Starkregen und verhindert Auswaschungen. Auch Mulch verhindert, dass wertvoller Oberboden weggespült wird. Zudem isoliert die Mulchschicht zusätzlich bei kühlen Temperaturen und kann, wenn sie wie ein Kragen um die Pflanze gelegt wird, auch als Miniwindschutz funktionieren. Die verschiedenen Stockwerke der Mischkultur können wie "Regenschirme" für kleinere und zartere Pflänzchen sein und außerdem vor Wind schützen. Gründüngung sollte generell die Beete während der kalten Jahreszeit bedecken, damit der Boden geschützt bis ins Frühjahr kommt.
Habt ihr noch weitere schlaue Tipps und Strategien?
Zuerst ist es wichtig, dass die GärtnerIn gut ausgerüstet ist: Sonnen- oder Regenschutz, ausreichend zu trinken (in den kalten Jahreszeiten auch gerne eine Thermoskanne), eventuell eine kleine Zwischenmahlzeit, so dass man nicht ständig ins Haus laufen muss, und bequeme Kleidung entsprechend den Witterungsbedingungen. Je wohler man sich im Garten (und in seiner Haut) fühlt, desto besser und ausdauernder kann man darin arbeiten.
Bei Hitze und Trockenheit:
- Der erste Schritt zu widerstandsfähigen Pflanzen sind a) Direktsaat und b) samenfestes Saatgut (keine F1-Hybriden): Pflänzchen, die direkt aus dem Samen im Beet aufgehen, entwickeln in der Regel viel tiefere Wurzeln als Pflänzchen, die umgetopft und ausgepflanzt werden. Wenn man samenfestes Saatgut verwendet, kann man am Ende der Saison selbst Samen von den Pflanzen gewinnen, die mit den Wetterextremen am besten zurecht gekommen sind.
- Vlies schützt die Pflanzen nicht nur vor Kälte, sondern das ganze Jahr über vor der sengenden Sonne, reduziert die Verdunstung und hält auch Schädlinge ab, z.B. Kohlweißlinge o.ä.
- Rasenschnitt/Mulch hält die Erde kühler und feucht, kann zusätzlich Feuchtigkeit speichern und reduziert die Verdunstung.
- Wenn man Gießen nicht vermeiden kann, dann beispielsweise direkt in Gießtöpfe (siehe Foto oben) gießen. Dadurch kommt das Wasser direkt an die Wurzeln und es kann nichts an der Oberfläche weglaufen oder verdunsten. Man reduziert auch das Krankheitsrisiko, wenn die Blätter der Pflanzen trocken bleiben.
Als Gießwasser verwende ich u.a. Wasser aus der Küche, z.B. vom Kartoffelwaschen o.ä., wenn Regenwasser nur begrenzt vorhanden ist.
- Beschattung durch Mischkultur: Wer verschiedene Gemüse anbaut, die verschiedene Höhen und Blattgrößen aufweisen, erhält auch automatisch eine Art Stockwerkbau, bei dem sich die Pflanzen gegenseitig beschatten können bzw. wird der Boden ideal bedeckt.
- Gründüngung: Hat man eine Kultur abgeerntet und ist das Wetter zu heiß/trocken für eine Neusaat, kann man eine Gründüngung zwischensäen (Boden immer bedeckt halten!). Buchweizen ist beispielsweise ziemlich wärmetolerant und außerdem mit keiner Gemüseart verwandt, so dass nach ihm alles wieder angebaut werden kann. Bevor die Gründüngung zu blühen beginnt, kann man sie abschneiden und das Material wieder als Mulch benutzen.
| Mit Vlies bekommt die Gründüngung einen guten Start, auch im heißesten August. |
| Ungeschälter Buchweizen aus dem Bioladen als Saatgut verwendet |
Bei länger anhaltendem Regen und kühlen Termperaturen kann man tatsächlich auch die gleichen Methoden verwenden, nur haben sie da einen anderen Effekt:
Vlies schützt z.B. vor Schäden durch Starkregen und verhindert Auswaschungen. Auch Mulch verhindert, dass wertvoller Oberboden weggespült wird. Zudem isoliert die Mulchschicht zusätzlich bei kühlen Temperaturen und kann, wenn sie wie ein Kragen um die Pflanze gelegt wird, auch als Miniwindschutz funktionieren. Die verschiedenen Stockwerke der Mischkultur können wie "Regenschirme" für kleinere und zartere Pflänzchen sein und außerdem vor Wind schützen. Gründüngung sollte generell die Beete während der kalten Jahreszeit bedecken, damit der Boden geschützt bis ins Frühjahr kommt.
Habt ihr noch weitere schlaue Tipps und Strategien?
Eine kleine Frage
Seht ihr automatisch den Hinweis bzgl. cookies u.ä. oben/unten auf der Seite wenn ihr meinen Blog aufruft? Ich wäre dankbar für eine kurze Rückmeldung!
Donnerstag, 9. August 2018
Garten - Fragen und Antworten
Bei meinem letzten Gartenpost kamen ein paar Fragen auf, die ich gerne hier beantworten möchte.
Regula fragte: Hast du dich bewusst entschieden, den Garten "am Boden" zu machen? Hier bauen alle Leute Hochbete.
Ja, ich habe mich bewusst dafür entschieden, da mir u.a. der Materialaufwand (Baumaterial, Erde usw.) für Hochbeete entschieden zu hoch war. Zudem zeigt sich jetzt, wie vorteilhaft die "Bodennähe" bei der jetzigen Trockenheit ist (in den Kästen, die etwas erhöht sind, ist die Erdtemperatur höher und das Wasser versickert tiefer). Aus meiner Sicht ist es durchaus legitim Hochbeete anzulegen, wenn man z.B. Probleme mit dem Rücken/Knien o.ä. hat, aber ich beobachte auch einen gewissen Markt/Trend, der mit neuen Anschaffungen und teilweise viel Geld verbunden ist. Die bodennahen Beete haben sich über Jahrhunderte bewährt und ich glaube auch, dass sie langfristig weiter Bestand haben werden. Die bodennahen Beete zeichnen sich auch dadurch aus, dass ich mit wenig Platz und Aufwand große Anbauflächen habe (meine Gänge/Bretter zwischen den Beeten sind z.B. nur 20 cm, bei Hochbeeten müsste ich wesentlich mehr Platz für Gänge einplanen, damit ich mit dem Po auch durchpasse und mich umdrehen kann).
Stefanie fragte: Wie anders es alleine durch die EInfassungen wirkt, irgendwie aufgeräumter. Warum war das sinnvoll?
Die äußere Einfassung soll eine deutliche Kante/Begrenzung zwischen Rasen und Beeten schaffen. An den geraden Brettern kann man gut entlang mähen oder schneiden. Zudem wird die Erde der Beete nicht so leicht auf den Rasen "geschludert", wenn man an den Rändern umgräbt o.ä. tut. Theoretisch könnte ich die Einfassung auch noch mit einem Kupferband oder einer anderen Schneckenbarriere versehen (dieses Jahr ist es den Schnecken zum Glück zu trocken). Außerdem wollte ich den Garten formal ein bisschen an die alten Bauerngärten/Potager anlehnen und da geben die Bretter den Rahmen vor.
TAC kommentierte: Ich wusste gar nicht, dass man mit Gras auf den Beeten mulchen kann. In normalen Sommern müssen meine Männer einmal die Woche mähen. Wir haben das Gras immer in den Kompost getan.
Dazu passt auch die zweite Frage von Stefanie:Und den Mulch, den macht ihr zwischen die Saatreihen oder auf die Saatreihen drauf?
Rasenschnitt kann sowohl als Mulchdecke (Reduzierung der Verdunstung bzw. Schutz vor Auswaschen bei hohen Niederschlägen) gesehen werden, aber auch als Langzeitdüngergabe und Nahrung für die Bodenlebewesen.
Ich lege den Mulch zwischen die Saatreihen bzw. dann um die jungen Pflanzen rundum. Frischer Rasenschnitt ist praktisch und leicht zu verteilen.
Langfristig kann man mit regelmäßigem Abdecken mit Rasenschnitt einen "grabungsfreien" Garten erzielen: Deckt man die Beete im Herbst gut ab, muss man im Frühjahr das Material an den entsprechenden Stellen nur ein bisschen zur Seite rechen und man hat lockere, feuchte Erde darunter. Getrockneter Rasenschnitt auf den Beeten ist nicht immer der allerschönste Anblick (bzw. entspricht nicht unserem gewohnten Bild von einem ordentlichen Gartenbeet), aber man spart sich auch das Unkrautjäten, da der Rasenschnitt das Unkraut erstickt/nicht so durchlässt.
Stellt gerne weitere Fragen, das ist für mich auch eine Möglichkeit das neu Gelernte zu vertiefen und nochmal zu wiederholen! Bei Interesse können wir im Frühjahr auch einen Mini-Kurs/Garden along mit dem Erstellen von Fruchtfolgen machen 🌿
Mittwoch, 8. August 2018
Noch ein paar freie Tage
Das Ende der Sommerferien naht und für meinen Mann hat der Arbeitsalltag eigentlich schon wieder begonnen. Er konnte sich aber ein paar Tage vor und nach dem Wochenende frei nehmen (bzw. letzte Woche konnte er gar nicht mehr in die Arbeit, da die Klimaanlage im Gebäude wegen Überhitzung (!) kaputt gegangen war und so wurden alle wegen der heißen Temperaturen im Haus heimgeschickt...) und so nutzen wir die Tage um gemeinsam mit meinem Schwesterherz und ihrem Freund ein bisschen Regional-Urlaub zu machen.
Wir begannen mit einem Tagesausflug auf eine Westküsteninsel, wo wir eine Rundwanderung von gut 12 km machten. Dank einer anhaltenden Brise waren dort die Temperaturen ganz erträglich :-)
Wir begannen mit einem Tagesausflug auf eine Westküsteninsel, wo wir eine Rundwanderung von gut 12 km machten. Dank einer anhaltenden Brise waren dort die Temperaturen ganz erträglich :-)
Ein paar Tage später brachen wir Richtung Norden auf, wo wir bei den Schwiegereltern unterkamen und Tagesausflüge in die Umgebung machten. Gestern Abend kamen wir wohlbehalten wieder zurück, voll mit Eindrücken und Mitbringseln (ich habe schon einen Preis für das Handarbeitsbingo gekauft 😊).
| Apfelinspiration und -wissen durften nicht fehlen |
| Auch historische Gärten sind immer einen Besuch wert. |
Mittwoch, 1. August 2018
Der Gartenkurs (Teil 2)
Ja, nachdem dann alles vorbereitet war, begann ich nach und nach zu säen und die ersten Setzlinge auszupflanzen. Das war schon nicht einfach, denn ab dem 3. Mai hatte es kaum mehr geregnet. Der Lehmboden war aber gut mit (Schmelz-)Wasser gesättigt und unsere Kursleiterin ermutigte uns, begleitet von guten Ratschlägen.
Ich arbeitete viel mit Komposterde, die ich glücklicherweise ausreichend zur Verfügung hatte. Entweder ganz als "Decke" oder angehäufelt in Rillen für die Direktsaat.
Die Lehmklumpen ließ ich Lehmklumpen sein, wir konnten sie nicht einfach zerkleinern und in ihnen war wertvolle Feuchtigkeit gespeichert. Sie werden sich im Laufe der Jahre durch die Zuführung von organischem Material weitestgehend "auflösen".
Außerdem arbeitete ich viel mit Grasschnitt, den ich zwischen den Reihen ausbrachte. Das hat sich bis jetzt super bewährt! Zum einen enthält der Grasschnitt viel organisches Material, das den Bodelebewesen zur Verfügung steht, und zum anderen schützt es den Boden vor dem Austrocknen/reduziert die Verdunstung.
Mitte Mai pflanzte ich noch den Mais aus und dann ging es mit meiner körperlichen und seelischen Verfassung rasant bergab während die Temperaturen stiegen. Ich empfand den Garten nur noch als Belastung, der Kurs war wie ein extra Gewicht am Bein - und immer noch eine Arbeit, noch eine Dokumentation, noch eine Aufgabe, die eingeschickt werden sollte. Ich zweifelte stark, ob das meiner Psyche - wie anfangs geplant - noch zuträglich war, oder ob ich das Handtuch werfen sollte. Mein Mann ermutigte mich und in Absprache mit der Kursleiterin konnte ich manche Aufgabe etwas theoretischer (statt nur praktisch im Garten) bearbeiten und mein Mann las oft spät abends noch Korrektur. Etwas in mir wollte diesen Kurs unbedingt weitermachen, vielleicht auch als Notfallplan, wenn die Behandlungen nicht so positiv verlaufen wären.
Mitte Juni sah der Garten dann aber so aus und mir war zum Heulen: Alles wuchs ineinander, alles sah lieblos, braun und verwahrlost aus. Wo sollte ich nur anfangen?
Dann kam aber Hilfe, die was von ihrer Sache versteht: Meine Eltern machten "Arbeitsurlaub" bei uns und wer anders, als meine Mama, die schon ihr Leben lang (sehr erfolgreich!) gegartelt hat - wiederum genetisch geprägt von meiner Oma, die mit gut 90 Jahren das garteln immer noch nicht lassen kann, konnte mir besser unter die Arme greifen?!
Sie wusste gleich was zu tun war, so dass ich zumindest die letzte Aufgabe für das Frühlingshalbjahr noch bestehen konnte. Mein Papa wurde angewiesen Einfassungen zu bauen, mein Mann musste den Rasen mähen, so dass genügend Mulch/Grasschnitt zur Verfügung stand. Bretter zwischen den Beeten und letzte Aussaaten machten, dass ich wieder im Plan war.
So brachten wir bis Anfang Juli den Garten wieder in Schuss und seit ein paar Woche bin ich auch wieder einsatzfähig. Am Montag hatten wir wieder unser erstes Kurstreffen (google classroom) und ich freue mich wieder auf die Aufgaben und Herausforderungen.
Wie der Garten jetzt, Anfang August, aussieht, zeige ich euch bei einem Gartenrundgang demnächst.
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