Mittwoch, 19. September 2018

September im Garten

Im September ist es noch lange nicht zu spät, noch eine weitere Gartenrunde zu starten. "Winteranbau" oder "Anbau rund ums Jahr" sind Schlagwörter, die man immer öfter hören oder lesen kann.
Die Aussicht, nach diesem Sommer mit Hindernissen nochmal durchzustarten, war durchaus verlockend. Außerdem habe ich im Gartenkurs viel gehört und gelesen, wie man die sich verändernden Jahreszeitenmuster als Möglichkeit sehen kann, die Anbauphasen zu verlängern bzw. besser zu nutzen. Ich begann damit, meine Samenkiste durchzusehen und Saatgut auszuwählen, das im September noch in die Gänge kommt.
Ich wählte u.a. Wintersalate, Asiasalat, Winterportulak, Rettich. Man könnte auch noch Radieschen oder Petersilie säen.
Ich bereitete drei Krägen/Beete vor. Ich habe mich für diese entschieden, da ich diese am leichtesten abdecken kann und damit auch zum Ernten öffnen und dann wieder bedecken kann. Es wäre ja schade, wenn ich schönen Wintersalat hätte, der unerreichbar unter einer dicken Schneeschicht steht.
Eine Reihe Dill säte ich direkt mit Samen von der Pflanze, die ich entfernte. Den Dill möchte ich noch vor dem Winter ernten, in der Regel kann man schon 40 Tage nach der Aussaat Blättchen abzupfen. Zwischen den Reihen verteilte ich Rasenschnitt, der schon angewelkt war.
Wintersalat - Lauchzwiebel - Dill - Lauchzwiebel - Wintersalat
Ich deckte jetzt noch nur mit einem Baustahlgitter ab, das v.a. die Vögel davon abhalten soll, in den Beeten zu scharren. Wenn es kühler wird, werde ich Bögen aus Zweigen einstecken und dann eine Vlieshaube darüber .
In den zweiten Kragen säte ich Asiasalate und in den dritten, der an der Hauswand steht, streute ich Postelein, auch als Winter-Portulak bekannt.
Hier wird sich eine Zeit lang noch nichts tun, denn Postelein kommt erst bei Temperaturen unter 12 Grad so richtig in Schwung.
In den beiden ersten Beeten tut sich nun aber schon etwas und ich freue mich, dass vieles so schön gedeiht. Jetzt bräuchten wir noch ein paar sonnige Tage, damit sich die Pflänzchen gut entwickeln können.
Habt ihr bestimmte Gemüse, die ihr im Herbst noch aussät - entweder für eine Ernte im Spätherbst oder für eine frühe Ernte im Frühling?
Ich möchte die kommenden Tage noch Rettich, Feldsalat und natürlich Spinat säen. 

Montag, 17. September 2018

HerbstHandarbeitsbingo: Therapeutische Regenbogendecke

Im September vor 2 Jahren war es nicht mehr zu übersehen, dass beide Nachbarinnen im Winter Nachwuchs bekommen würden. Für mich war das ein ziemlicher Schlag und auch eine Bestätigung, dass der Umzug (neue Umgebung, dauerhaft sesshaft werden) wieder keine Veränderung gebracht hatte. Ich heulte einen Nachmittag lang, dann lud ich zum zweiten Mal (das erste Mal war schon in Stockholm) einen Antrag auf eine gynekologische Untersuchung am Uni-Klinikum herunter, füllte ihn aus und schickte ihn ab. Und ich suchte mir etwas, womit ich meine Hände während einer vermutlich langen Zeit beschäftigen kann.
Nach jedem Arzttermin o.ä. strickte ich ein Quadrat, das ich irgendwann in eine große Decke einarbeiten würde. Eine Decke, in die ich mich einhüllen und verkriechen könnte. Oder in die ich im besten Fall jemand anderes einwickeln und damit wärmen könnte.
Ich schaffte genau 8 Quadrate, bis ich eines unserem Sternchen symbolisch mit auf den Weg geben musste. Und plötzlich war es kein konstruktives Strickprojekt mehr, sondern eines, das mit vielen negativen Gefühlen aufgeladen war.
Das war im September vor einem Jahr.
Ich schloss die Kiste und rührte sie nicht mehr an.
Jetzt ist wieder September und seit einigen Wochen stricke ich wieder Quadrate, die mich wieder bei Arztterminen begleiten, die mich am Abend zur Ruhe kommen lassen, die mir Halt geben. Der Rhytmus des Strickens gibt mir Gelassenheit und Sicherheit, am Faden entlang taste ich mich von Masche zu Masche durch die Tage.
Neun mal neun Quadrate sollen es werden, im besten Fall. Ich stricke mit Finkhof Merinowolle dünn in neun Farben und mit Naturgrau als Umrandung.
Ich habe also ein großes Projekt in Angriff genommen und ich stricke ein Loch-/Lacemuster, aus dem sich die Blumensterne formen, bevor sie von kraus rechts Reihen umrandet werden.
Mir hilft das Stricken ungemein, ich weiß nicht, was ich mit mir anfangen würde, wenn ich die Handarbeiten nicht hätte. Gute Gedanken, Ängste, Reflektionen, Freude, all das stricke ich in meine Maschen ein. Das tut mir sehr gut.
Ob ich am Ende noch ein Bingofeld (nämlich "etwas aus vielen, kleinen Teilen handarbeiten") ankreuzen kann, sei dahin gestellt. Damit ich mir das selbst erlaube, müsste ich nämlich noch unzählige (!) Fäden vernähen, die Quadrate waschen, spannen und zusammenhäkeln. Und Hetzen oder Eilen möchte ich nicht, ich möchte den Rhytmus, der mir so gut tut, beibehalten.

Sonntag, 16. September 2018

Garten: Mein Bohnengestell

Gesa hatte den Wunsch geäußert, dass sie doch gerne einen näheren Blick auf mein Bohnengestell werfen möchte. Aber bitte, hereinspaziert in meinen Gemüsegarten! :-)



So sah das Gestell frisch gebaut im Juli aus. Vom Prinzip her ist es so aufgebaut: Es sind drei Reihen mit je sechs - sieben - sechs Stagen im Versatz. Jede Stange besteht aus einer "Bodenstange" von ca 1,2 m Länge, am unteren Ende angespitzt. Die kann man so einfach mit voller Kraft in den Boden schlagen. Mit einem Überstand/einer Überlappung von ca. 25 cm wird an den Bodenstangen dann die Verlängerung mit 2-3 Schrauben befestigt, so dass die Bohnenstange eine Gesamthöhe von etwa 2 m erreicht. Höher ist bei mir nicht sinnvoll, da ich selbst nicht so groß bin.
Da wir hier an der Westküste viel Wind haben, ist jede Reihe einmal mit einer Querstange oben (gesamte Länge, ca 3 m) und außerdem mit zwei 2 Schrägstangen verbunden. Außerdem sind die drei Reihen an den Stirnseiten mit Abschnittstücken noch einmal verstrebt.
Alles wurde geschraubt, denn dann kann man im Herbst das Gestell leicht zerlegen und nächstes Jahr auf einem anderen Beet wieder aufbauen.
Ende August sah das Bohnengestell jetzt so aus. Ich habe sechs verschiedene Sorten gepflanzt: 2 verschiedene Feuerbohnen, zwei Borlottibohnen zum Trocknen (u.a. "Spatzeneier", die hoffentlich noch was werden) und zwei normale Stangenbohnen, einmal "Ruhm vom Vorgebirge" und eine Wachsbohne.





Drei Stangen mit je 6 Samen/Pflanzen pro Sorte reicht völlig aus. Ich kann sogar noch einige Portionen einfrieren. Damit es in unserem zwei Personen-Haushalt essenstechnisch nicht langweilig wird, setzte ich lieber auf kleine Einheiten und Vielfalt. Gerade die verschiedenen Blüten sind wunderschön!



Mittwoch, 12. September 2018

Noch ein Brombeerkuchen

Ja, macht sie denn gar nichts anderes mehr als backen?! werden sich einige von Euch fragen...
Doch, ich mache auch noch Apfelmus, Apfelsaft und getrocknete Apfelringe im großen Stil, wenn ich die Kraft dazu habe, und natürlich noch ein bisschen Haushalt und Garten...
Die letzte(n) Woche(n) waren sehr hart und nach einigen Arztbesuchen bin ich jetzt nur noch Teilzeit an der Schule. Ich versuche nun fleißig, mich zu erholen (viiiel Schlaf!) und die Gespenster der Vergangenheit mit konstruktiven Aktivitäten in Schach zu halten. Backen ist da so eine (gell, Karin...) 😉
Da uns der Garten immer noch mit Brombeeren beschenkt, habe ich weiter nach Brombeerkuchen gesucht und wurde auf einer schwedischen Seite fündig. Kladdkaka ist eigentlich ein klebrig-zäher und sehr süßer Schokokuchen, aber hier nimmt die Frische und Säure der Beeren die schwere Süße des Kuchens weg.
Wie immer, in letzter Zeit, habe ich den weißen Zucker mit braunem Rohrzucker ersetzt und Weizenmehl durch Dinkelmehl.
Oben drauf kommt nochmal gehackte, weiße Schoki. Laut Originalrezept sollten es 50 Gramm sein, ich habe mich auf 25 Gramm beschränkt, was völlig ausreichend war.
Der Kuchen schmeckt hervorragend in der Herbstsonne, funktioniert aber auch als Nervennahrung am Wahlabend.
Und ich verspreche, jetzt kommt hier auch bald was zum Handarbeitsbingo 😃

Sonntag, 2. September 2018

Apfelliebe: Brombeer-Apfelkuchen mit Zimtstreuseln

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Rezept für Brombeerkuchen, denn wir haben dieses Jahr wirklich eine feine Ernte. Dann kam aber bei den Suchergebnissen im Internet ein Brombeer-Apfelkuchen mit Zimtstreuseln daher (einfach in die Suchmaschine eingeben, dann findet ihr das Rezept 😉), der so lecker klang, dass er ausprobiert werden musste.
Meine Anpassungen: 130g Rohrzucker statt 140g weissem Zucker und selbstgemahlenes Dinkelmehl
Ich habe nur die halbe Menge der Streusel gemacht, das hat gut gereicht.

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Herzlichen Dank für alle enthusiastischen Kommentare beim Handarbeitsbingo. Ich freue mich 😊