Zum Abschluss meiner Fastenessen-Trilogie gibt es heute noch vier Lieblingsrezepte aus dem Hause 60°Nord, die nicht unbedingt, einer speziellen Küche angehören, sondern die ich eher in die Schublade "Weltküche" einordnen würde. Viele der Zutaten wachsen inzwischen ganz selbstverständlich an vielen Orten auf dem Globus (Kartoffeln, Mais, Tomaten), andere sind trotz eines fernen Herkunftslands schon fast einheimisch auf unseren Tellern (Reis, Cashewnüsse, Mangos). Die Exoten kann man inzwischen auch relativ einfach in einem gut sortierten Weltladen in fairtraide-Qualität einkaufen und sich so ein bisschen Internationalität an den Tisch holen.
Meine Inspriation beziehe ich zur Zeit vor allem aus diesen schwedischen Kochbüchern. Die beiden oberen sind ausschließlich vegetarisch, das untere ist - wie der Titel schon sagt - flexitarisch mit ein paar Fleisch- und Fischrezepten.
Cashewbällchen aus Vår gröna kokbok
 |
| Ich habe eine 1 1/3 Portion gemacht |
Für das Grundrezept braucht man
- 100g Cashewnüsse
- 3 Eier
- 1 1/2 dl Semmelbrösel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 kleine Zwiebel (oder eine halbe)
- 60g geriebener Käse
- frische gehackte Petersilie
- 1 TL Salz
- 1 Liter Gemüsebrühe zum sieden der Bällchen
- Butter und/oder Öl zum Herausbacken der Bällchen
Die Nüsse fein hacken (z.B. in der Moulinette), auch Knoblauch und Zwiebel sowie den Käse fein reiben. Zusammen mit den Semmelbröseln, den Eiern, Petersilie und Salz zu einem Teig verarbeiten. Eventuell ein bisschen quellen lassen. Walnussgroße Bällchen daraus formen.
Einen Liter Wasser mit Brühe/Gemüsebrühe zum Kochen bringen, die Bällchen einlegen und etwa 5-7 Minuten sieden lassen. Dann die Bällchen herausfischen, abtropfen lassen und die Brühe für anderweitigen Gebrauch aufheben. In einer Pfanne die Butter/das Öl erhitzen und die Bällchen rundum anbraten, bis sie eine krosse, bräunliche Hülle bekommen (ca. 3 Minuten unter wenden). Dazu essen wir selbst gemachte Tomatensoße und Nudeln.
Safranskartoffel-Paj aus Cranks snabba gröna
Für eine runde Auflaufform braucht man
- 350g Blätterteig (TK)
- 1/2 kg geschälte, festkochende Kartoffeln, in 1/2 cm dicken Scheiben
- 3 EL Olivenöl
- 3 Knoblauchzehen, in dünnen Scheiben
- 0,5 g Safran
- Salz und Pfeffer
- 200g Champignons
- Tamari und Tabasco - haben wir weggelassen
- 200g Spinat
- Muskatnuss, frisch gerieben
- 150g Fontinakäse, wir nahmen Feta
- 1 Ei zum Bespinseln
Den Blätterteig zum Auftauen auslegen. Die Kartoffelscheiben in einen Topf legen und mit Safran, Knoblauchzehen, einem Teil Olivenöl sowie ca 300 ml Wasser übergießen und köcheln lassen, bis sie weich sind.
Den Ofen auf 200°C vorheizen.
Die Champignons in Scheiben im restlichen Olivenöl anbraten, den Spinat in einem Topf zusammenfallen lassen. Den Käse in Scheiben/Würfel schneiden. Den Blätterteig in der Größe der Form ausrollen und Löcher einschneiden (ich habe einen Apfelausstecher dafür verwendet).
In die Auflaufform zu unterst die abgetropften Kartoffeln (Sud aufsparen) einschichten. Dann den Spinat und die Pilze darauf. Zu oberst den Käse verteilen und den Teigdeckel auflegen. Mit einem aufgeschlagenen Ei bepinseln.
Ca. 25 Minuten im Ofen backen.
Schnelle Maisplätzchen aus Cranks snabba gröna
Für die Maisplätzchen braucht man
- 225 g Maiskörner (aufgetaut oder frisch)
- 5 EL Schlagsahne
- 3 EL Mehl
- 1/2 TL Backpulver
- 1/2 TL brauner Zucker
- etwas gehacktes Koriandergrün (haben wir weggelassen und den Koriander in die Salsa)
- 1 Stück kleingehackte rote Chili (mild oder scharf)
- Salz und Pfeffer
Die Maisplätzchen gehen superschnell: Die Maiskörner und die Chilistückchen mit Mehl und Backpulver überstäuben, die Sahne und Zucker zugeben, umrühren, würzen. In einer Pfanne Öl erhitzen und kleine Plätzchen von beiden Seiten herausbacken.
In die Mangosalsa gab ich
- eine kleine rote Zwiebel, fein gehackt
- 1 reife Mango, in Würfeln
- 1 Bund frischen Koriander, gehackt
- 1 Stück Chili, fein gehackt
- 2 cm Ingwerwurzel, gerieben
- evtl. Tabasco
Außerdem gab es dazu noch grünen Salat, aufgeschnittene Avocado und Reis. Eine Fruchtexplosion, die wir in diesen letzten grauen Tagen so nötig haben!
Pastaschornsteine oder -vulkane aus Flexitarianens kokbok - eine Inspiration
Für dieses Gericht braucht es eigentlich kein genaues Rezept, denn es ist ein Gericht mit unendlich vielen Variationsmöglichkeiten. Man kann ungeliebtes Gemüse auch gut verstecken und welches Kind will nicht explosive Vulkanpasta essen?!
Für unsere Variante brauchte es
- einen Satz Tomatensoße mit italienischen Gewürzen
- einen Satz Bechamelsoße mit hineingeriebenen Käseresten
- frische Nudelplatten (wer viel Zeit hat, könnte die auch selbst machen)
- eine Gemüsefülle, unsere war mit Gelbe Rüben, Lauch und Ricotta, in einer Pfanne angedünstet und herzhaft abgeschmeckt
In eine gefettete Auflaufform die Häfte der Tomatensoße gießen. Die Nudelplatten mit der Gemüsefülle füllen und aufrollen. In etwa 5 cm lange Schlote schneiden und dicht nebeneinander in die Form einordnen.
Die zweite Hälfte der Tomatensoße und die Käse-Bechamelsoße darübergießen und ab in den Ofen. Ca. 25 Minuten bei 200°C.
p.s.: Mein Mann hat sich jedenfalls sehr gefreut, dass es aus blogtechnischen Gründen täglich einen kulinarischen Höhepunkt gab! ;-)