Dabei war es gar nicht so einfach die sehr regionalen Zutaten, typisch für die Norrbotten-Region, zu bekommen. Als Fisch wird für das Gericht 'sik' vorgeschlagen, eine Art Lachsfisch. Als Alternative bekam ich Fjällröding, eine Art Saibling, ebenfalls lachsfischartig, und das war preislich günstiger und geschmacklich sehr, sehr überzeugend.
Eine zweite Zutat, die nicht leicht zu bekommen war, war für die Soße bestimmt. Aus einer Untergattung/verwandten Art (??? - ich bin auch keine Expertin und das Wörterbuch ist hier am Ende...) des 'sik-Fisches, der/dem siklöja (dt. Maräne), wird nämlich der besondere Löjrom (rom = Fischrogen) gewonnen, der auch 'das Gold des Bottenwiek' genannt wird. Über diese einmalige Löjrom-Produktion gibt es hier eine englische Seite, wo man mehr Informationen über die besondere Zutat und das dazugehörige Handwerk bekommen kann.
Dort, wo die schwedischen Wildwasser im Norden in die nördliche Ostsee münden (auf dem Landschaftswappen symbolisch abgebildet),
dort, wo der Löjrom gewonnen wird,
dort, wo der nördlichste Ikea der Welt beheimatet ist,
dort - das ist die Landschaft Norrbotten.
Die Fakten
Landschaft: Norrbotten
Größe: 22 671 km²
Einwohner (2009): 193 374
Höchster Punkt: 594 m über NN (Vitberget)
Größte Stadt: Luleå
Landschaftstier: Unglückshäher (Perisoreus infaustus)
Landschaftsblume: Allackerbeere (Rubus arcticus), andere Namen: Schwedische Ackerbeere, Arktische Brombeere/Arktische Himbeere (kommt nur nördlich von 60° Nord vor)
Landschaftgericht: Pitepalt
Das Essen bestand also aus gebratenem Fisch (fjällröding), Pflücksalat und junge Mangoldblätter mit einem Zitronensaft- und rote Zwiebel - Dressing, im Ofen gebackene Kartoffeln (mandelpotatis, ähnlich der Sorte Bamberger Hörnchen), und eine Soße aus Creme fraiche mit Löjrom. Dazu gab es Bier, passenderweise Norrlands Guld.
Das Fazit: Es war extrem lecker, das bester Landschaftsgericht bisher. Es war leicht, nicht mästig. Ein ausgeglichener Geschmack und die erlesen Zutaten kamen gut zur Geltung. Ich werde das sicher noch öfter machen, v.a. wenn ich Gäste habe, die gerne 'typisch schwedisch' essen möchten. Allerdings - und das ist das Minus hinter der Note 1 - würde ich dann den Löjrom durch einen 'normalen', günstigeren Kaviar ersetzen, denn ein Zutatenpreis von etwa 10 Euro pro Person hat es schon in sich und das kann und will man sich nicht zu oft leisten. Aber die Kartoffeln haben definitiv überzeugt und sind ihren Kilopreis wert, ebenso der Fisch. Also rundum gelungen :)
P.s.: Ich möchte noch anmerken, dass es mir immer viel Spaß macht, für euch - und für mich - die Hintergrundinfos zu den Landschaften, Gerichten und Zutaten zu recherchieren.
Sieht das wieder guuut aus! Da würd ich mich gleichdazusetzen. ;-)
AntwortenLöschenLiebe Barbara! Ich finde es so toll, wie Du Dich auf allen Ebenen mit Deiner Wahlheimat beschäftigst und eintauchst. Danke fürs Daran teilhaben dürfen. Alles Liebe, Martina :-)
Tja, genau da wären wir ja mal fast hin ausgewandert... aber ich fürchte es wäre mir da doch zu kalt und dunkel gewesen. Das Gericht sieht aber jedenfalls sehr lecker aus!
AntwortenLöschenLG, Micha
So etwas darfst du einer schwangeren Frau aber nicht ohne Vorwarnung zeigen. Vorallem, wenn es auf Grund der Zutaten nicht so einfach nachzumachen ist. Ich muss doch immer alles SOFORT haben, wenn ich Appetit bekommen habe - und das hier sieht extremst appetitlich aus!!!
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