Da ich selber viel Brot backe, das aber nicht auf einmal gegessen werden kann, hat mich insbesondere die Frage nach dem Einfrieren ohne Plastikbeutel beschäftigt. Hier zeigte Maria schon ein Foto, dass es offensichtlich möglich ist, Brot auch im Stoffbeutel einzufrieren und heute schreibt sie noch mehr darüber.
Wie sollte es auch anders sein, da juckte es mich natürlich in den Fingern, schöne und aber auch schnelle Brotbeutel zu nähen, um dem Vorhaben einer plastikfreien Küche näher zu kommen. Und damit es Euch auch gelingen kann, kommt hier meine Anleitung zum Nähen der Beutel - und wie das Einfrieren geht, gibt es bei Maria :)
Man braucht dafür: Baumwollstoffe, evtl. Stoffrest, Vliesofix und eine Schablone für eine Applikation, evtl. Baumwollwebband, evtl. Stickgarn und Sticknadel mit Spitze sowie Nähzubehör (Schere, Stecknadeln, Nähseide). Für die Größe habe ich (noch) vorhandene 3-Liter-Gefrierbeutel abgemessen, die etwa 25x40 cm groß sind. Entsprechend habe ich die Stoffe entweder 51x43 cm groß zugeschnitten bzw. 26x82 cm.
Für die Beutelvariante 1 habe ich mich für eine Applikation entschieden. Dafür den Umriss der Schablone auf die Papierseite des Vliesofix aufzeichnen. Grob ausschneiden und ohne Dampf auf die linke Seite des Stoffes aufbügeln.
Dann die Applikation auschneiden, das Papier abziehen, auf dem Stoff positionieren und vorsichtig aufbügeln. Anschließend mit kleinen Zickzackstichen umnähen.
Für die zweite Variante habe ich mit mit Bleistift das Wort Brot vorgezeichnet und mit Stielstich nachgestickt.
Ob mit oder ohne Dekoration, so geht es weiter:
Den Stoff mittig falten und rechts auf rechts zusammen stecken. Die Seiten- und Bodennaht schließen. Dabei habe ich nur 1/2 cm Nahtzugabe gerechnet und die Nähte zusammen versäubert, so dass es keine 'Bröselfallen' gibt.
Anschließend den oberen Rand (offen) versäubern/'zackeln' und dabei die Seitennaht gleich in eine Richtung mitfassen.
Für den Rand schließlich mit Bleistift auf der Innenseite bei 2 und 3 cm eine Markierung anzeichnen und enstprechend zweimal umbügeln. Anschließend absteppen.
Nun ist der Beutel bereit zum Wenden, Bügeln und Gebrauch.
Bei der dritten Variante habe ich auf Dekoration verzichtet, weil der Stoff eh schon gemustert war, dafür aber zwischen der Seitennaht ein Baumwollband mitgefasst.
Dafür habe ich ein etwa 50 cm langes Baumwollband halbiert und am Rand der einen Stofflage mit der rechten Seite nach oben fixiert. Außerdem habe ich die Bänder in der Mitte der Stofflage festgesteckt, damit nichts irgendwo mit festgenäht wird. Dann die zweite Stofflage rechts auf rechts darüber klappen, feststecken und dann die Seitennähte schließen sowie den oberen Rand versäubern und absteppen (siehe oben).
So sieht nun meine Brotbeutelparade aus, bereit zum Einsatz. Mir war es wichtig, bei der Stoffwahl auch darauf zu achten, dass der Stoff bei 60°C waschbar ist, was eigentlich bei allen Baumwollstoffen möglich ist, auch wenn das Etikett etwas anderes angibt (möglicherweise laufen sie noch etwas ein oder geben etwas Farbe ab, aber bei uns wird alles ohne Probleme heiß gewaschen).
Bitte beachtet, dass alle Anleitungen -
soweit nicht anders angegeben - mein geistiges Eigentum sind. Alle
Anleitungen sind ausschließlich für den privaten und nicht kommerziellen
Gebrauch bestimmt; auch Gegenstände, die nach den Anleitungen gefertigt
werden, dürfen nicht verkauft werden.











Liebe Barbara!
AntwortenLöschenIch danke dir für diese Anleitung. Sie kommt genau zur richtigen Zeit. Gestern habe ich seit wirklich langer Zeit mal wieder Brot gebacken und die Hälfte eingefroren. Auch ich hab überlegt. Plastiktüte oder Stoffbeutel. Aha, ein kurzer Blick ins Eisfach bestätigt, dass ich ich dann für Plastik entschieden hatte. Außerdem wollen wir (*hüstel* also mein Mann) einen neuen Küchenschrank bauen, in dem dann unser Brot einen schönen Platz findet. Ich hatte schon die Idee Brotbeutel zu nähen. Das Band an der Seite ist sicherlich praktisch oder?
Naja, lange Rede, wenig Inhalt: dein Eintrag kommt zur rechten Zeit und war wohl Gedankenübertragung =)
Liebe Grüße,
Kathrin
P.S.: Wir haben die gleiche Küchentemperatur (Brot geht da nicht so gern auf, hab ich gestern gemerkt)
Sehr, sehr schick dein Brotbeutel - bleibt das Brot denn dort drin auch frisch????
AntwortenLöschenZum Einfrieren kann ich noch nichts sagen, da bin ich noch in der Erprobungs- und Überlegphase, wie ich das optimieren kann, denn mein Ziel wäre ja weniger Plastik am Lebensmittel, aber auch, dass die Lebensmittel nicht verderben und z.B. dem Gefrierbrand zum Opferfallen. Allerdings finde ich die Beutel total toll zum Aufbewahren von auftauendem Brot und dem Brot dann überhaupt. Es wird zwar etwas härter, aber dafür schimmelt es nie - war mir mit Plastikbeutel hier in der Küche schon öfter passiert ist. Außerdem verwende ich die Stoffbeutel auch für andere Sachen, wie getrocknete Kräuter usw. Wenn das Brot ganz hart wird, was eigentlich selten passiert, dann schneide ich es in Würfel für Croutons oder Knödel oder mache eigene Semmel-/Brotbrösel :) Viel Spaß beim Ausprobieren
LöschenBarbara
Genau - ausprobieren kann auf jeden Fall nicht schaden ...
LöschenSuper Idee, ich backe auch unser Brot selber und friere meist eine Portion auf Vorrat ein... bevor ich mich an die nähmaschiene setzte,würde mich dazu noch interessieren ob das Brot "nur" durch Stoff geschützt nicht den Geschmack von dem anderen gefrorenen Sachen annimmt?
AntwortenLöschenLG olli
Leider kann ich dir dazu auch (noch) keinen Erfahrungsbericht geben. Wie ich oben geschrieben habe, bin ich noch in der Textphase, aber ich finde einfach den Gedanken verlockend, dass man es 'so einfach machen' könnte. Vielleicht frägst du nochmal bei Maria nach, die scheint es schon länger zu machen. Herzliche Grüße, Barbara
LöschenUnd schon wieder so ein tolles Tutorial aus deiner Feder... ich bin begeistert, ja berichte mal, wie das ist mit dem Einfrieren, in einer großen Familie wird ständig etwas eingefroren oder haltbar gemacht (heut erst wieder die alten Bananen zu Marmelade gekocht)... Die Einfrier-Beutelidee finde ich klasse, yepp!!!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Ute
Gerade war ich verzweifelt auf der Suche nach einem passenden Geschenk zum morgigen Geburtstag eines Freundes, als mir dieses Tutorial wieder einfiel hier bei dir. Perfekt, dazu noch ein schönes, selbstgebackenes Brot nach einem deiner Rezepte und der Tag ist gerettet. Danke :-)
AntwortenLöschenUnd ganz liebe Grüße,
Gesche