Mittwoch, 7. August 2013

Geliebte Aprikosen

Im Garten meiner Eltern stand ein Aprikosenbaum, den mein Vater zufälliger Weise an dem Tag, an dem ich abends geboren werden sollte, gepflanzt hat. Damit war er so etwas wie mein Baum geworden. Nach 25 Jahren war der Baum aber erschöpft und für einen Spalierbaum hatte er ohnehin ein recht ordentliches Alter erreicht und vor allem ordentlichen Ertrag geliefert.
Nun steht dort seit ein paar Jahren ein neuer Baum, der nun schon recht schöne Früchte trägt. Leider konnte ich die Ernte nicht mehr abwarten. Aber ich weiß, dass meine Mama die Früchte für mich einweckt. Das wird dann einen Sonnen-Aprikosen-Kuchenbelag für schwedische Herbst- und Winter-Sonntage ergeben.
Ein paar Aprikosen-"Souvenirs" sind aber schon hier in Stockholm.
Ein paar reife Früchte zum 'einfach so essen'. Aber ich spare sie immer noch auf, für besondere Augenblicke, wenn das Heimweh zu stark wird (nach der Rückkehr ist es immer am schlimmsten...).
Außerdem goldgelbe Aprikosenmarmelade. In meiner Familie eine Lieblingsmarmelade, nicht nur aufs Brot, sondern auch eine, die die Weihnachtsleckerl und die Oster-Sachertorte besonders gut werden lässt.
Und schließlich Aprikosenholzknöpfe. Mein Papa hat sie selber aus einem Ast des alten Aprikosenbaums gesägt, die Löcher gebohrt und geölt.
Jetzt liegen sie hier auf meinen Schreibtisch. Manchmal nehme ich sie in die Hand und überlege, an welche zukünftige Strickjacke sie wohl passen werden. Aber auch wenn die Marmelade und die Früchte aufgegessen sein werden, so erinnern sie mich an den Aprikosenbaum, an die Aprikosen - ein Geschmack von Heimat. Geliebte Aprikosen.

5 Kommentare:

  1. Wie schön die Knöpfe sind.
    Ein toller Papa!

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  2. Die Knöpfe sind toll! Ich kann mir vorstellen, dass sie auf eine richtige Heimat-Wohlfühljacke kommen werden.
    Alles Liebe, ich wünsch Dir, dass das Heimweh bald wieder ein bissl abnimmt.
    Martina :-)

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  3. Aprikosen sind schon was feines. Und mit ein paar Löffeln warmer Marmelade kann man ganz lecker einen Apfelkuchen bestreichen ... mmmhh. Letztes Jahr zur Hochzeit gab es einen Aprikosenbaum geschenkt. Ich bin sehr gespannt, was daraus wird und wann wir die erste Frucht erwarten dürfen, ja ob er sich überhaupt wohl fühlt bei uns.
    Genieß deine Mitbringsel!
    Liebe Grüße
    Stefanie

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  4. Das ist so ein schöner Post von Dir! Ich komme eh fast nicht nach, so tolle schreibst Du!
    Die Knöpfe finde ich absolut allerliebst und eine wundervolle Idee...Sie werden Dich wohl noch das ganze Leben begleiten;)
    Wünsch Dir einen ganz schönen Tag!
    Liebs Grüessli, Rita

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  5. So viel Heimat und dann noch die freudige Erwartung auf die Ernte, die noch kommt. :-) Ich hänge auch oft an so kleinen Sachen, die ich mir von zu Hause mitgebracht habe. Nur ist bei mir zum Glück die Fahrt nicht ganz so lange, wie bei dir... Heimweh ist schon ein gemeines Kerlchen; immerhin lässt er uns spüren, dass uns etwas ganz nah am Herzen liegt. Auch ein schönes Gefühl, oder?!

    Ganz liebe Grüße vom französischen ins schwedische Exil! ;-)
    Steffi

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