Man braucht Jersey-Stoff (Single oder Interlock) in ausreichender Menge (ich berechne bei 1,50m Stoffbreite ca. 1m für T-Shirts und 1,50m für Langarmshirts; die Größe ist in etwa M, allerdings etwas länger und schmäler), passende Nähseide (2 Spulen sind ideal für die Doppelnadel, man kann sich aber auch mit einer Unterfadenspule behelfen), Doppelnadel und Jerseynadeln, Stecknadeln, Schere, Maßband, Geodreieck (benutze ich gerne um Säume usw. zu markieren), Schneiderkreide. Außerdem einen Schrägbandformer, wozu ich mir gleich eine passende Schablone gemacht habe, so geht der Zuschnitt schneller. Zur Unterhaltung empfehle ich noch ein Hörspiel (besonders von hier, ich habe gerade die 6 Teile "Orlando" gehört, war schwer begeistert und habe währenddessen 3 T-Shirts genäht) :)
Dann kann es losgehen...
Wichtig ist es, dass man sich den Jersey genau anschaut, denn auch dieser hat (außer Interlockstoffe) eine rechte und eine linke Seite. Die rechte, außenliegende Seite sieht man hier rechts, die linke Innenseite links. Außerdem ist beim Zuschnitt noch zu beachten, dass man den Jersey nur in eine Richtung, nämlich längs parallel zur Webkante und NICHT quer, zuschneiden kann (siehe linkes Foto unten, die Webkante ist, denke ich, gut erkennbar).
Wichtig ist auch, dass man den Stoff gut bügelt. Jersey hat eine Tendenz, sich aufzurollen, v.a. wenn man die Bänder für den Ausschnitt zuschneidet. Da hilft nur dämpfen, dämpfen, dämpfen, dass die Brillengläser beschlagen (oder Sprühstärke). Die 'Schrägbänder' werden bei Jerseystoffen aber gerade mit dem Fadenlauf und NICHT schräg zugeschnitten. Die Ausschnitte, die mit einem Band versäubert werden, werden ohne Nahtzugabe zugeschnitten, ansonsten empfehle ich 0,7 bis 1 knappen cm. Für die Säume habe ich 3,5 cm zugegeben.
Zuerst werden das Vorder- und das Rückenteil rechts auf rechts aufeinander gelegt. Eine Schulternaht stecken und dann mit Stich Nr. 8 (ich nenne ihn hier im Folgenden der Einfachheit halber so) abgenäht.
Dann steckt man, wie hier sehr gut beschrieben, das Schrägband am Ausschnitt fest. Ich stecke die Stecknadeln so und entferne sie kurz bevor ich sie mit dem Nähfuß erreiche, damit der dünne Singlejersey nicht verdrückt wird und sich keine kleinen, kantigen Wellen bilden.
Nun wechselt man an der Nähmaschine von der Jersey-Nadel zur Doppelnadel und näht den Ausschnitt. Dazu kann man sich (wegen der offenen Schulternaht) den Ausschnitt immer schön gerade hinlegen.
Und wenn die Doppelnadel schon eingespannt ist, dann kann man auch gleich die Ärmelsäume nähen, die man nämlich im übernächsten Schritt braucht und so spart man sich einen Nadel-/Nähfußwechsel.
Zuerst markiere ich mir mit Schneiderkreide und Geodreieck zwei parallele Linien, 2 cm und 2,5 (bzw. 4,5). Dann bügele ich einmal zur ersten Linie hin um, dann zu zweiten hin. Mit ein paar Stecknadeln fixieren. Mit der Doppelnadeln abnähen.
Nun wechselt man wieder zurück zur Jerseynadel und Stich Nr. 8 und schließt auch die zweite Schulternaht. Durch das Schrägband entsteht dabei meist ein kleiner Wulst, den ich dann mit der Hand anhefte, so dass nichts aufsteht.
Nun breitet man den Shirt-Körper mit der rechten Seite nach OBEN vor sich aus und steckt die Armkugelmitte rechts auf recht auf der Schulternahtlinie fest. Von dort aus steckt man dann den Ärmel in die jeweilige Richtung fest. Mit Stich Nr. 8 abnähen und mit dem zweiten Ärmel ebenso verfahren.
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| Hier liegt der Ärmel noch vor dem Körperteil, d.h. noch nicht rechts auf rechts. Ich wollte hier aber zeigen, wie die Armkugelmitte und Schulternaht aufeinanderpassen sollen. |
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| So sieht dann der eingesteckte Ärmel auf der linken Seite, d.h. auf der Seite auf der man näht, aus. |
Für den unteren Saum verwende ich die gleichen Maße wie beim Ärmelsaum, bügele den Einschlag um und fixiere ihn etwas mit Stecknadeln. Ich wechsle wieder zur Doppelnadel und nähe den Saum auf der rechten Seite (!!! - auf der Rückseite ergibt sich beim Nähen mit der Doppelnadel ein Zickzack-Stich, deshalb muss rechts immer oben sein) ab.
So schaut nun das fertige T-Shirt aus, mit Detailbildern von Auschnitt, Ärmel und Saum.
Mit Zuschneiden, Bügel und Nähen, brauche ich etwa 2 Stunden pro Shirt, wobei ich es effektiver machen kann, wenn ich mir z.B. gleich mehrere zuschneide.
Ich hoffe, dass meine Anleitung etwas Licht ins Dunkel bringen konnte und auf dass nun viele Männer auch endlich benäht werden ;) Gutes Gelingen!
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Liebe Barbara,
AntwortenLöschenvielen Dank für das schöne Tutorial. Ich mache die Säume (auch die der Ärmel bzw. den Halsausschnitt) immer am Ende, aber vielleicht probiere ich mal deine Variante aus. Zwei Stunden pro T-Shirt, inklusive Zuschneiden? Wow, ich brauche deutlich länger.
Liebe Grüße,
Kathrin
Ich finde es deutlich einfacher, z.B. den Halsausschnitt noch zu nähen, wenn eine Schulternaht noch offen ist. Und die Enden "verschwinden" dann einfach in der zweiten Schulternaht. Vieß Spaß beim Ausprobieren! Liebe Grüße, Barbara
LöschenLiebe Barbara,
AntwortenLöschentausend Dank für das Tutorial! Letzte Woche hast du es vorsichtig angekündigt und jetzt ist es schon da - toll!
Dank deines Tipps mit dem speziellen Stich an der Nähmaschine und dem entsprechenden Füßchen habe ich mich nach gefühlten 1000 Jahren mal wieder an Jersey gewagt und es ist ganz toll geworden. Gelegentlich kommt es vor, dass die Naht wellig aussieht und nicht "glatt" liegt. Hast du da evtl. noch einen Tipp?
Liebe Grüße und weiterhin gutes gelingen für alles,
Hörnchen
Das klingt viel unkomplizierter als ich es mir vorgestellt habe. Nun brauche ich nur einen passenden Jersey und dann kann ich es mal ausprobieren. Lust habe ich. Und einen Schnitt brauch ich auch noch, aber da kann man ja wirklich ein altes gut sitzendes Shirt auseinander nehmen.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Stefanie
Hab vielen Dak für deine Mühe mit dem Tutorial. Welchen Stich nimmst du denn für die Steppnähte? Einen einfachen (der dann aber nicht mehr dehnbar wäre) oder den dreifachen, den ich aber immer so wulstig finde ....
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