Sonntag, 26. Januar 2014

February Sweater - allgemeine Hinweise und eine Änderung

Ich freue mich sehr, dass meine Übersetzung des February Lady Sweater von so vielen angenommen wird und dass sie auch hilfreich ist. Allerdings - und darauf möchte ich deutlich hinweisen - habe ich bis jetzt noch keine Zeit gefunden, dass ich den Sweater selbst gestrickt hätte, sondern ich habe die Übersetzung für eine Freundin angefertigt, die die Jacke stricken wollte. Ich kann also nicht aus eigener Erfahrung sagen, ob in der Übersetzung alles richtig und nachvollziehbar ist. Ich habe mich bemüht, diese Übersetzung nach bestem Wissen und Gewissen zu machen, aber es können sich Fehler eingeschlichen haben.
Wenn von daher jemand einen Fehler oder eine Unschlüssigkeit entdeckt, bin ich sehr dankbar, wenn ich darauf hingewiesen werde. Es ist aber auch schon fast 2 Jahre her, dass ich diese Übersetzung gemacht habe, an alle Details kann ich mich selber nicht erinnern. Nun habe ich auch nicht mehr so viel Zeit, dass ich wieder das Original hervorhole und alles noch mal überprüfe. Ich bemühe mich, dass ich Änderungshinweise so schnell wie möglich aktualisiere, aber ich bin auch nur ein Mensch mit einem ausgefüllten Alltag und bitte von daher um Nachsicht.

Bille hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass in der Reihe 4 die letzte Zahlenangabe von der des Originals abweicht. Hier also nun die Änderung:

Reihe 4: (linke Seite) 14 (14, 14, 15, 16, 17, 18) Maschen rechts stricken, {1 Maschenmarkierer platzieren, 1 Masche rechts, 1 Maschenmarkierer platzieren}, 11 Maschen stricken, {1 Maschenmarkierer platzieren, 1 Masche rechts, 1 Maschenmarkierer platzieren}, 28 (28, 28, 30, 32, 34, 36) Maschen rechts stricken, {1 Maschenmarkierer platzieren, 1 Masche rechts, 1 Maschenmarkierer platzieren}, 11 Maschen stricken, {1 Maschenmarkierer platzieren, 1 Masche rechts, 1 Maschenmarkierer platzieren}, 14 (14, 14, 15, 16, 17, 18) Maschen rechts stricken 15(15,15,16, 17, 18, 19)

Danke für den Hinweis, Bill!

Ich wünsche weiterhin frohes Stricken! 

Freitag, 24. Januar 2014

Endlich Freitag

quasi live gebloggt ;)
 So sah es vor etwa 20 Minuten auf dem Küchentisch aus, nachdem ich endlich um 15 Uhr heim gekommen war. Ein langer Tag ohne Mittagspause, dafür mit einem Fahrradsprint in Optimalzeit von der Uni zur Schule. Auf dem Heimweg bin ich noch bei der Post und beim Bäcker vorbei. Mein Magen hing schon ganz schön durch, also erst mal ein Ei gekocht und ein Brot geschmiert, heiße Schoki für die Seele gekocht. Auch dabei, neue Kursliteratur (Geometrie und Mathedidaktik allgemein - dass ich das noch mal studiere...!!!), frisch von der Post. Und mein Strickzeug... Diese Woche habe ich täglich wirklich nur eine Reihe geschafft, aber heute kommt noch das gelbe Blatt dazu, dann habe ich eine Farbfolge fertig. Achja, und jetzt steht auch noch der PC auf dem Tisch und die Lampe ist schon eingeschaltet, weil es nun schon wieder bedeutend dunkler ist als noch vor 25 Minuten als ich das Foto gemacht habe.

Für alle, die es interessiert, kommen hier noch mal die Fakten zum Tuch:
Das Muster/die Anleitung ist Leftie von Martina Behm (erhältlich über Ravelry oder Martinas Seite).
Die Wolle kommt vom Finkhof und ist die Merino dünn in verschiedenen Farben und natur.

Habt ein schönes, erholsames Wochenende!
Barbara

Donnerstag, 23. Januar 2014

JanuarLichtblick 7: Sonne tanken

Ich traue mich ja fast nicht es zu schreiben, aber ja, wir hatten hier sowohl gestern (mehr) als auch heute (etwas) Sonne, kombiniert mit Schnee und knackigen Minustemperaturen. Da freue ich mich dann so, dass ich - zumindest an manchen Tagen - das Privileg habe, die kürzeren Reisewege mit dem Fahrrad zurücklegen zu können, z.B. Uni-Schule-heim. Allerdings wäre das nicht möglich, wenn ich nicht relativ flott radeln könnte. Damit ich das kann, habe ich diesen Herbst in 'Winterreifen' mit kräftigem Profil und Spikes investiert. Und ich bin so froh darüber! Wenn ich an den letzten Winter denke, als ich schon beim kleinsten Schneefleck Angst hatte wegzurutschen, da muss ich jetzt eher aufpassen, dass ich nicht übermütig werde ;) Die Reifen haben einen guten Halt, die Bremswege sind fast so kurz wie im Sommer und die psychologische Komponente sollte wohl auch nicht unterschätzt werden.
In der Regel hetze ich aber im Moment nur von einer Schule zur anderen, sprinte von der U-Bahn-Station zur Uni und alles wieder zurück - in düsterem Alltagsgrau. Wie sehr habe ich da gestern den Lichtblick genossen, dass ich eine Extrarunde im Sonnenschein drehen konnte. Ohne den extremen Zeitdruck, auf einem Rad, auf dem ich mich sicher fühle, mit klarer, kalter Luft und Sonnenschein. Ja, so ließe sich der Januar aushalten!
Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass das Besondere gestern war, dass sich das Zeitfenster während der Mittagszeit ergeben hat. Ansonsten ist hier mit 'Nachmittagssonne' geschweige denn 'Abendsonne' noch nicht viel los. Kaum zu glauben, dass wir in nur zwei Monaten wieder 12 Stunden Tageslicht haben sollen werden.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Pisa-Schock in Schweden – Teil 1

Staatsminister Reinfeldt und Bildungsminister Björklund tragen eine känkelnde Schule


Vor Weihnachten kamen die Ergebnisse der Pisa-Studie aus dem Jahr 2012 auf den Tisch und sorgten in Schweden für den gleichen Schock wie in Deutschland 2001: „Sind wir wirklich soo schlecht?!?!“
 
Auch wenn man über Forschungsmethoden und die Schwächen der Statistik bei PISA diskutieren mag, eines kann man in Schweden im Moment nicht wegreden: Die schwedischen Schüler liegen in allen drei Bereichen (Mathematik, Naturwissenschaftliche Fächer und Leseverständnis) unter dem OECD-Durchschnitt. Das ist nicht nur ein herber Schlag für das Lieblingsvorbildland der deutschsprachigen Schulpolitiker, nein, auch eben jene werden sich in Zukunft wohl nach einem anderen Bildungsreiseland umsehen werden (Finnland vielleicht?!).

Das ganze Thema ist sehr, sehr komplex, aber es scheint zu interessieren und deshalb werde ich heute in einem ersten Teil einmal das schwedische Bildungswesen allgemein vorstellen.

In der Regel beginnen schwedische Kinder mit 1-2 Jahren in der förskola, die umgangssprachlich immer noch dagis genannt wird, vom früheren Begriff daghem. Um das ganze aber aufzuwerten hat man sich entschlossen, eben den Begriff förskola zu verwenden. Mit sechs Jahren kommen dann die Kinder an die Schule, dort aber erst mal in einer förskoleklass, eine Vorschulklasse. Dort gibt es noch viel Spaß und Spiel, aber auch schon Sprachspiele und andere vorbereitende Aktivitäten. In der Regel ist die Vorschulklasse schon im Schulhaus. Mit 7 Jahren beginnen dann die Kinder die 1. Klasse. In Schweden gibt es keine frühzeitige bzw. verzögerte Einschulung, sondern alle Kinder eines Kalenderjahres beginnen in dem Jahr, in dem sie 7 Jahre alt werden. In Deutschland oder anderen Ländern gibt es ja so Stichtage wie 31. Juli oder 31. August.
Schwedische Kinder gehen 9 Jahre gemeinsam in die grundskola, die in drei Jahrgangsstufengruppen eingeteilt wird: Unterstufe 1-3, Mittelstufe 4-6 und Oberstufe 7-9. Ab der 6. Klasse bekommen die Schüler Noten. Bis zur 5. Klasse erfolgt die Bewertung durch Drei-Parteien-Gespräche, zu denen sich Schüler, Eltern und Lehrer einmal pro Halbjahr treffen. Anschließend schreibt der Lehrer eine Beurteilung/einen individuellen Entwicklungsplan. In der 6. Klasse erhalten die Schüler dann erstmals eine Zensur von A bis F, wobei A am besten ist.
Nach der 9. Klasse wechseln 88% (Reichsdurchschnitt) der Schüler auf ein Gymnasium. Das kann entweder ein auf die allgemeine Hochschulreife vorbereitendes Gymnasium sein, oder ein berufsvorbereitendes. Nach der 12. Klasse erhalten die Schüler ihren „Studenten“, d.h. das Reifezeugnis und eine Studentenmütze, was lebhaft gefeiert wird.

Was der schwedischen Schule wohl eigen ist, ist eine Entwicklung seit den 90er Jahren, die das Schulsystem mehr oder weniger den Mechanismen einer freien Marktwirtschaft unterworfen hat. Das Schlagwort ist die „Wahlfreiheit“ für Eltern und Schüler. In Schweden gibt es kein Verbot gegen Gewinne im Wohlfahrtsbereich, was dazu führt, das u.a. deutsche (!) Risikokapitalisten in das schwedische Schulsystem investieren – nicht um die Bildung zu verbessern, sondern um Geld zu verdienen. Bereits viele Oberstufenschulen (Grundschulen nur mit Klassen 7-9) buhlen mit auffälliger Werbung um Schüler, denn mit jedem Schüler kommt das Geld. In Schweden ist das Schulgeld aus den Steuereinnahmen nämlich zum Großteil an den Schüler gebunden und deshalb geht Quantität (Schülerzahlen) oft auch vor Qualität. Die Wahl des Gymnasiums ist zu einem Schaulaufen der Schulwirtschaft geworden. In den Messezentren der größeren Städte gibt es Gymnasiums-Messen, auf denen um die Schüler geworben wird. Und zwar weniger durch besondere pädagogische Profile, sondern durch die Aussicht auf einen eigenen Laptop oder eine Studienreise in die Karibik. 

Es gibt auch kein Schulsprengelsystem, so dass sich die Eltern (außer in den dünnbesiedelten Gebieten) frei um Schulplätze an den Grundschulen bewerben können, auch wenn das Kind längere Reisewege in Kauf nehmen muss. Ein Wohnort nahe der Schule ist aber trotzdem immer noch ein stärkeres Argument für die Zuteilung eines Schulplatzes, was in Stockholm beispielsweise solche Blüten treibt, dass Eltern schon vor Geburt des Kindes eine Wohnung in der „richtigen“ Straße kaufen, um dann bei der Schulwahl 7 Jahre später in der 1. Reihe zu stehen. Ansonsten gibt es Wartelisten.
Die Kehrseiten der „Wahlfreiheit“ sind extreme Segregation oder ein finanzielles Fiasko bei den Großkonzernen (Artikel des schwedischen Radios auf deutsch!).

Teil 2 – Ein schwedischer Schultag in der Mittelstufe folgt bald :)

Montag, 20. Januar 2014

JanuarLichtblick 6: Ein Gespräch

Ich habe diese Lichtblick-Kategorie hier für mich eingeführt, weil ich ganz bewusst Lichtblicke suchen und wahrnehmen möchte. Aufgrund der vielen Entscheidungen und Unsicherheiten, die uns dieses Jahr erwarten, macht der Januar seinem Namensgeber alle Ehre. Wir schauen zurück und würden uns doch so gerne trauen, auch nach vorne zu sehen. Wir sind zwiegespalten. Ich hatte mir von der Rückkehr nach Europa nach unserem USA-Aufenthalt mehr Beständigkeit erhofft, ich bin kein Mensch, der gerne 'unbehaust' ist. Aber jetzt steht quasi wieder alles auf Null, zu viele Entscheidungen müssen wieder getroffen werden. Und es ist unser aktiver Einsatz gefragt (sprich: u.a. Bewerbungen schreiben, mit der Bank Kontakt aufnehmen), so dass Abwarten und Teetrinken dieses Mal nicht die beste Strategie ist. Wir gehen lange Spaziergänge, sprechen, diskutieren, ja streiten auch manchmal. Beratschlagen uns aber auch mit unserer Großfamilie. Letztendlich sind es aber dann doch unsere eigenen Entschlüsse.
Selbstporträt meiner Schwiegermutter
Dabei hatte ich aber in letzter Zeit öfter das Gefühl, dass gerade meine Schwiegermutter unsere Gedanken nicht so gut nachvollziehen kann. Und ehrlich gesagt, stößt ihre Sichtweise bei mir auch manchmal auf Unverständnis. Sie ist die absolute Matriachatin der Großfamilie, aber auch ich habe meinen Kopf. Beide sind wir im Sternzeichen Stier geboren ;) - ein Zusammenrumpeln (mit den Hörnen...) nicht ausgeschlossen. Gerade in Diskussionen mit meiner Schwiegermutter habe ich das Gefühl, dass ich an meine sprachlichen und kulturellen Grenzen stoße. Gleichzeitig ist sie mir aber auch wichtig und ich mag sie von Herzen, also ist es mir auch nicht ganz egal, was sie denkt.
Porträt meines Mannes mit 4 Jahren, Aquarell
Nun haben mein Mann und ich Anfang des Monats eine Entscheidung getroffen, die für uns wichtig und richtig war (glaube ich, hinterher ist man natürlich immer klüger, aber jetzt passt es). Es war aber eine Entscheidung gegen etwas, das nicht nur in der schwedischen Gesellschaft, sondern auch von meiner Schwiegermutter persönlich immer als die einfache, schnelle Lösung für ein spezifisches Problem propagiert wurde. Das musste ich dann meiner Schwiegermutter mitteilen. Danach war Funkstille und ich habe mir schon schlimmste Szenarien ausgemalt. Bis ein paar Tage später das Telefon klingelte. Meine Schwiegermutter war dran. Wir haben zuerst Belangloses ausgetauscht, dann über die Situation des 93-jährigen Großvaters gesprochen. Und dann, ganz plötzlich, kam von ihr ein Angebot - etwas ganz anderes als erwartet, aber so wichtig für uns - und im vielleicht entscheidenden Augenblick.
Ich habe mich so über dieses Gespräch und natürlich über dieses Angebot gefreut. Ich habe richtig gemerkt, dass ein Stein von meinem Herzen gefallen ist. Dieser Anruf hat so viel für mich bedeutet und ich hoffe, dass ich ihr das auch mal sagen kann

Sonntag, 19. Januar 2014

Sonntagsfreude: Geschafft!

Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.

Ja, es ist geschafft und vollbracht! Die Hausarbeit ist eingereicht und das Semester abgeschlossen. 

Morgen beginnt aber gleich das Frühlingssemester, es ist in Schweden immer nur ein Wochenende dazwischen. Gerne hätte ich ein bisschen länger Pause gehabt, aber so ist es nun mal. Dann ist es auch schneller vorbei. Das ist im Moment aber auch ein bisschen schwierig, denn was kommt dann?! Die Weiterbildung ist dann zwar erstmal fertig, aber zum Ende des Schuljahres läuft aber auch mein Vertrag als Muttersprachlehrerin aus. Dann muss ich mich bewerben, aber das Problem ist, dass wir im Moment ein bisschen ziellos sind. Denn auch die Projektgelder die Arbeit meines Mannes laufen aus, und für ihn ist es wesentlich schwieriger, dass sich etwas Passendes finden wird. Auch wenn erst Januar ist, so vergeht die Zeit hinsichtlich solcher Sachen immer viel zu schnell. Diese Gedanken begleiten uns und machen uns manchmal sehr bedrückt, manchmal stacheln sie uns an, dass wir doch etwas 'Verrücktes' wagen sollen. Aber wir können nicht aus unserer Haut. Ich sehne mich nach Beständigkeit im Privatem, mein Mann nach Kontinuität im Job. Sollen wir im Raum Stockholm bleiben und hoffen, dass die Arbeit dann auch kommt, wenn auch nicht gleich? Sollen wir umziehen, aber wenn ja, wohin? Es wird ein spannendes Jahr. Nun beginnt aber erstmal ein neues Semester, auf das ich mich freue, weil es das letzte ist und vor dem mir graut, weil es das letzte ist. Aber am meisten freue ich mich zumindest jetzt im Moment, dass ich wieder etwas abschließen konnte - und dabei gut mit dem Stricken voran kam ;)