Montag, 20. Januar 2014

JanuarLichtblick 6: Ein Gespräch

Ich habe diese Lichtblick-Kategorie hier für mich eingeführt, weil ich ganz bewusst Lichtblicke suchen und wahrnehmen möchte. Aufgrund der vielen Entscheidungen und Unsicherheiten, die uns dieses Jahr erwarten, macht der Januar seinem Namensgeber alle Ehre. Wir schauen zurück und würden uns doch so gerne trauen, auch nach vorne zu sehen. Wir sind zwiegespalten. Ich hatte mir von der Rückkehr nach Europa nach unserem USA-Aufenthalt mehr Beständigkeit erhofft, ich bin kein Mensch, der gerne 'unbehaust' ist. Aber jetzt steht quasi wieder alles auf Null, zu viele Entscheidungen müssen wieder getroffen werden. Und es ist unser aktiver Einsatz gefragt (sprich: u.a. Bewerbungen schreiben, mit der Bank Kontakt aufnehmen), so dass Abwarten und Teetrinken dieses Mal nicht die beste Strategie ist. Wir gehen lange Spaziergänge, sprechen, diskutieren, ja streiten auch manchmal. Beratschlagen uns aber auch mit unserer Großfamilie. Letztendlich sind es aber dann doch unsere eigenen Entschlüsse.
Selbstporträt meiner Schwiegermutter
Dabei hatte ich aber in letzter Zeit öfter das Gefühl, dass gerade meine Schwiegermutter unsere Gedanken nicht so gut nachvollziehen kann. Und ehrlich gesagt, stößt ihre Sichtweise bei mir auch manchmal auf Unverständnis. Sie ist die absolute Matriachatin der Großfamilie, aber auch ich habe meinen Kopf. Beide sind wir im Sternzeichen Stier geboren ;) - ein Zusammenrumpeln (mit den Hörnen...) nicht ausgeschlossen. Gerade in Diskussionen mit meiner Schwiegermutter habe ich das Gefühl, dass ich an meine sprachlichen und kulturellen Grenzen stoße. Gleichzeitig ist sie mir aber auch wichtig und ich mag sie von Herzen, also ist es mir auch nicht ganz egal, was sie denkt.
Porträt meines Mannes mit 4 Jahren, Aquarell
Nun haben mein Mann und ich Anfang des Monats eine Entscheidung getroffen, die für uns wichtig und richtig war (glaube ich, hinterher ist man natürlich immer klüger, aber jetzt passt es). Es war aber eine Entscheidung gegen etwas, das nicht nur in der schwedischen Gesellschaft, sondern auch von meiner Schwiegermutter persönlich immer als die einfache, schnelle Lösung für ein spezifisches Problem propagiert wurde. Das musste ich dann meiner Schwiegermutter mitteilen. Danach war Funkstille und ich habe mir schon schlimmste Szenarien ausgemalt. Bis ein paar Tage später das Telefon klingelte. Meine Schwiegermutter war dran. Wir haben zuerst Belangloses ausgetauscht, dann über die Situation des 93-jährigen Großvaters gesprochen. Und dann, ganz plötzlich, kam von ihr ein Angebot - etwas ganz anderes als erwartet, aber so wichtig für uns - und im vielleicht entscheidenden Augenblick.
Ich habe mich so über dieses Gespräch und natürlich über dieses Angebot gefreut. Ich habe richtig gemerkt, dass ein Stein von meinem Herzen gefallen ist. Dieser Anruf hat so viel für mich bedeutet und ich hoffe, dass ich ihr das auch mal sagen kann

3 Kommentare:

  1. Ich freu mich so sehr, dass es ein Gespräch war, das "gut tut". So schön!!!
    Ich wünsch dir und euch ein gutes Miteinander für all eure Entscheidungen, die da kommen. Und ich wünsch euch auch ganz viel Hoffnung, Zuversicht und dass viele schöne Dinge, Gespräche, Ereignisse, Fügungen... gibt, die nicht nur im Januar Lichtblicke sind, sondern länger :)
    Alles alles Liebe!!!! maria

    AntwortenLöschen
  2. Das freut mich sehr!!!! LG, Micha

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Barbara,

    manchmal brauchen Menschen etwas länger, um etwas, das sie sie eigentlich für *nicht* gut halten, zu verinnerlichen. Gerade Mütter......, wie bringe ich es rüber, ohne mißverstanden zu werden? Also, Mütter haben einfach den Instinkt ihre Brut zu schützen, egal wie. Es werden immer Kinder sein, selbst wenn sie schon erwachsen sind, eigene Familien haben, Entscheidungen treffen, die man als Mutter nicht erwartet hat. So, da wurde man dann vor Tatsachen gestellt. Dann beginnt die Phase des *Nachdenkens*. Warum bin ich darüber entrüstet, erbost oder einfach nur erstaunt? Für wen ist es gut? Für mich, nein, es sollte für die Kinder gut sein. Ist es für die Kinder gut, warum haben sie nicht vorher gefragt? Und dann kommt vielleicht, eventuell die Besinnung. Kann ich ihnen nicht doch noch helfen?
    So wäre mein Gedankengang gewesen.
    Freue dich, das deine Schwiegermutter dich angerufen hat.
    Bei eurem nächsten Treffen, nimm sie einfach in den Arm und sage DANKE.

    Ich habe selber einen kleinen *Stier* in der Familie, bin auch nicht immer mit allem einverstanden, aber helfe, so gut ich kann. Denn es bleibt immer noch die Entscheidung des Kindes und die muß ich akzeptieren.

    Ich wünsche dir und deinem Mann, das alles so gut wird, wie ihr es euch vorstellt.

    Anne

    AntwortenLöschen