Viele meiner 'frommen' Wünsche und guten Vorsätze für den März ließen sich leider nicht umsetzen, sie gingen irgendwo im Alltag unter. Generell war der März von einem hohen Arbeits- und Lebenstempo gekennzeichnet - erstaunlich, was alles so in einem Monat Platz finden kann. Trotz der Belastung gelang es mir zumindest meine Gefühle einigermaßen in den Griff zu bekommen, manches gelassener und milder zu betrachten. Wenn man die Situation schon nicht ändern kann, dann vielleicht zumindest den Blickwinkel. Und ich versuche auch auf mich selbst gelassener zu sehen. Es geht einfach nicht alles: Arbeiten, Studieren, vollwertig kochen, kreativ sein, bloggen, Kontakte pflegen... Entsprechend habe ich mir im März 'erlaubt', einfach mal weniger zu lesen. Es ist ok, ein wenig da und dort zu blättern, nur die Tageszeitung zu überfliegen oder sich auch einfach mal von Radio und Mediathek berieseln zu lassen. Unverhofft kam ich aber doch noch zu einem intensiven Lesevergnügen: Auf unserer langen Reise habe ich das Buch "Ich werd sowieso Rapper" von Lea Feynberg gelesen. Ich hatte die Woche zuvor das Gespräch mit ihr auf Bayern 2 (als Podcast) gehört und fühlte mich sehr angesprochen. Es war ein kurzweiliges Buch, das dank der einfachen und klaren, manchmal auch sehr lustigen Sprache ein perfekter Reisebegleiter war. Und heute am letzten Märztag will ich schon ein bisschen in der April-Servus blättern, wenn ich gleich in die Schule zum Nachmittagsunterricht fahre ;)
Montag, 31. März 2014
Sonntag, 30. März 2014
Sonntagsfreude
Obwohl ich mich nach zwei Mal 9 Stunden Reise mit Zeitumstellung innerhalb von 48 Stunden und einem großen Schafdefizit, das schon letzte Woche seinen Anfang nahm, gerade eher 'unfreudig' fühle, bin ich angefüllt mit Eindrücken, Herzensaugenblicken, Begegnungen, Gesprächen, die allesamt sehr schön und freudig waren und diese Puzzleteile setzten sich zu einer großen Heimat-Familien-Sonntagsfreude zusammen :)
- mich mit meinem Bruder und für meinen Bruder freuen können
- das Kennenlernen der Schwiegerfamilie meines Bruders und damit mehr Einblick in sein Bündner Leben bekommen
- ein kurzes Wiedersehen mit meinen Großeltern, und die Freude darüber, dass sie trotz ihres sehr hohen Alters an der standesamtlichen Trauung teilnehmen konnten
- bayerische kulinarische Genüsse: Brotzeitbrettl, Tafelspitz und die phänomenalen Torten meiner Konditoren-Schwester
- die Wärme des Frühlings, Sonnenschein und Farben aufnehmen
- Zeit für einen kurzen Besuch bei der Nachbarin um ihr den Rock zu zeigen und sich gemeinsam über dessen 'Weiterleben' freuen. (Er war übrigens sehr bequem und angenehm zu tragen, ein potentielles Lieblingsstück)
- ein abendlicher Spaziergang mit dem Liebsten, dem Glockenklang lauschen, den Sonnenuntergang hinter den Bergen genießen
- Dankbarkeit dafür, dass wir die 4000 km Reise sicher zurücklegen konnten
Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.
Mittwoch, 26. März 2014
In aller Munde: Der ALMA-Preis
Am 25. März wurde in Schweden nicht nur der Waffeltag gefeiert, sondern es wurde auch die diesjährige Gewinnerin des ALMA-Preises verkündet. Der ALMA-Preis ist der Astrid Lindgren Memorial Award und wird seit 11 Jahren an herausragende Persönlichkeiten und/oder Autoren der internationalen Kinder- und Jugendliteratur verliehen. Der ALMA-Preis gilt auch als Nobelpreis für Kinderbuchautoren und ist mit einem hohen Preisgeld dotiert (woher auch u.a. seine Bedeutsamkeit und Sprengkraft kommt). Die erste Gewinnerin im Jahr 2003 war übrigens Christine Nöstlinger!
Dieses Jahr ging der Preis an die Schwedin Barbro Lindgren, was ihre Landsleute natürlich besonders freut. Barbro Lindgren gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen Kinderbuchautoren, allerdings hat sie auch einige Bücher für Erwachsene geschrieben, u.a. zu den großen Philosophen. Ein Thema, das sich immer wieder in allen ihren Büchern findet, ist der Tod. Nicht zuletzt deshalb waren manche ihrer Bücher (v.a. in Schweden) nicht unumstritten. Auch ist sie wohl deshalb nicht übermäßig berühmt, denn bei vielen Büchern für die Kleinsten, steht die u.a. die Illustratorin Eva Eriksson an erster Stelle, während Barbro Lindgren für ihre kurzen Texte in Kleinkinder-Sprache eher in den Hintergrund gestellt wurde. Manche dieser Kleinkinder-Sprach-Texte gelten in vielen Ländern sogar als unübersetzbar.
Als Barbro Lindgren in den 60er Jahren zu publizieren begann, war es sogar Astrid Lindgren selbst, die ihr damals hilfreiche Kritik und Tipps zukommen ließ. Denn letztere war damals als Lektorin eines großen Buchverlags tätig und beurteilte neue Manuskripte. Diesen Brief kann man auf deutsch hier nachlesen. Dass die beiden Autorinnen auch den gleichen Nachnamen tragen ist eher Zufall, Lindgren ist in Schweden kein ungewöhnlicher Name. Mehr über den diesjährigen ALMA-Preis kann man auch hier beim Deutschlandfunk nachlesen.
Wenn man bei den Bücherriesen nach Barbro Lindgren sucht, ist die deutschsprachige Ausbeute noch eher bescheiden, v.a. die Bücher vom kleinen Max sind zu finden, aber auch die Geschichte vom kleinen Onkel. Auch das Schweinchen Benny hat es nach Deutschland geschafft. Vielleicht werden wir aber in nächster Zeit noch mehr Bücher von Barbro Lindgren auf dem deutschen Buchmarkt finden.
Meine Informationen habe ich heute sozusagen aus erster Hand von meiner sehr freudig aufgeregten Kinderliteratur-Professorin erhalten, die spontan unser Seminar Barbro Lindgren gewidmet hat. Das meiste findet sich in ähnlichen Zügen aber auch in den von mir verlinkten Texten wieder.
Dieses Jahr ging der Preis an die Schwedin Barbro Lindgren, was ihre Landsleute natürlich besonders freut. Barbro Lindgren gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen Kinderbuchautoren, allerdings hat sie auch einige Bücher für Erwachsene geschrieben, u.a. zu den großen Philosophen. Ein Thema, das sich immer wieder in allen ihren Büchern findet, ist der Tod. Nicht zuletzt deshalb waren manche ihrer Bücher (v.a. in Schweden) nicht unumstritten. Auch ist sie wohl deshalb nicht übermäßig berühmt, denn bei vielen Büchern für die Kleinsten, steht die u.a. die Illustratorin Eva Eriksson an erster Stelle, während Barbro Lindgren für ihre kurzen Texte in Kleinkinder-Sprache eher in den Hintergrund gestellt wurde. Manche dieser Kleinkinder-Sprach-Texte gelten in vielen Ländern sogar als unübersetzbar.
Als Barbro Lindgren in den 60er Jahren zu publizieren begann, war es sogar Astrid Lindgren selbst, die ihr damals hilfreiche Kritik und Tipps zukommen ließ. Denn letztere war damals als Lektorin eines großen Buchverlags tätig und beurteilte neue Manuskripte. Diesen Brief kann man auf deutsch hier nachlesen. Dass die beiden Autorinnen auch den gleichen Nachnamen tragen ist eher Zufall, Lindgren ist in Schweden kein ungewöhnlicher Name. Mehr über den diesjährigen ALMA-Preis kann man auch hier beim Deutschlandfunk nachlesen.
Wenn man bei den Bücherriesen nach Barbro Lindgren sucht, ist die deutschsprachige Ausbeute noch eher bescheiden, v.a. die Bücher vom kleinen Max sind zu finden, aber auch die Geschichte vom kleinen Onkel. Auch das Schweinchen Benny hat es nach Deutschland geschafft. Vielleicht werden wir aber in nächster Zeit noch mehr Bücher von Barbro Lindgren auf dem deutschen Buchmarkt finden.
Meine Informationen habe ich heute sozusagen aus erster Hand von meiner sehr freudig aufgeregten Kinderliteratur-Professorin erhalten, die spontan unser Seminar Barbro Lindgren gewidmet hat. Das meiste findet sich in ähnlichen Zügen aber auch in den von mir verlinkten Texten wieder.
Waffeltag
Fast hätte ich ihn dieses Jahr wieder vergessen und verpasst, aber in letzter Sekunde vor dem spätnachmittäglichen Großeinkauf gestern fiel es mir doch noch ein: "Heute ist Waffeltag - våffeldag!" Und so konnte ich noch ein, zwei Zutaten einkaufen um nach der abendlichen Suppe Waffeln für den Liebsten und mich zu backen.
Die Schweden haben ja allerlei "Feiertage", an denen sie ein bestimmtes Gebäckstück hochleben lassen und besonders genießen. Den Semmeltag und die dazugehörigen semlor habe ich hier schon mal vorgestellt, aber es gibt auch noch einen Kanelbulletag im Oktober und am Gustav Adolfs-Tag (einem alten König gewidmet) isst man die Gustav Adolfs Törtchen. Im März wird also die Waffel gefeiert, allerdings stand ursprünglich das Gebäck nicht im Zentrum des 25. März.
Der 25. März ist nämlich der Festtag der Verkündigung des Herrn oder auch Mariä Verkündigung genannt. So hieß der Tag in Schweden auch Mariabebådelesedag (Mariä Verkündigung) oder Vårfrudagen - Unsere Frau-Tag. Und wenn man Vårfrudag schnell, schlampig und dialektgefärbt ausspricht, dann wird daraus der Våffeldagen.
Bei uns gab es fruchtige Mandarinenwaffeln mit Puderzucker und ein bisschen Sahne. Das Rezept habe ich aus diesem Büchlein und ich fand so viel Inspiration darin, dass es wohl bei uns demnächst noch öfter Waffeltage geben wird. Es müssen ja nicht immer Modernitäten wie Muffins etc sein, wenn man am Sonntag eine Kleinigkeit zum Kaffee möchte. So eine feine, warme Waffel frisch aus dem Eisen ist klassischer Genuss, der schwer zu schlagen ist. Um daran erinnert zu werden, muss man manchmal den Umweg über einen Festtag in der neuen Kultur gehen ;)
Die Schweden haben ja allerlei "Feiertage", an denen sie ein bestimmtes Gebäckstück hochleben lassen und besonders genießen. Den Semmeltag und die dazugehörigen semlor habe ich hier schon mal vorgestellt, aber es gibt auch noch einen Kanelbulletag im Oktober und am Gustav Adolfs-Tag (einem alten König gewidmet) isst man die Gustav Adolfs Törtchen. Im März wird also die Waffel gefeiert, allerdings stand ursprünglich das Gebäck nicht im Zentrum des 25. März.
Der 25. März ist nämlich der Festtag der Verkündigung des Herrn oder auch Mariä Verkündigung genannt. So hieß der Tag in Schweden auch Mariabebådelesedag (Mariä Verkündigung) oder Vårfrudagen - Unsere Frau-Tag. Und wenn man Vårfrudag schnell, schlampig und dialektgefärbt ausspricht, dann wird daraus der Våffeldagen.
Bei uns gab es fruchtige Mandarinenwaffeln mit Puderzucker und ein bisschen Sahne. Das Rezept habe ich aus diesem Büchlein und ich fand so viel Inspiration darin, dass es wohl bei uns demnächst noch öfter Waffeltage geben wird. Es müssen ja nicht immer Modernitäten wie Muffins etc sein, wenn man am Sonntag eine Kleinigkeit zum Kaffee möchte. So eine feine, warme Waffel frisch aus dem Eisen ist klassischer Genuss, der schwer zu schlagen ist. Um daran erinnert zu werden, muss man manchmal den Umweg über einen Festtag in der neuen Kultur gehen ;)
Dienstag, 25. März 2014
Hochzeitsvorbereitungen
Wie die meisten wissen, werde nicht ich (schon wieder... ;) ) heiraten, sondern mein jüngerer Bruder wird am Samstag seine Bündnerin auf dem Standesamt in unserem Heimatort heiraten. Wenn ich ehrlich bin, dann war das ein Ereignis (ist immer noch...), dem ich mit gemischten Gefühlen entgegen sah (sehe). Vor allem wohl, weil im Moment in/bei mir alles so gefühlsgeladen ist. Und weil es scheinbar für meinen Bruder gerade so gut 'flutscht', während wir in unserem Flaschenhals feststecken und trotz intensiver Bemühungen sich nichts auftut. Öfter ertappe ich mich bei dem Gedanken "aber jetzt wäre doch ich erst mal dran, ich bin die ältere...". Doch das Leben kennt wohl keine Reihenfolgen, - vor allem keine alten Geschwisterrangordnungen ;)
Als ich im Winter den 'geerbeten' Rock meiner lieben Nachbarin in Händen hielt, wusste ich sofort, dass er für diese Hochzeit sein sollte. Handgewebter Stoff aus Graubünden - perfekt für eine halb bayerische, halb bündnerische Hochzeit. Lange habe ich aber gezögert, den Rock aufzutrennen, bis ich es eines Abends einfach getan habe. Den Bund musste ich leider abschneiden, er war zu gut angenäht. Die Stoffbahnen habe ich gezackelt und im Wollwaschgang in der Maschine gewaschen - alles gut überlebt. Nun lag der Stoff aber wieder hier rum, es war so vieles andere, das mir die Muße und Motivation nahm.
Nach abgeschlossenem Mathekurs und fotografierter Wohnung sowie nur noch einer Woche bis zur Hochzeit habe ich am Wochenende beherzt den Rock nach dem Rockteil eines Sommerkleides zugeschnitten. Nach dem Vorbild der Schneiderin mit guter Zugabe zum Bund hin, so dass der Rockbund noch rausgelassen werden kann - sofern nötig. Fast den ganzen Sonntag hat sich dann der Rock Stück für Stück zusammen gefügt, auch die 'Futter-Prüfung' habe ich gut bestanden. Ich habe oben noch einen Passe aus Baumwollstoff an das Futter angesetzt, so dass nichts nach oben flutscht/schiebt. Den Saum habe ich - wie beim 'Original' mit Ripsband versäubert. Zackenlitzen dienen als Schlaufen zum Aufhängen und als Öse für das kleine Hakerl oberhalb des Reißverschlusses.
Mit jedem Stich, mit jedem (selbst konstruierten) Schnittteil, das sich aneinander fügte, wurde ich aber irgendwie ruhiger und jetzt freue ich mich schon fast auf unsere 48 Stunden - Blitzreise. Es graust mir zwar immer noch - teils vor der doch recht hektischen Reise, und teils vor unbekannten, neuen Leuten und deren möglichen Fragen, aber vielleicht bietet ja mein Bündnerrock so viel Gesprächsstoff, dass wir gar nie zu den heiklen Themen vordringen ;) ;)
Ich fühle mich jedenfalls wohl darin und war ich auch bei der ersten Anprobe skeptisch, so gefällt er mir jetzt doch sehr gut an mir - zumindest, was ich auf den Fotos und in unserem schlecht beleuchteten Flurspiegel sehen kann.
Jetzt gilt es noch diverse Arbeitsangelegenheiten abzuarbeiten, den neuen (und letzten! :) :) ) Unikurs vorzubereiten, dem Mann die Haare schneiden, kleine Mitbringsel und Geschenke zu organisieren und alles samt Gwand und Schuhe in einem 8 kg schweren Handgepäcksstück zu verstauen (denn wir fliegen diesmal Billigflieger) - und dann geht es Freitag früh los. Am Sonntag zur Sonntagsfreude werde ich wieder zurück sein - und berichten ;)
Als ich im Winter den 'geerbeten' Rock meiner lieben Nachbarin in Händen hielt, wusste ich sofort, dass er für diese Hochzeit sein sollte. Handgewebter Stoff aus Graubünden - perfekt für eine halb bayerische, halb bündnerische Hochzeit. Lange habe ich aber gezögert, den Rock aufzutrennen, bis ich es eines Abends einfach getan habe. Den Bund musste ich leider abschneiden, er war zu gut angenäht. Die Stoffbahnen habe ich gezackelt und im Wollwaschgang in der Maschine gewaschen - alles gut überlebt. Nun lag der Stoff aber wieder hier rum, es war so vieles andere, das mir die Muße und Motivation nahm.
Nach abgeschlossenem Mathekurs und fotografierter Wohnung sowie nur noch einer Woche bis zur Hochzeit habe ich am Wochenende beherzt den Rock nach dem Rockteil eines Sommerkleides zugeschnitten. Nach dem Vorbild der Schneiderin mit guter Zugabe zum Bund hin, so dass der Rockbund noch rausgelassen werden kann - sofern nötig. Fast den ganzen Sonntag hat sich dann der Rock Stück für Stück zusammen gefügt, auch die 'Futter-Prüfung' habe ich gut bestanden. Ich habe oben noch einen Passe aus Baumwollstoff an das Futter angesetzt, so dass nichts nach oben flutscht/schiebt. Den Saum habe ich - wie beim 'Original' mit Ripsband versäubert. Zackenlitzen dienen als Schlaufen zum Aufhängen und als Öse für das kleine Hakerl oberhalb des Reißverschlusses.
Mit jedem Stich, mit jedem (selbst konstruierten) Schnittteil, das sich aneinander fügte, wurde ich aber irgendwie ruhiger und jetzt freue ich mich schon fast auf unsere 48 Stunden - Blitzreise. Es graust mir zwar immer noch - teils vor der doch recht hektischen Reise, und teils vor unbekannten, neuen Leuten und deren möglichen Fragen, aber vielleicht bietet ja mein Bündnerrock so viel Gesprächsstoff, dass wir gar nie zu den heiklen Themen vordringen ;) ;)
Ich fühle mich jedenfalls wohl darin und war ich auch bei der ersten Anprobe skeptisch, so gefällt er mir jetzt doch sehr gut an mir - zumindest, was ich auf den Fotos und in unserem schlecht beleuchteten Flurspiegel sehen kann.
Jetzt gilt es noch diverse Arbeitsangelegenheiten abzuarbeiten, den neuen (und letzten! :) :) ) Unikurs vorzubereiten, dem Mann die Haare schneiden, kleine Mitbringsel und Geschenke zu organisieren und alles samt Gwand und Schuhe in einem 8 kg schweren Handgepäcksstück zu verstauen (denn wir fliegen diesmal Billigflieger) - und dann geht es Freitag früh los. Am Sonntag zur Sonntagsfreude werde ich wieder zurück sein - und berichten ;)
Freitag, 21. März 2014
Auch diese Woche...
... ist wieder wie im Flug vergangen und so kann ich euch hier nicht mehr als eine kurze Rückschau bieten.
In der Kalenderwoche 12
In der Kalenderwoche 12
- habe ich zwei schriftliche Aufgaben eingereicht und eine Klausur im großen Prüfungssaal der Uni geschrieben. Das ganze Prozedere erinnerte mich stark an das Staatsexamen... Nun ist der Mathekurs abgeschlossen und am Montag beginnt mein letzter Kurs für die Weiterbildung.
- musste ich mich mit einer Dior-Handtaschen tragenden Östermalms*-Mama auseinandersetzen, die nun während des Schuljahres ihre Tochter im Deutschunterricht unterbringen wollte (und auch geschafft hat, eben in meiner Gruppe) und die Lehrer wie Dienstpersonal behandelt. Schließlich geht ihre Tochter auch auf eine private Schloss-Schule und dass diese nun zum Unterricht in eine kommunale Schule kommen muss, ist schon ärgerlich. Außerdem könnte man ja auch wirklich erwarten, dass man nun kurz vor den Osterferien den Stundenplan noch verändert, so dass das Töchterchen auch noch zu Englisch, Chinesisch und Balett gehen kann - und überhaupt könnten die Lehrer doch mehr serviceorientiert arbeiten... Pff! Ich freue mich schon, wenn ich ihr heute mitteilen werde, dass nächste Woche kein Unterricht sein wird, weil ich mir die Frechheit herausnehme zur Hochzeit meines Bruders zu reisen ;)
- mussten wir eine herbe Enttäuschung einstecken, aber wir gewöhnen uns langsam an die regelmäßig wiederkehrenden Ernüchterungen; wenns nicht das eine ist, dann was anderes. Es sollte wohl nur nicht zu schnell zu leicht werden!
- kam der Frühlingsanfang mit einer Menge Neuschnee und verwandelte die Stadt zuerst in ein Winterwunderland, dann in eine Grauzone und jetzt sind wir langsam wieder bei grün-braun

- habe ich die Geranien von hängendem, dürren, kraftlosem Blattwerk befreit und mit den Düngergaben angefangen. Hoffentlich belohnen sie mich auch dieses Jahr wieder mit Blüten.
- kam Nachschub aus dem heimischen Wollvorrat, sodass ich nun wieder am Leftie weiter stricke. Mein Ziel ist, dass er bis Ostern fertig wird.
Heute Nachmittag arbeite ich eben noch mal und dann ist auch schon Wochenende. Ich hätte mir mehr Pause zwischen den Kursen gewünscht, aber es sind ja nur mehr ein paar Monate bis das Halbjahr zu Ende geht und dann kann ich mich (hoffentlich) richtig erholen, sofern das Leben bis dahin nicht neue, kräftezehrende Herausforderungen bereit hält.
Am Abend wird heute Schwiegermuttern als Übernachtungsgast eintrudeln und morgen mache ich mit Schwägerin+Kindern einen Ausflug bevor wir alle zusammen bei uns Abendessen. Darauf freue ich mich schon sehr - mal wieder richtig kochen, gemeinsam essen, über ganz anderes sprechen, die eigene Stadt erkunden und hoffentlich ein bisschen Frühlingswetter bekommen!
Habt einen guten Wochenendspurt!
*Östermalm ist das Stockholmer Nobelviertel mit entsprechenden Geschäften und Prinzessin Madeleine - sofern sie in Schweden weilt - als Nachbarin
Sonntag, 16. März 2014
Sonntagsfreude: Vårvintervantar
Meine "Frühlingswinterhandschuhe" (vårvintervantar) sind fertig! Hier im Norden benutzt man ja Mützen, Schal und Handschuhe länger als anderswo und spätestens im Februar kann man nach 6 Monaten mit dunklen, gedeckten Farben die Winterkleidung nicht mehr sehen. Ich hatte so genug von meinen schwarzen Handschuhen, dass ich von dem Gedanken mir helle, frühlingswinterhafte Handschuhe zu stricken gerade zu besessen wurde. Die ersten Winterlingsblüten vor der Uni wurden meine Inspiration. Noch am gleichen Abend (vor gut einem Monat) setzte ich mich an den Schreibtisch und begann zu malen und dann am PC das Muster in ein Karoschema zu übertragen.
Passende Wolle war (natürlich!) leider nicht vorhanden und ich überlegte, wie ich schnellstens an solche kommen könnte. Ein Geschäft in Stockholm - zu teuer oder komische Qualität, eine Bestellung in D - dauert zu lange. Schließlich entschied ich mich dafür beim Wollzentrum auf Öland die erforderliche Wolle zu bestellen. Und es hat sich total gelohnt: Wunderwunderschöne, feine Wolle kam hier nach nur ein paar Tagen an.
Es wurde unmittelbar angestrickt und der erste Handschuh wurde auch relativ schnell fertig. Dann wurde es März, es kamen viele berufliche Verpflichtungen und es wurde wärmer und frühlingshafter. Der verflixte 2. Handschuh! (Nicht umsonst habe ich eine interessante Sammlung von einsamen Handschuhen/Stulpen...) In der Hektik der letzten Woche wollte ich aber dann doch ab und zu etwas beruhigendes mit den Händen machen und so fügte sich Masche an Masche, Reihe an Reihe. Gestern morgen wurde die zweite 'Hand' fertig, am Nachmittag und Abend wurden die Daumen (fehlten noch bei beiden) angestrickt. Um 22:30 Uhr gestern Abend hüpften dann beide Handschuhe ins warme Badewasser :)
Heute Morgen waren sie nun trocken und ich konnte sie bei Sonnenschein - und eisigen Temperaturen - fotografieren. Die Winterlinge sind infolge der warmen Woche leider schon fast verblüht, aber sie blühen nun auf meinen Handschuhen weiter. Ich freue mich so sehr, dass sie noch fertig geworden sind - und dass Petrus uns nun ein Kältehoch mit bis zu -6°C schickt. Heute am Sonntag werde ich sie zum ersten Mal ausführen - meine Sonntagsfreude.
Die Fakten: Wolle von Ullcentrum Öland, zweifädig; verstrickt mit Nadeln 3,0 (Bündchen) und 2,25 (Hand); Verbrauch pro Handschuh: 32 Gramm; Muster: Eigenentwurf.
Passende Wolle war (natürlich!) leider nicht vorhanden und ich überlegte, wie ich schnellstens an solche kommen könnte. Ein Geschäft in Stockholm - zu teuer oder komische Qualität, eine Bestellung in D - dauert zu lange. Schließlich entschied ich mich dafür beim Wollzentrum auf Öland die erforderliche Wolle zu bestellen. Und es hat sich total gelohnt: Wunderwunderschöne, feine Wolle kam hier nach nur ein paar Tagen an.
Es wurde unmittelbar angestrickt und der erste Handschuh wurde auch relativ schnell fertig. Dann wurde es März, es kamen viele berufliche Verpflichtungen und es wurde wärmer und frühlingshafter. Der verflixte 2. Handschuh! (Nicht umsonst habe ich eine interessante Sammlung von einsamen Handschuhen/Stulpen...) In der Hektik der letzten Woche wollte ich aber dann doch ab und zu etwas beruhigendes mit den Händen machen und so fügte sich Masche an Masche, Reihe an Reihe. Gestern morgen wurde die zweite 'Hand' fertig, am Nachmittag und Abend wurden die Daumen (fehlten noch bei beiden) angestrickt. Um 22:30 Uhr gestern Abend hüpften dann beide Handschuhe ins warme Badewasser :)
Heute Morgen waren sie nun trocken und ich konnte sie bei Sonnenschein - und eisigen Temperaturen - fotografieren. Die Winterlinge sind infolge der warmen Woche leider schon fast verblüht, aber sie blühen nun auf meinen Handschuhen weiter. Ich freue mich so sehr, dass sie noch fertig geworden sind - und dass Petrus uns nun ein Kältehoch mit bis zu -6°C schickt. Heute am Sonntag werde ich sie zum ersten Mal ausführen - meine Sonntagsfreude.
Die Fakten: Wolle von Ullcentrum Öland, zweifädig; verstrickt mit Nadeln 3,0 (Bündchen) und 2,25 (Hand); Verbrauch pro Handschuh: 32 Gramm; Muster: Eigenentwurf.
Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.
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